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Bombardier hat mehr zu verlieren als das nächste Lieferfenster

Foto: Bombardier

Die Achterbahnfahrt bei Bombardier (WKN:866671) geht weiter.

Nach Jahren voller Verspätungen hat Metrolinx ein förmliches Schreiben herausgegeben. Demnach beabsichtigt das Unternehmen, den 770-Millionen-CAD-Vertrag mit Bombardier für den Bau und die Lieferung von bis zu 182 Zügen, zu beenden.

Die Fahrzeuge sollten bei mehreren Transitprojekten in und um Toronto benutzt werden. Der Vertrag wurde im Jahr 2010 geschlossen und Teil dessen war, dass Bombardier das erste Fahrzeug im Jahr 2014 liefern müsse.

Dieses Fahrzeug hat Bombardier noch nicht geliefert und hat auch gerade seine eigene neu überarbeitete Lieferfrist noch einmal verpasst. Daher sah sich Metrolinx dazu gezwungen, jetzt entsprechend zu reagieren..

Die Züge sollen auf der neuen Linie Eglinton benutzt werden, die sich gerade im Bau befindet. Allein diese Linie kostet 5,3 Milliarden CAD und soll im Jahr 2021 eröffnet werden.

Es ist immer dasselbe mit Bombardier

Diese letzte Lieferverspätung ist nur eine von mehreren, die das Unternehmen im Lauf der Jahre geplagt hat. Das CSeries-Programm ist schon mehrere Jahre zu spät und 2 Milliarden CAD über dem Budget, als es endlich die Zertifizierung bekam. Die Auslieferung der bestehenden Flugzeuge geht ebenfalls langsamer als erwartet.

Für Toronto ist es immer wieder dasselbe mit Bombardier. Abgesehen von dem Vertrag mit Metrolinx hat Toronto auch einen Vertrag mit Bombardier, um die Waggons der Straßenbahn zu erneuern. Dieser Vertrag wird derzeit auch nicht erfüllt und es ist zu großen Lieferverspätungen gekommen. Damit muss die Stadt ihre alten Waggons zu erhöhten Ausgaben selbst instandsetzen. Um die Frustration noch größer zu machen, hat Bombardier im letzten August mit Metrolinx einen weiteren Vertrag im Wert von 428 Millionen unterschrieben, um Pendlerzüge zu liefern.

Für Bombardier ist das nichts Außergewöhnliches, zumindest nicht, bis sich nicht etwas ändert. Das Unternehmen hat wiederholt, dass man den Vertrag erfüllen möchte, hat aber angemerkt, dass solche Dinge normal wären. Daher werden die Sorgen, dass Bombardier vielleicht die Lieferfristen für alle diese Verträge nicht halten könne, immer mehr, da sie die Fristen trotz der anhaltenden Lieferverzögerungen nicht nach hinten verschoben haben.

Das könnte sich aber ändern, da diese permanenten Verspätungen die Steuerzahler von Ontario jetzt richtig viel Geld kosten. Die mehrfachen Verzögerungen könnten der nötige Katalysator sein, um Bombardier aus dem Rennen zu kicken und die Möglichkeit für einen anderen Lieferanten zu eröffnen.

Wie geht’s mit Bombardier jetzt weiter?

Das Unternehmen bietet ein Produkt, das viele Kunden auf der ganzen Welt kaufen möchten. Das schlechte Management innerhalb des Unternehmens, bei den Lieferzeiten und der Produktion leistet aber nicht gerade einen Beitrag, um die negative Stimmung im Bezug auf das Unternehmen zu verbessern.

Jeder Versuch von Metrolinx, den bestehenden Vertrag aufzulösen, wird den Steuerzahler, aufgrund der Gerichtskosten, jede Menge zusätzliches Geld kosten. Es könnte noch Jahre dauern, bevor überhaupt eine Entschädigung in Sichtweite ist. Toronto wird vielleicht mit einem weiteren schlechten Deal leben müssen. Hoffentlich sind sie in der Zukunft etwas offener gegenüber anderen Anbietern, wie Ottawa es vor kurzem erst vorgemacht hat.

Aus der Sicht des Investors bleibt Bombardier eine riskante Investition. Das Unternehmen hat sich im letzten Jahr deutlich verbessert, es gibt aber immer noch sehr viele Möglichkeiten zur Verbesserung, bevor das Unternehmen eine gute Option wird.  Aktuell gibt es deutlich bessere Investitionen auf dem Markt.

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Dieser Artikel wurde von Demetris Afxentiou auf Englisch verfasst und wurde am 08.11.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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