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Zukunftsgeschäft Batterien: VW bekommt Panik

Foto: Pixabay

In Wolfsburg befindet man sich derzeit in einer Sinnkrise. Nach dem Abgas-Skandal arbeitet man bei Volkswagen (WKN: 766400) jetzt an einer neuen Zukunftsstrategie.

Einer der neuesten Streitpunkte ist die Frage, ob VW selbst Batterien herstellen sollte. Da VW über eine halbe Million Arbeitnehmer hat, könnte in Zukunft jede Maßnahme, die Arbeitsplätze erhält hart umkämpft sein.

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Der Betriebsrat ist der Meinung, dass eine eigene Batteriefabrik her muss

In den Gesprächen zum Zukunftspakt, bei dem VW seine Neupositionierung der Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und dem Unternehmen ausarbeiten will, sind Betriebsrat und Vorstand wegen einer entscheidenden Frage aneinander geraten.

Betriebsratschef Bernd Osterloh hat gefordert, dass VW die Herstellung von Batterien in die eigene Hand nimmt. Er ist der Meinung, dass VW eine eigene deutsche Batteriefabrik haben sollte. Damit würde man in die Fußstapfen von Tesla (WKN: A1CX3T) treten, das mit seiner Gigafactory riesige Kapazitäten ausbaut, um selbst Batterien zu produzieren. Das könnte in Zukunft wichtig werden, denn an den Batterien hängt bei der Herstellung eines Elektroautos ein großer Teil der Wertschöpfung. Man geht von ungefähr 40 % aus. Das wäre ein riesiger Umsatzanteil, den man der Konkurrenz überlässt.

Benötigt werden die Batterien bei VW mit Sicherheit früher oder später. Der Bundesrat hat bereits ein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2030 in Aussicht gestellt. Unabhängig davon hat man bei VW auch schon davor ambitionierte Pläne für Elektroautos verkündet. In weniger als zehn Jahren sollen bereits ein Viertel der ausgelieferten VW-Autos einen Elektromotor haben.

Mit der Vorstellung einer unternehmenseigenen Batterieherstellung konnte man sich im Vorstand jedoch noch nicht anfreunden. Der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller hat die Idee sogar öffentlich mit den Worten „so einen Blödsinn machen wir sicherlich nicht“ abgetan. Der Betriebsrat hat aber gute Gründe darauf zu pochen, so viel wie nur möglich der zukünftigen Lieferkette selbst zu bedienen. Koste es, was es wolle.

Bei VW hängen sehr viele Arbeitsplätze am Verbrennungsmotor

VWs gigantische Belegschaft weiß, dass ihre Arbeitsplätze von vielen Seiten her bedroht sind. Nicht nur die Umstellung auf Elektroautos könnte selbst bei gleichbleibenden Absatzzahlen viele Stellen  kosten, sondern auch die Automatisierung droht immer stärker zu werden. Industrieroboter können immer mehr Arbeitsschritte übernehmen und dürften die Autoherstellung in Zukunft viel weniger arbeitsintensiv werden lassen.

Selbst ohne diese Trends hat VW aber schon jetzt eine weitaus größere Belegschaft als seine Wettbewerber. Irgendwie wird man sich in Zukunft an die Konkurrenz anpassen müssen, denn man kann die hohen Personalkosten nur begrenzt an Kunden weitergeben. Da die Belegschaft allerdings viel Macht hat und durch relativ umfangreiche Gesetzesregelungen geschützt wird, dürfte ein Stellenabbau teuer werden. Als Deutschlands wichtigster Arbeitgeber wird sich sicherlich auch die Politik bei VWs Entscheidungen einmischen. Keine einfache Situation, um die notwendige Verschlankung der Belegschaft ohne riesige Kosten über die Bühne zu bringen.

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Aktionäre könnten am Ende das Nachsehen haben

Egal, wie dieser Richtungsstreit am Ende entschieden wird, so wie es aussieht, dürfte er teuer für VW werden. Ob Frührenten, eine eigene Batteriefabrik oder vielleicht sogar beides, auf VW kommen in Zukunft hohe Kosten zu.

Wie viel dann vom Umsatz noch an Gewinn für die Aktionäre übrig bleibt, weiß noch niemand.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors.

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