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Ausblick auf Commerzbank-Quartal – am besten mit dem Schlimmsten rechnen

Foto: Pixabay

Das deutsche Finanzinstitut Commerzbank (WKN: CBK100) hat gerade eine Reihe von Krisen hinter sich, die den Aktienkurs in den Keller geschickt haben.

Die Großbank hat schon selbst vor schlechten Ergebnissen gewarnt, aber es ist spannend, wie schlimm es am Ende wirklich wird, wenn die Bank diese Woche ihre Quartalsergebnisse vorlegen wird. Wirklich interessant sind aber alle Meldungen, die das riesige Reformprogramm betreffen.

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Die Commerzbank steht vor gigantischen Veränderungen

Bei der Commerzbank lief es in letzter Zeit alles andere als rund. Die meisten Marktbeobachter waren überrascht, als im letzten Jahr viele strukturelle Probleme der Bank zum Vorschein kamen und die für eine kurze Zeit gewachsenen Gewinne plötzlich wieder rückläufig wurden. So schnell war die langersehnte Erholung wieder Geschichte. Die Commerzbank-Aktionäre waren verständlicherweise enttäuscht und haben die Aktie abgestraft.

Allen voran scheint es der Bank schwer zu fallen, ihre hohen Kosten in einem Umfeld mit schwindenden Einnahmequellen zu rechtfertigen. Die Commerzbank verweist wie andere Institute auf die vielen neuen Regulierungen und die niedrigen Zinsen, aber es ist bei einer so komplexen Bilanz schwer zu sagen, wie viele von den Problemen hausgemacht sind.

Jedenfalls hat der neue Unternehmenschef Martin Zielke ein ambitioniertes Reformprogramm vorgelegt. Er will unter anderem das teure Sorgenkind Investmentbanking komplett umstrukturieren und die Kosten senken, mitunter durch tausende Entlassungen. Trotzdem will man vor allem im Privatkundengeschäft weiterhin wachsen. Da vieles bisher nur indirekt an die Öffentlichkeit kam, wird es spannend zu sehen, welche Details Zielke selbst im Quartalsbericht dazu preisgibt.

Die Zahlen könnten sehr wohl erst einmal schlimmer als besser werden

Die positiven Effekte der Reformen, von denen man nicht einmal wirklich weiß, ob sie schon begonnen haben, dürften noch nicht einmal ansatzweise in den Zahlen sichtbar sein. Ganz im Gegenteil dürften erst einmal hohe Restrukturierungskosten auf die Commerzbank zukommen.

Besonders Entlassungen sind in Deutschland teuer, da Arbeitnehmer ein Recht auf Entschädigung haben. Auch die restliche Umstrukturierung könnte teuer werden. Es müssen Räumlichkeiten angepasst werden, Betriebsabläufe werden gestört und noch vieles mehr kostet in einer Reformphase Geld. Als Anleger kann man in der Zwischenphase nur schwer erkennen, wie sich die zugrundeliegenden Geschäftsbereiche wirklich entwickeln.

Außerdem hat sich Zielke vorgenommen, die Commerzbank digital gut in Form zu bringen. In diesem Bereich sollen sogar neue Angestellte eingestellt werden, die vermutlich hochqualifiziert und somit teuer sein werden. Generell ist ein Umbau der IT-Infrastruktur einer Großbank ein Mammutprojekt.

Deshalb denken viele, dass die Aktie nicht noch tiefer sinken kann

Da die Commerzbank-Aktie seit ihrem Hoch im Jahr 2014 bei ihrem kürzlichen Tiefpunkt um fast zwei Drittel gefallen ist und sich seitdem nur kaum erholt hat, denken viele, dass sie jetzt nicht mehr tiefer sinken kann. Allerdings kann auch eine angeschlagene Aktie immer noch tiefer sinken.

Es ist wahr, dass die Bewertung der Aktie günstig ist, wenn die Commerzbank wieder an alte Gewinne anknüpfen kann. Falls die Krise aber weitergeht, weiß niemand, ob die Commerzbank die nächsten Jahre unversehrt überstehen wird. Diese Woche dürfte zumindest ein bisschen deutlicher werden, wie man plant mit den vielen Problemen zurechtzukommen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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