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Wird dieser Trend die Biotech-Investoren jede Menge Geld kosten?

Ein neuer Ansatz, wie die Krankenkassen für Medikamente bezahlen, fasst immer mehr Fuß. Merck (WKN:659990) ist das letzte Unternehmen, das auf diesen Zug aufgesprungen ist. Der Medikamentenhersteller hat einen Pay-for-Performance-Deal mit Aetna für die Diabetes-Medikamente Januvia und Janumet geschlossen. Aber könnte dieser Trend die Biotec-Investoren nicht jede Menge Geld kosten?

Nach Leistung bezahlen

Der Gedanke hinter einer solchen Preisgestaltung ist genau das, was der Name andeutet. Anstatt einen Preis für ein Medikament festzusetzen, bekommt ein Biotec- oder ein Pharma-Unternehmen eine Zahlung basierend darauf, wie gut das Medikament wirkt.

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Das ist kein neues Konzept. In europäischen Ländern gibt es diesen Ansatz schon seit Jahren. In den USA war das bislang nicht der Fall. Viele teure Medikamente sind jetzt auf dem Markt und die amerikanischen Krankenkassen versuchen dieses Modell jetzt durchzubringen.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2015 von Avalere Health fand heraus, dass die Krankenkassen Interesse daran haben. Das Interesse hängt aber von dem Anwendungsbereich ab. Mehr als die Hälfte der Krankenkassen in der Umfrage sagten, sie wären moderat daran interessiert bei Hepatitis C, multipler Sklerose, Onkologie und rheumatoider Arthritis.  Es ist auch kein Zufall, dass die Krankenkassen sehr daran interessiert sind, dieses neue Preismodell bei den teuersten Medikamenten umzusetzen.

Die Auswirkungen auf die Biotech-Unternehmen

Was bedeutet dieser Trend für Biotech Unternehmen und ihre Investoren? Im Fall der Diabetesbehandlungen Januvia und Janumet könnte das gut für Merck sein. Obwohl beide Medikamente solide Umsätze erzielen, steht Merck vor dem Problem, dass die  Konkurrenz eine neue Art der Diabetes-Medikamente auf den Markt bringt. Nach Leistung bezahlt zu werden, könnte mehr Umsätze aus den älteren Medikamenten herauspressen, als das Unternehmen sonst dafür bekommen hätte. Wie? Aetna wird den Patienten  dieses Medikament vorschlagen, anstatt der neueren Konkurrenzprodukte.

Die Dynamik ist in anderen Szenarien aber anders. Regeneron (WKN:881535) und Sanofi (WKN:920657) haben einen Pay-for-Performance-Vertrag mit Cigna geschlossen für das neue Cholesterin-Medikament Praluent geschlossen. Aber dabei bekommen Regeneron und Sanofi keinen Wettbewerbsvorteil. Die Konkurrenz von Amgen (WKN:867900) hat bereits einen ähnlichen Vertrag für Repatha.

Wenn die realen Ergebnisse nicht mit den Ergebnissen aus den klinischen Studien übereinstimmen, dann könnte dieses neue Preismodell dazu führen, dass Regeneron, Sanofi und Amgen weniger Geld mit ihren Cholesterin-Medikamenten verdienen, als sie mit einem traditionellen Preissetzungsmodell verdient hätten. Die Unternehmen machen jetzt schon weniger Geld als sie erhofft hatten, das liegt aber nicht an den Pay-for-Performance-Deals. Die Umsätze von Praluent und Repatha waren relativ langsam, als die Krankenkassen sich dazu entschlossen haben, diese Ausgaben nicht zu erstatten und das von den Ergebnissen von kardiovaskulären Studien abhängig gemacht haben.

Die gute Nachricht ist, dass die Biotech-Unternehmen damit Zugang zu Patienten bekommen, die sie ohne ein solches Arrangement nicht erreicht hätten.  Zum Beispiel werden Cigna und andere Krankenkassen die Kosten von Regeneron und Sanofi bei den Cholesterin-Medikamenten nur widerwillig übernehmen, ohne eine Garantie ihre Effektivität zu bekommen.

Nach Leistung zu bezahlen, könnte eine große Auswirkungen haben, wenn ein Medikament für mehrere Anwendungen zugelassen ist. Kyprolis von Amgen zum Beispiel ist aktuell als Behandlung für multiples Myelom in Kombination mit anderen Medikamenten zugelassen, nachdem die vorherige Behandlung nicht erfolgreich war. Das Medikament befindet sich auch gerade in mehreren in klinischen Studien, eine davon für neu diagnostiziertes multiples Myelom und anderen kleinzelligen Lungenkrebs.

Im Gegensatz zu Repatha hat Kyprolis gerade kein solches Arrangement. Aber nehmen wir einmal an, das wäre so. Nehmen wir an, dass Kyprolis die Zulassung für die beiden Anwendungen gewinnen würde, für die es gerade in den klinischen Studien getestet wird, aber nicht so effektiv ist wie für multiple Myelome. Laut einem Pay-for-Performance-Agreement würde Amgen weniger Geld für die anderen beiden Anwendungsbereiche bekommen.

Nur die Besten werden überleben

Pay-for-Performance-Verträge werden wahrscheinlich bleiben. Wenn die aktuellen Verträge, die mehrere Medikamentenhersteller geschlossen haben, Geld sparen, dann wird sich dieser Ansatz auch auf weitere Medikamente ausweiten.

Wird dieser Trend die Biotech-Unternehmen und ihre Investoren jede Menge Geld kosten? Vielleicht ja. Die Biotech-Unternehmen werden wahrscheinlich weniger Geld mit ihren Medikamenten machen als in der Vergangenheit. Das wird das Gewinnwachstum beeinträchtigen und das könnte bedeuten, dass Biotech-Aktien nicht mehr so sehr durch die Decke gehen, wie in den vorhergehenden Jahren. Aber es war unvermeidbar, dass die Krankenkassen die immer weiter steigenden Kosten eindämmen. Irgendetwas musste getan werden. Pay-for-Performance-Preise erlauben es den Biotech-Unternehmen jede Menge Geld zu machen, wenn die neuen Medikamente gut funktionieren. Diejenigen, die nicht so gut funktionieren, werden auch nicht so lukrativ sein. Biotech-Unternehmen sind daran gewöhnt, bei der Recherche für neue Medikamente genau diesen Ansprüchen zu genügen. Jetzt wird dieses darwinsche Konzept mehr als jemals zuvor angewandt.

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Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und wurde am 30.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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