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Was man vom Quartalsbericht von Alphabet erwarten kann

Bildquelle: Alphabet.

Alphabet (WKN:A14Y6H) wird am Donnerstag den 27. Oktober 2016 nach Börsenschluss die Ergebnisse des dritten Quartals veröffentlichen. Da die Aktie in den letzten drei Monaten 9% zulegen konnte und der Bericht zum zweiten Quartal im Juli sehr gut ausgefallen war, fragen sich die Investoren, ob Sie ähnliche Ergebnisse auch diesmal erwarten können.

Die wichtigsten Zahlen

Das wird der vierte Quartalsbericht, seit die Ergebnisse für die verschiedenen Einzelsegmente einzeln aufgeschlüsselt werden. Alphabet hat diese Praxis nach dem letzten Oktober eingeführt, als das Unternehmen zu einer Holding Firma für Google und die weitere Filialen wurde. Um es mit des Worten des Unternehmens auszudrücken: “Um zusätzliche Konzentration, Verantwortung und Transparenz zu bringen” für alle Investoren, die gerne wissen möchten, wie sich diese einzelnen Unternehmen entwickeln.

Sehr zum Leidwesen der Analysten gibt Alphabet aber keine spezifischen Ausblicke in jedem Quartal. Wir passen nicht notwendigerweise immer auf, was die Wall Street gerade möchte, man sollte aber anmerken, dass die Konsensschätzungen ein Umsatzwachstum von 18,1 % im Jahresvergleich auch 22,05 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 8,64 US-Dollar erwarten (im Vorjahresquartal und waren es 7,35 US-Dollar).

Daher können wir erwarten, das Alphabet seinen Bericht in zwei große Segmente aufteilt, nämlich Google und anderes.

Google

Wäre Alphabet ein Apfel, dann wäre Google der Kern und der Großteil des Fruchtfleisches. Daher sollte es nicht überraschend sein, dass Google fast alle Ergebnisse von den verschiedenen Produkten umfasst, von der Suche bis zu Android, Maps, Chrome, YouTube, Google Play und Gmail.

Im letzten Quartal stellte Google mehr als 21,3 Milliarden US-Dollar der 21,5 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz dar. Die operative Marge dieses Segmentes erhöhte sich um 100 Basispunkte im Jahresvergleich auf 32,8 %. Google generierte ein operatives Einkommen von knapp 7 Milliarden US-Dollar.

Wenn wir uns diese Zahlen einmal genauer ansehen, dann kommt der Großteil der Umsätze aus dem Werbegeschäft, das im Jahresvergleich in Q2 um 19,5 % gestiegen ist und zwar auf 19,1 Milliarden US-Dollar. Alphabet sollte in diesem Quartal sowohl die Werbeeinnahmen aus den eigenen Websites (ein Anstieg von 24,2 % im letzten Quartal auf 15,4 Milliarden US-Dollar) und den Betrag aus den Mitgliederseiten des Google-Netzwerkes (Anstieg um 3,4 % in Q2 auf 3,74 Milliarden US-Dollar). In den letzten Quartalen hat Google dieses Wachstum größtenteils den Fortschritten bei der Monetarisierung der mobilen Suche zugeschrieben, wie auch schnellen Anstiegen bei den Werbeeinnahmen von YouTube.

Darüber hinaus sollte man nach den Kennzahlen bei den Klicks Ausschau halten. Im letzten Quartal konnte hier ein Plus von 29 % im Jahresvergleich erzielt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Kosten pro Klick, was als Maßstab dafür dient, wie viel Google pro Anzeige verdient. Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Kosten pro Klick im letzten Quartal um 7 % gefallen waren, daher sollte man nicht überrascht sein, wenn dieser Abwärtstrend weiter geht. Das ist teilweise eine Konsequenz des großen Wachstums von YouTube wo die True-View-Anzeigen die Kunden schon früh im Kauf-Funnel erreichen. Daher wird hier weniger monetarisiert als mit traditionellen webbasierten Impressionen.

Wir können auch die Nicht-Werbeprodukte von Google außen vor lassen, darunter Apps, Commerce, Cloud und Hardware-Produkte. Zusammen konnten in diesem Bereich ein Anstieg im letzten Quartal im Jahresvergleich auf 2,3 Milliarden US-Dollar erzielt werden. Dieses Quartal interessiere ich mich besonders dafür, was Google zu den ersten Reaktionen auf das neue Pixel-Smartphone zu sagen hat.

Alles andere

Auf der anderen Seite sind die ziemlich unprofitablen anderen Projekte von Google, die allerdings jede Menge langfristiges Potential bieten. Dazu gehört Fiber (Highspeed Internet), Nest (verbundene Produkte für das Eigenheim), Verily (Langlebigkeit), Calico (Biowissenschaften), selbstfahrende Autos und X (Science-Fiction-Initiativen).

Mit der Ausnahme von Nest, Verily und Fiber, die zusammen geholfen haben, die Umsätze dieses Segments im Jahresvergleich um 150 % auf 185 Millionen US-Dollar zu steigern, versucht der Rest dieses Segments neuartige Probleme in mehreren Industrien zu lösen. Daher hat dieses Segment einen operativen Verlust von 859 Millionen US-Dollar allein im letzten Quartal verzeichnet.

Wir sollten die Ergebnisse dieses Segments aber nicht isoliert sehen. Diese Bemühungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, können aber durch neue Partnerschaften eine ganz andere Wendung nehmen und in verschiedenen Industriebereichen Anwendung finden. CFO Ruth Porat wird mit großer Sicherheit ihre Bekräftigung noch einmal wiederholen, dass man dieses Segment mit einem Abstand von mindestens 12 Monaten sehen soll, um etwas daraus zu erfahren. Das ist in Ordnung, da das beträchtliche Potential große Veränderungen herbeiführen könnte. Mit den finanziellen Ressourcen und dem Cashflow von Google kann es sich Alphabet auch leisten, in diese jungen Unternehmen zu investieren.

Ich erwarte, dass der Quartalsbericht wenig enthalten wird, was das interessante Wachstum von Alphabet in einem anderen Licht erscheinen lassen könnte, sollte es keine negativen Überraschungen geben. Aber das soll uns auch nicht davon abhalten, weitere Nachforschungen anzustellen, um die Fortschritte bei Alphabet besser zu verstehen, um langfristige Werte für die Aktionäre zu schaffen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C).

Dieser Artikel wurde von Steve Symington auf Englisch verfasst und wurde am 26.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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