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Der US-Markt rückt in den Fokus ausländischer Automobilhersteller – Kriegt Tesla nun ernsthafte Konkurrenz?

Bildquelle: Pixabay / ErikaWittlieb

Es gibt viele Argumente, die gegen eine Investition in Tesla Motors (WKN:A1CX3T) sprechen. Es heißt oft, dass das Unternehmen zu hoch gejubelt und stark überbewertet sei, da es immer noch riesige Cash-Berge verbrennt. Man kann argumentieren, dass die potenzielle Übernahme von SolarCity (WKN:A1J6UM) unnötig oder schlecht getimt war. Außerdem kann man sogar argumentieren, dass das Unternehmen trotz seines Erfolgs auch kurz vor der Einführung seines ersten massenmarkttauglichen Fahrzeugs weitestgehend unerprobt ist.

Aber man kann nicht abstreiten, wie beeindruckend Teslas Markteintritt in den USA war. Der amerikanische Automobilmarkt ist höchst umkämpft und Tesla ist ein seltenes Beispiel eines Automobilherstellers, der es geschafft hat, einen Fuß in den Markt zu setzen, sich einen Namen zu machen, eine fantastische Kundenbasis aufzubauen und eine Handvoll Fahrzeuge zu produzieren, die im Markt großen Anklang gefunden haben. Die Liste der Automobilhersteller, die versucht haben, sich auf dem US-Markt zu etablieren, dann aber gescheitert sind, ist lang. Aber die Tatsache, dass so viele Autobauer den US-Markt, deren Absatzzahlen gerade stagnieren, anvisieren, löst bei Investoren große Besorgnis aus.

Ein einzigartiges Fahrzeug zu produzieren, ist einfacher gesagt als getan, insbesondere im US-Markt. Bildquelle: THE MOTLEY FOOL.

Ein einzigartiges Fahrzeug zu produzieren, ist einfacher gesagt als getan, insbesondere im US-Markt. Bildquelle: THE MOTLEY FOOL.

Amerika im Visier der Autobauer

Der US-Markt ist nicht mehr der größte Neuwagen-Markt der Welt. China hat diesen Titel bereits 2009 für sich beansprucht und seitdem nicht wieder aus der Hand gegeben. Chinas Vorsprung auf die USA könnte jährlich um fast 10 Mio. verkaufte Fahrzeuge anwachsen. Jedoch ist der US-Markt für Automobilhersteller immer noch viel lukrativer. So verkauft General Motors (WKN:A1C9CM) beispielsweise mehr Fahrzeuge in China als in den USA. Jedoch entfielen im zweiten Geschäftsquartal 3,6 Mrd. US-Dollar des bereinigten EBIT des Unternehmens in Höhe von 3,9 Mrd. US-Dollar auf Nordamerika.

Die in den USA verkauften Fahrzeuge sind vollgepackt mit modernster Technik und Premium-Ausstattungen, während in Übersee-Märkten häufig billigere Standardvarianten zu finden sind. Dem US-Marktforschungsunternehmen J.D. Power zufolge beträgt der durchschnittliche Neuwagenverkaufspreis in den USA beachtliche 30.665 US-Dollar.

Aus diesem Grund ist die Liste der Automobilhersteller, die im US-Markt Fuß fassen wollen, länger denn je. Der französische Automobilhersteller Peugeot, der seine Ambitionen für den US-Markt in den frühen Neunzigerjahren aufgegeben hat, bereitet eine erneute Offensive vor. Der tschechische Hersteller Skoda, eine Tochter des Volkswagen (WKN:766403) Konzerns, denkt gerade darüber nach, nächstes Jahr den US-Markt zu betreten.

SsangYong Motor Co., ein erfolgreicher Autobauer aus Südkorea, der sich auf Crossover- und Geländefahrzeuge konzentriert, plant, den US-Markt im Jahre 2020 mit komplett neuen Fahrzeugen ins Visier zu nehmen. Und obwohl die Gerüchte noch nicht bestätigt wurden, bereitet sich auch der chinesische Autobauer Geely Automobile darauf vor, seine Mittelklasse-Marke Lynk & Co auf den amerikanischen Markt zu bringen.

Auf der ganzen Welt schauen Autobauer auf das Absatzvolumen und die Gewinne, die im US-Markt erzielt werden. Dann betrachten sie ihre Aussichten in anderen Märkten und stellen fest, dass sie hier sein wollen“, so Charlie Hughes, Inhaber des Marken-Beratungsunternehmens Brand Rules in einem Artikel in der Automotive News.

Kriegt Tesla Konkurrenz?

Sich auf dem US-Markt einen Namen zu machen, ist keine leichte Aufgabe. Tesla ist dieser Kraftakt allerdings mit Leichtigkeit gelungen, da es etwas Einzigartiges produziert hat, zu dem zu dieser Zeit kein anderes Unternehmen in der Lage war: einen luxuriösen Elektro-Sportwagen. Autobauer, die im US-Markt Fuß fassen möchten, müssen einzigartige Produkte anbieten. Wenn sie das tun – und sie werden es garantiert probieren – befürchten Investoren einen Ausbruch eines potenziellen „Incentive-Kriegs“ um Marktanteile.

Amerika ist sehr, sehr umkämpft. Wir müssen also eine gute Marke aufbauen. Aus diesem Grund arbeiten wir an komplett neuen Produkten“, sagte SsangYong-Motor-CEO Choi Johng-sik gegenüber Automotive News.

Wenn eine ganze Reihe neuer Marken einzigartige Fahrzeuge hervorbringt und beginnt, sich Marktanteile zu sichern, würde der Wettbewerb noch weiter angeheizt werden. Und das würde zu dünneren Margen führen — etwas, das kein Investor gerne hören möchte.

Da der stagnierende US-Markt hohe Umsatzvolumina sowie verlockende Verkaufspreise und Gewinne verspricht, kannst du sicher sein, dass weitere Automobilhersteller den Versuch Wagen werden, den Markt zu betreten. Für Verbraucher sind das gute Nachrichten, aber bei Investoren löst dies große Sorgen aus. Bleib also auf dem Laufenden: In den nächsten Jahren wird der US-Automobilmarkt noch umkämpfter und spannender. Allerdings sind meiner Meinung nach die Chancen, dass ein Automobilhersteller aus Übersee einem Tesla ernsthafte Konkurrenz machen kann, eher gering.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von SolarCity und Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel wurde von Daniel Miller auf Englisch verfasst und am 25.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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