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Gilead Sciences: Sind die Erwartungen jetzt tief genug, um sie zu übertreffen?

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Nach Börsenschluss am 1. November werden die Investoren erfahren, ob die Erwartungen für Gilead Sciences (WKN:885823) niedrig genug angesetzt waren, um bei den Gewinnen und Umsätzen übertroffen zu werden. Kann das Unternehmen diese Ergebnisse liefert, oder werden die Zahlen signalisieren, dass es für das Biotech-Unternehmen noch weiter bergab geht?

Niedrige Erwartungen

2014 wurde Gilead Sciences mit der Markteinführung zwei megaerfolgreicher Hepatitis-C-Medikamente zum Liebling der Börsianer. Seit der Markteinführung von günstigeren Medikamenten von AbbVie (WKN:A1J84E) und Merck (WKN:659990) ist die Aktie dieses Jahr aber ziemlich ausverkauft worden.

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Ende 2013 hat das Unternehmen das Bestseller-Medikament Sovaldi mit einem Großhandelspreis von 84.000 US-Dollar auf den Markt gebracht. Es folgte im Oktober 2014 Harvoni mit einem durchschnittlichen Großhandelspreis von 94.500 US-Dollar. In der Zwischenzeit hat AbbVie aber Viekira Pak auf den Markt gebracht, um gegen Harvoni anzutreten und dabei den Preis von Gilead unterboten. Damit konnte das Unternehmen das Geschäft von Express Scripts bekommen, während Merck im Februar Zepatier herausbracht hatte, das einen Großhandelspreis von nur 54.600 Euro hat.

BILDQUELLE: GILEAD SCIENCES ÜBER FACEBOOK

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Diese neuen Medikamente haben dazu geführt, dass Gilead seine Medikamente billiger verkaufen muss. Daher sind die Umsätze von Harvoni in Q2 um 1 Mrd. US-Dollar im Jahresvergleich auf 2,56 Mrd. US-Dollar gefallen. Zusätzlich fielen die Umsätze des Gesamtunternehmens in Q2 von 8,13 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nur mehr 7,7 Mrd. US-Dollar.

Die Analysten haben daher die Gewinnziele für den Rest des Jahres und nächstes Jahr nach unten korrigiert. Aktuell werden von Gilead 7,5 Mrd. US-Dollar Umsatz in Q3 erwartet, was einen Rückgang von 9,4 % im Jahresvergleich darstellt. Die Analysten haben auch ihre Erwartungen beim Gewinn pro Aktie in Q3 von 3,01 auf 2,88 US-Dollar gesenkt.

Der Gewinn pro Aktie soll für das Gesamtjahr von 12,08 US-Dollar auf 11,76 US-Dollar fallen und die Gewinnschätzung pro Aktie für das nächste Jahr wurde von 12,32 US-Dollar auf 11,56 US-Dollar gesenkt – und das alles in den letzten 90 Tagen.

Unglücklicherweise hören die Investoren solche Schätzungen nicht besonders gerne, da Gilead dieses Jahr schon einen Rückgang von 28 % verkraften musste.

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Neue Hoffnung

Inzwischen ist die Aktie von Gilead Sciences bei den Investoren so sehr in Ungnade gefallen, dass das Unternehmen sogar den anämischen Ausblick der Analysten übertreffen könnte. Damit das passiert, wird das Unternehmen aber mehr Wachstum im Bereich HIV erzielen müssen, wofür sich die Umsätze von Epclusa (dem neuen Hepatitis-C-Medikament der 2. Generation) erhöhen müssen. Zusätzlich sollten die Kosten noch gesenkt werden.

Im Laufe des letzten Jahres hat Gilead Sciences seine Kombinationstherapien im Bereich HIV aufgefrischt, indem eine neue Formel von Viread auf den Markt gebracht wurde, die genauso gut funktioniert, aber sicherer ist und daher auch bei Patienten, denen es schlechter geht, eingesetzt werden kann. Dank TAF-basierter Produkte stiegen die Umsätze von Gilead im Bereich HIV um 15 % im Jahresvergleich in Q2.

Das Unternehmen kann die geringeren Preise der anderen Medikamente ausgleichen, wenn Epclusa ein Hepatitis-C-Medikament für alle Genotypen, das diesen Sommer von der FDA zugelassen wurde, einen guten Start hinlegt. Gilead positioniert Epclusa, um Sovaldi bei Patienten mit Genotyp II und III zu ersetzen. Da dieses Medikament teurer ist als Sovaldi, könnte ein guter Start auf dem Markt die Margen erhöhen und die Gewinne deutlich steigern. Laut der CreditSuisse stieg das Verschreibungsvolumen von Epclusa und Sovaldi im Vergleich zu Q2 um 19 %, während das Verschreibungsvolumen von Sovaldi in Q3, verglichen mit Q2, um 37 % fiel.

Es könnte auch helfen, wenn das Management die Kosteneinsparungen erhöhen würde. Das betrifft insbesondere die allgemeinen und Verwaltungskosten. Darüber hinaus könnten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gesenkt werden. Am Ende von Q2 senkte das Management das Ziel für die Vertriebs- und Verwaltungskosten um 300 Mio. US-Dollar.

Ein Blick in die Zukunft

Die kurzfristigen Probleme sind beträchtlich, aber wenn die Umsätze im Bereich HIV, die Umsätze von Epclusa und die Kosteneinsparungen den Gewinn erhöhen, dann könnte die Aktie wieder durchstarten.

Wenn die Zahlen von Q3 aber noch einmal enttäuschen, dann könnte die Schwächephase noch etwas länger anhalten. Daher wäre es vielleicht am Besten, wenn die Investoren einfach auf Kurs bleiben würden. Immerhin hatte die Aktie von Gilead in der Vergangenheit schon mit solchen Rückschlägen zu kämpfen und trotzdem haben die Investoren seit 2011 265 % Kursgewinne gemacht. Und das ist immerhin besser, als die 86 % Rendite des S&P 500.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt Express Scripts. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Short Oktober 2016 $85 Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und wurde am 20.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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