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520 Milliarden gute und eine schlechte Nachricht für E.ON und Innogy

Foto: Wikimedia Commons

Eine Studie des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomik beziffert die Kosten der Energiewende für den Endkunden auf 520 Mrd. Euro. Diese beeindruckende Zahl enthält alle Mehrkosten im Zeitraum von 2000 bis 2025. Die gute Nachricht für die Endkunden ist also, dass ein Teil der Rechnung bereits bezahlt ist. Die schlechte Nachricht ist, dass ein Großteil, nämlich 370 Mrd. Euro, noch aussteht.

Hauptreiber der Kostensteigerungen sind laut der genannten Studie die Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) und der notwendige Netzausbau zur Integration dieser dezentralen Energieerzeugungslagen in das deutsche Übertragungs- und Verteilnetz.

Gute Nachrichten also für E.ON (WKN:ENAG99) und Innogy (WKN:A2AADD). Beide Unternehmen sehen nämlich insbesondere in der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen und im Betrieb von Verteilnetzen künftig große Geschäftschancen. Dennoch sollten Investoren einen kritischen Punkt dieser Meldung nicht übersehen.

Die EEG-Umlage

Sowohl E.ON als auch Innogy erhoffen sich künftiges Wachstum durch die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Egal ob diese Energie mittels Photovoltaik-Anlagen, Windkraftanlagen an Land oder auf See erzeugt wird, die Geschäftslogik ist dieselbe. Energie aus erneuerbaren Energiequellen wird nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz mit einem fixen Preis pro erzeugter Kilowattstunde vergütet. Mit dieser fixen Vergütung finanzieren E.ON und Innogy die Errichtung und den Betrieb dieser Anlagen.

Derzeit ist diese fixe Vergütung allerdings höher als der Marktpreis für Strom an der Stromgroßhandelsbörse. Diese Differenz wird über die bereits erwähnte EEG-Umlage ausgeglichen, die alle Endverbraucher bezahlen müssen. Die oben erwähnten Kosten für die Endverbraucher kommen also E.ON und Innogy zugute. Im Gegenzug sorgen die Unternehmen dafür, die Energiewende in Deutschland voranzubringen und die Abhängigkeit von endlichen und umweltbelastenden Energiequellen – wie Atomkraft, Kohle und Gas – zu verringern.

Natürlich profitieren nicht nur die beiden genannten Unternehmen von diesem politisch gewollten Markteingriff. Eine Vielzahl anderer Unternehmen und auch eine Vielzahl von Privatpersonen, die ebenfalls Energie aus Photovoltaik-Anlagen erzeugen, profitieren von diesen Regelungen.

Netzausbau

Um die oben genannten regenerativen Energieerzeugungsanlagen in das bestehende Stromnetz zu integrieren sind umfangreiche Investitionen in das Stromnetz erforderlich. E.ON und Innogy sind Eigentümer und Betreiber von Verteilnetzen in Deutschland und müssen diese notwendigen Investitionen umsetzen.

Für den Ausbau und den Betrieb der Verteilnetze kassieren die Netzbetreiber, also neben vielen anderen Unternehmen auch E.ON und Innogy, Netzentgelte von den Endkunden. Das heißt, die notwendigen Investitionen werden schlussendlich vom Endkunden finanziert. Allerdings wird die Höhe der Netzentgelte von Bundesbehörden überwacht, um zu hohe Entgelte zu unterbinden.

Nach der bereits erwähnten EEG-Umlage sind die steigenden Netzentgelte der zweitgrößte Bestandteil der in der Studie genannten Mehrkosten. Allerdings gilt auch hier: Ohne Investitionen in den Netzausbau kann die Energiewende in Deutschland nicht gelingen.

Vorsicht vor der Abhängigkeit von der Politik

Für eine mögliche Investition in E.ON und Innogy bedeutet die Studie zunächst einmal eine gute Nachricht. Immerhin bestätigt die Studie das große Marktpotential der von E.ON und Innogy besetzen Geschäftsfeldern „Erneuerbare Energien“ und „Energienetze“.

Kritisch muss man allerdings die Abhängigkeit beider Geschäftsfelder von gesetzlichen Eingriffen ansehen. Sowohl die EEG-Umlage als auch die Netzentgelte sind völlig bzw. indirekt abhängig von politischen Entscheidungen.

Eine Kürzung der garantierten EEG-Umlagen könnte die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen und Windkraftanlagen deutlich negativ beeinflussen. Eine Verschärfung bei der Überwachung der Netzentgelte könnte die Gewinnaussichten des Geschäftsfelds „Energienetze“ ebenfalls absenken.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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