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Sieben großartige Gründe, um die Aktien von Twitter zu verkaufen

Bildquelle: Twitter

Twitter (WKN:A1W6XZ) hat in den letzten 12 Monaten fast 50% seines Wertes verloren und wird aktuell mit 35% Rabatt verglichen mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Börsenganges gehandelt. Dieser scharfe Einbruch macht die Aktie preislich gesehen sehr verlockend, das ist sie aber nicht. Stattdessen sollte man sich vielleicht besser überlegen, Twitter zu verkaufen. Und zwar aus sieben einfachen Gründen:

BILDQUELLE: GETTY IMAGES

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1. Die Käufer suchen das Weite

Twitter ist Anfang Oktober auf einmal auf 25 US-Dollar gestiegen. Grund dafür waren Gerüchte um eine Übernahme. Disney (WKN:855686) wäre angeblich interessiert gewesen, Twitter zu kaufen, um eine neue Online-Plattform für Nachrichten, Sport und Unterhaltung zu bekommen. Dieses Wachstum könnte die Schwäche im Bereich Fernsehkanäle von Disney ausgleichen, was darauf zurückzuführen ist, dass viele Abonnenten auf Online-Konkurrenzangebote umsteigen. Salesforce (WKN:80B87V) zog es auch in Erwägung Twitter zu kaufen. Vermutlich lag das daran, dass das soziale Netzwerk von Verkäufern häufig benutzt wird, um potentielle Käufer zu finden.

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Aber dann war es mit den Gerüchten auf einmal vorbei – wahrscheinlich weil die potentiellen Käufer erkannt hatten, dass ein Kauf der Plattform von Twitter auch jede Menge Probleme mit sich bringen würde.

2.Das Nutzerwachstum

Das größte Problem von Twitter ist das langsame Nutzerwachstum. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg im letzten Quartal nur um 3% auf 313 Millionen. Verglichen mit einem Wachstum von 3% in Q1 und einem Wachstum von 15% im Vorjahresquartal.

Im Vergleich dazu konnte Facebook (WKN:A1JWVX) seine monatlich aktiven Nutzer jährlich um 15% auf 1,71 Milliarden im letzten Quartal erhöhen. Ohne neues Nutzerwachstum werden die Unternehmen wohl eher auf Facebook und Google von Alphabet setzen anstatt auf Twitter.

3. Das Umsatzwachstum verlangsamt sich

Da es bei den monatlich aktiven Nutzern kaum mehr Fortschritte gibt, ist es wenig überraschend dass das Umsatzwachstum von Twitter sich auch verlangsamt. Die Umsätze stiegen im letzten Quartal im Jahresvergleich um 20%, aber das war gleichzeitig auch das langsamste Wachstum seit dem Börsengang im Jahre 2013. Die Umsätze stiegen 2015 um 59%, sollen dieses Jahr aber nur noch um 15% und nächstes Jahr um 13% steigen.

QUELLE: YCHARTS

4. Die neuen Initiativen funktionieren nicht

Viele der neuen Werbeinitiativen funktionieren einfach nicht. Der ehemalige CEO Dick Costolo dachte, dass niedrigere Preise für die Kunden für bestimmte Interaktionen (einen Klick, eine Antwort, einen Re-Tweet oder einen Favoriten) kleinere Unternehmen dazu bringen würde, auf Twitter zu werben. Satt dessen erlaubte das nur den bestehenden Kunden weniger Geld für weniger Werbung zu bezahlen.

Der aktuelle CEO Jack Dorsey glaubte, dass Geschichten mit „Moments“ die großen Werbekunden zurückbringen würden, aber das Interesse an dieser Plattform verflüchtigte sich schnell wieder. Darüber hinaus konnte sie auch nicht mit den Konkurrenten wie Snapchat Life Storys und Facebooks Instagram Storys. Twitter hat auch in den Bereich Video expandiert und die beiden Unternehmen Vine und Periscope, aber auch diese Übernahmen haben Twitter nicht zu einer Videoplattform wie YouTube oder Facebook gemacht.

5. Nicht existente Gewinne und hohe Aktienvergütungen

Twitter ist auf GAAP-Basis auch nicht profitabel. Im letzten Quartal hat das Unternehmen einen Nettoverlust von 103 Millionen US-Dollar gemeldet, verglichen mit einem Verlust von 137 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Der Hauptschuldige dafür sind aktienbasierte Vergütungen.

Während des zweiten Quartals gab Twitter 28% seiner Umsätze für aktienbasierte Vergütungen aus. Facebook, das auch auf GAAP-Basis profitabel ist, gab nur 13% seiner Umsätze für aktienbasierte Vergütungen im letzten Quartal aus. Durch diesen inflationären Gebrauch von Aktienbonuszahlungen anstatt von Barauszahlungen wurde die Zahl der Aktien von Twitter seit dem Börsengang deutlich erhöht – das hat die Bewertung aufgebläht und macht das Unternehmen als Übernahmeziel weniger attraktiv.

QUELLE: YCHARTS

6. Die Insider verkaufen

Diese hohen aktienbasierten Vergütungen könnte man Twitter vielleicht etwas leichter verzeihen, wenn die Insider einfach ihre Aktien behalten oder mehr auf dem offenen Markt kaufen würden. Doch leider haben die Twitter-Insider über 4,5 Millionen Aktien in den letzten sechs Monaten verkauft und nur 67 000 gekauft. Das deutet schon an, dass Twitter definitiv nicht vor einer Trendwende steht.

7. Ein abgelenkter CEO

Bei all diesen Problemen braucht Twitter einen Chef, der auf das Unternehmen konzentriert ist. Trotzdem ist Jack Dorsey nicht nur Chef von Twitter sondern auch des Online-Zahlungsdienstes Square. Die Unterstützer von Dorsey glauben aber, dass er als Mitbegründer von Twitter und als Gründer von Square am besten qualifiziert ist, um beide Unternehmen zu leiten.

Dass er seine Zeit zwischen zwei sehr verschiedenen Unternehmen aufteilen muss, ist nicht gut für Twitter. Bei Twitter müssen nämlich einige mutige und tiefgreifende Veränderungen stattfinden, um neues Nutzerwachstum und neues Umsatzwachstum zu generieren.

Unterm Strich

Das Beste, was Twitter jetzt noch passieren kann, ist wirklich ein Verkauf. Die potentiellen Käufer werden vielleicht noch etwas warten, bis die Aktie noch weiter gefallen ist. Daher sollten die Investoren die Aktien meiden, außer das Unternehmen unternimmt große Schritte, um diese sieben großen Probleme zu lösen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Facebook, Walt Disney und Twitter. Motley Fool empfiehlt Salesforce.com.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 19.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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