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Commerzbank: Jetzt wird das Tafelsilber verkauft

Die Commerzbank (WKN: CBK100) muss sich möglichst schnell neu positionieren. Um ihr Profil und ihre Finanzen zu stärken, soll deshalb jetzt laut einigen Quellen ein wichtiger Geschäftsbereich veräußert werden.

Diese Strategie könnte die Commerzbank in den kommenden Monaten grundlegend verändern.

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So könnte ein Verkauf aussehen

Die Commerzbank plant derzeit sein Segment Equity Markets Commodities (EMC) zu veräußern. Dazu gehören vor allem der Handel mit Derivaten, Zertifikaten und ETFs. Da die Commerzbank, ähnlich wie die Deutsche Bank (WKN: 514000), derzeit versucht sich neu zu erfinden und ihre Kapitalposition zu stärken, liegt ein Verkauf eigentlich nahe.

Bisher hat die Commerzbank ein umfangreiches Derivategeschäft. Sie hat eine der größten Derivatesparten der europäischen Finanzbranche und ist in Deutschland führend bei Hebelpapieren. Auch im ETF-Geschäft wollte man kräftig mitmischen, allerdings kamen hier Deutsche Bank und BlackRock schneller und haben mittlerweile mit ihren ETF-Paletten db X-trackers und iShares den Markt im Griff.

Der EMC-Geschäftsbereich scheint aber interessant und stark genug zu sein, um nicht in einem Verzweiflungsverkauf verscherbelt werden zu müssen. Deshalb vermuten viele, dass die Commerzbank dafür einen Börsengang in Erwägung zieht. Bisher wurde dieser bei Nachfragen als eine von mehreren Möglichkeiten präsentiert. Falls man sich gegen einen Börsengang entscheidet, dürften aber einige andere Großbanken Interesse an der Sparte haben. Zumindest bietet sich dadurch für die Commerzbank die Gelegenheit eines historischen Richtungswechsels.

Eine Trennung könnte bei einer klugen Profilschärfung helfen

Der Vorstandschef hat zurecht darauf hingewiesen, dass der Handel mit exotischen Derivaten und ETFs zu viel Kapital benötigt. Die Commerzbank ist derzeit darauf angewiesen, seine Geschäftsbereiche stärker zu fokussieren, um die aktuellen Schwierigkeiten zu bewältigen.

Da das Investmentbanking die Bank in die derzeitige Krise gebracht hat, erscheint es nur richtig, sich davon trennen zu wollen, um sich wieder auf klassische Finanzdienstleistungen konzentrieren zu können. Schließlich hat die Commerzbank über zehn Millionen Kunden und über 1.000 Filialen. Darauf kann die Bank in Zukunft aufbauen. Dabei will man sich klar von der Deutschen Bank distanzieren, die derzeit in einer großen Krise steckt und noch immer an ihrem riesigen Investmentbanking hängt.

Die Commerzbank hat erst kürzlich mit Broschüren geworben, die verlauten ließen „Es gibt eine deutsche Bank, die an Ihrer Seite bleibt.“ Das ist ein offensichtlicher Seitenhieb gegen den Wettbewerber.

Endlich echtes Investmentbanking

Im Falle eines Börsengangs wäre auch eine reine Investmentbank geschaffen und das hätte viele Vorteile. In schlechten Zeiten könnte man sich dort nicht mehr von anderen Geschäftsbanken subventionieren lassen. Eigene Fehler müssten dann auch aus eigener Tasche bezahlt werden.

Außerdem gäbe es das sogenannte „too big to fail“ Problem nicht mehr, bei dem eine ganze systemrelevante Bank gerettet werden muss, auch wenn die Ursache einer Krise eigentlich nur in einem Teilbereich zu finden war. Angestellte hätten so weniger Grund zu glauben, dass sie im Notfall vom Staat gerettet werden.

Ein Verkauf könnte also für alle Beteiligten eine Gewinnsituation sein. Es bleibt spannend, ob bald eine neue deutsche Investmentbank an der Börse notiert ist.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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