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Verspricht die Deutsche Rohstoff mehr, als sie halten kann?

Foto: Pixabay, Wilhei

Als die Rohstoffpreise vor einigen Jahren in fast unglaubliche Höhen schossen, haben sich viele etwas neidisch gefragt, warum Deutschland eigentlich beim Spiel der großen Bergbau-Konzerne praktisch nicht beteiligt ist. Während anderswo die Gewinne sprudelten, ächzte man unter hohen Importkosten. Folglich wurde 2010 die Deutsche Rohstoffagentur ins Leben gerufen, und Kanzlerin Merkel reiste 2011 sogar bis in die Mongolei, um eine Rohstoffpartnerschaft zu gründen.

Zwischenzeitlich hat sich eine 2006 gegründete Aktiengesellschaft mit dem vielsagenden Namen Deutsche Rohstoff (WKN:A0XYG7) zu einem aussichtsreichen kleineren Spieler der Branche gemausert. Aber kann sie langfristig das Vakuum ausfüllen und Deutschland so zu einer sichtbaren Präsenz im weltweiten Bergbausektor verschaffen?

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Was mir Hoffnung macht

Nach einem sehr schwachen Kursverlauf seit den Hochs im November 2013 zeigte die Aktie seit Jahresbeginn einen sehr positiven Verlauf, und bei der Marktkapitalisierung kam das Unternehmen Anfang Oktober wieder solide über die 100 Mio. Euro.

Gut gewählt wurde die Zeitspanne für das Aktienrückkaufprogram. Von August bis Dezember 2015 wurden für knapp 2 Mio. Euro 128.000 Stücke zu einem Durchschnittspreis von 15,54 Euro eingesammelt. Das macht nicht so viel aus, aber es wurde etwas Wert für die treuen Aktionäre geschaffen.

Gleichzeitig wurde die Hochzinsanleihe von 2013 im Juli dieses Jahres vorzeitig zur Hälfte gekündigt und eine neue Anleihe zu besseren Konditionen begeben. Auch wenn Letztere nur teilweise gezeichnet wurde, trugen diese Maßnahmen dazu bei, das Unternehmen bilanziell besser aufzustellen.

Rückendeckung erhält das Unternehmen durch eine 6-prozentige Beteiligung des Risikokapitalarms der BASF (WKN:BASF11). Der ebenfalls in der Rhein-Neckar-Region angesiedelte Chemieriese hat ein natürliches Interesse an einer zuverlässigen Rohstoffversorgung. Ein einheimischer Partner mit viel Expertise könnte ihm langfristig von hohem Nutzen sein.

Statt Bergbau besteht das Kerngeschäft derzeit allerdings noch aus der Förderung von Öl und Gas in den USA. Damit hängen die kurz- bis mittelfristigen Gewinnaussichten der Heidelberger stark vom Ölpreis ab. Dass der sich jetzt oberhalb von 50 Dollar festgesetzt hat, lässt jedenfalls darauf hoffen, dass die aktuellen Projekte solide Gewinne abwerfen werden.

Eine interessante Initiative ist daneben die deutsche Tochter Ceritech, die sich auf die innovative Gewinnung von Seltenerden-Metallen aus industriellen Halden fokussiert. Sollte das Konzept aufgehen und die Preise wieder nach oben tendieren, dann könnte daraus eine zweite Säule des Konzerns werden.

Was mich stutzig macht

Der Erfolg der Deutschen Rohstoff basiert vor allem auf einem einzigen Volltreffer. Dem 2011 gegründeten Jointventure Tekton Energy gelang es, ein Ölfeld zu entwickeln und dann die Anteile kurz vor dem Einbruch zu einem Spitzenpreis abzustoßen.

Dabei wurde aber eine wahrscheinlich einmalige Sondersituation ausgenutzt. Ob solch ein Erfolg wirklich wiederholbar sein wird, steht in den Sternen. Bis dahin müssen kleinere Brötchen gebacken und sicherlich auch der ein oder andere Rückschlag hingenommen werden. Allein schon ein erneutes Einbrechen des Ölpreises auf unter 40 Dollar würde ein großes Fragezeichen hinter die Wirtschaftlichkeit der aktuellen Projekte setzen.

Im Übergangsjahr 2015 wurden nur minimale Umsätze generiert. Vor diesem Hintergrund erscheint es geradezu grotesk, dass die Deutschen sich in ihrer Jahrespräsentation mit den globalen Schwergewichten messen. Dass man durch den einen hochprofitablen Deal relativ gesehen besser dasteht als die gebeutelte Konkurrenz, muss man glaube ich nicht ganz so hoch hängen.

Hinzu kommt, dass man sich als Global Player mit Projekten „auf vier Kontinenten“ darstellt. Dabei wirken die Aktivitäten in Deutschland eher wie Bastelstuben, und mit den Projekten rund um das besonders harte Metall Wolfram in Spanien, Südkorea und Australien ist es auch nicht so weit her. Dabei handelt es sich um eine 12,6 % Beteiligung an einem Pennystock, was für mich eher wie eine große Wette erscheint.

Was wir daraus machen können

Trommeln gehört bei der Entwicklung von Bergbau-Projekten zum Geschäft, weshalb wir hier vielleicht etwas Toleranz walten lassen sollten. Auf alle Fälle ist es aber wichtig, sich zu vergewissern, wo die Chancen wirklich liegen. Auch wenn das Management die Aktivitäten etwas gestreut hat, kommt es zunächst auf den Erfolg der Ölfelder in den USA an.

Derzeit niedrige Kosten für Dienstleister und ein leicht gestiegener Weltmarktpreis sorgen für etwas Rückenwind. Für die Heidelberger wäre wichtig, dass dieser anhält und nicht wie Hurrikan Matthew nur einmal durchfegt.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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