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Wird dieser Unfall zu einer Katastrophe für Barrick?

Foto: Pixabay, stevebidmed

Barrick Gold (WKN:870450) hat im September die Arbeiten in der Veladero-Mine in Argentinien vorübergehend unterbrechen müssen, um einem Ersuchen der Regierung nachzukommen. Es waren nämlich Chemikalien ausgetreten. Diese Woche kündigte das Unternehmen an, dass der Betrieb wieder aufgenommen worden wäre. Ursprünglich schien das Management sehr zuversichtlich zu sein, dass es sich dabei um keinen schweren Vorfall handle. In einer Presseerklärung wurde angegeben, „man erwarte nicht, dass es beim operativen Ausblick für die Veladero-Mine 2016 Komplikationen geben würde.“

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Das Unternehmen hat vielleicht die Schwere dieses Vorfalls unterschätzt. Das Management hat vor Kurzem angegeben, man werde die Auswirkungen dieser temporären Betriebspause bei der Veladero-Produktion 2016 neu bewerten.

Veladero unter der Lupe

Die Veladero-Mine ist die größte Mine von Barrick in Argentinien. Im Jahr 2015 produzierte die Mine 602.000 Unzen Gold zu nachhaltigen Gesamtkosten von 946 US-Dollar pro Unze. Das ist ein Rückgang seit dem Jahr 2014, als 722.000 Goldunzen mit nachhaltigen Gesamtkosten von 815 US-Dollar pro Unze produziert werden konnten. Basierend auf den bestehenden Reserven und den Reserven und der Produktionskapazität erwartet das Unternehmen, dass die Mine noch weitere 8 Jahre in Betrieb sein wird.

2015 machte Veladero, eine von Barricks 5 wichtigsten Minen, etwa 10 % der gesamten Goldproduktion des Unternehmens aus. Die Mine könnte dieses Jahr im Portfolio des Unternehmens sogar eine noch prominentere Rolle einnehmen. Im Jahresbericht wurde für die Veladero-Mine eine Goldproduktion von zwischen 603.000 und 690.000 Unzen vorhergesagt. Das wären etwa 12,5 % der jährlichen Goldproduktion von Barrick.

Dieser Anstieg, verglichen mit dem Jahr 2015, wurden besserer Minenaktivität und höherem Goldgrad im Gestein zugeschrieben. Das Management nannte auch das bessere operative Management als einen der Faktoren, die für den Produktionsanstieg verantwortlich waren. Es bleibt abzuwarten, ob diese Faktoren auch das Scheitern des Managements bei diesem Vorfall ausgleichen können und ob das Unternehmen seinen Ausblick für dieses Jahre erreichen kann.

Ein schmaler Grat

Aktuell ist unbekannt, ob die Regierung von Argentinien Barrick für das Austreten der Chemikalien eine Strafe auferlegen wird. Basierend auf der jüngeren Vergangenheit bei Veladero, sollte es aber keine Überraschung sein, wenn Barrick gebeten würde, tief in die Tasche zu greifen.

2013 zahlte das Unternehmen schon 1,2 Mio. US-Dollar Strafe für eine übermäßige Ansammlung von Chemikalien in dieser Mine. Im März dieses Jahres verhängte die Minen-Regulierungsbehörde eine Verwaltungsstrafe von 9,5 Mio. US-Dollar für ein Vorkommnis aus dem letzten Jahr, wobei eine Fehlfunktion bei einem Ventil in der Pipeline zu einem Ausströmen von einer zyanidhaltigen Lösung in ein anliegendes Gewässer geführt hatte. In diesem Fall erreichten die Chemikalien aber nicht das Gewässer, daher ist dieser Vorfall nicht so schlimm, wie der vorhergehende. Darüber hinaus meldet das Unternehmen, dass die Untersuchungen der Oberfläche und des Gewässers intensiviert würden und bisher keine Anomalien festgestellt werden konnten.

Das Erfüllen von Regulierungen in Bezug auf die Umwelt, Gesundheit und die Sicherheit ist wichtig für Unternehmen im Minenbereich. Daher stellt es ein konstantes Risiko dar, wenn diese Richtlinien nicht erfüllt werden sollten.

VELADERO LIEGT ETWA 230 MNORDÖSTLICH VON SAN JUAN. BILDQUELLE: BARRICK GOLD

VELADERO LIEGT ETWA 230 MNORDÖSTLICH VON SAN JUAN. BILDQUELLE: BARRICK GOLD

Obwohl die Risiken beträchtlich sind, werden die Minen nur selten wegen solcher Vorfälle mit Strafen belegt. Z. B. haben Newmont Mining Corp. und Yamana Gold, 2 der führenden Konkurrenten von Barrick, in mehr als 5 Jahren keine einzige Strafe bezahlt.

Frisch aus der Presse

Obwohl Barrick geglaubt hatte, man habe den Wünschen der argentinischen Regierung letzte Woche entsprochen, sagte ein argentinischer Richter, er würde es dem Unternehmen erlauben, den Betrieb wieder aufzunehmen, wenn das Unternehmen den Vorfall entsprechend behandeln würde. Dieser Richter fand aber, dass das Verhalten von Barrick nicht ausreichend gewesen wäre.

Der Richter hatte seine Entscheidung auf einen Bericht der Provinzpolizei basiert, der zu dem Schluss gekommen war, dass Barrick es nicht geschafft habe die entsprechenden Sicherheitskameras und -sensoren zu installieren, die helfen könnten, in Zukunft solche Vorfälle zu vermeiden.

Ein paar Tage nach der Entscheidung des Richters, entschieden die Behörden vor Ort, dass die Maßnahmen von Barrick zur künftigen Vermeidung solcher Vorfälle angemessen gewesen wären und erlaubten es dem Unternehmen den Betrieb wieder aufzunehmen.

Unterm Strich

Obwohl die Aussetzung des Betriebes die Leistung der Mine für dieses Jahr beeinträchtigen könnte, ist der Vorfall keine Katastrophe. Da die Chemikalien die Wasserwege nicht erreicht haben, ist es möglich, dass die argentinische Regierung sich gegen Verwaltungsstrafen entscheidet, was wiederum andeuten würde, dass der Vorfall nicht so ernst gewesen wäre, als dass er Auswirkungen auf die Finanzen haben würde.

Barrick meldete im Jahr 2015 9,03 Mrd. US-Dollar Umsatz. Das bedeutet, selbst wenn das Unternehmen eine Strafe bekommen würde, dann würde das wahrscheinlich zu vernachlässigende Auswirkungen haben, genau wie die letzte Strafe in Höhe von 9,5 Mio. US-Dollar, die auch kaum jemand bemerkt hatte. Natürlich sind die Untersuchungen noch im Gange und neue Daten könnten beweisen, dass der Vorfall schlimmer ist als ursprünglich erwartet. Die Zahl der Vorfälle in der Veladero-Mine ist bemerkenswert und damit auch ein Vorbote möglicher, weiterer Probleme. Sollte es dazu kommen, werden die Auswirkungen davon aber wahrscheinlich nicht besonders groß sein.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Scott Levine auf Englisch verfasst und wurde am 06.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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