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3 Dinge, die du über die Herabstufung der Gilead Sciences Aktie wissen solltest

Foto: Pixabay, jarmoluk

Es ist gerade einige Wochen her, dass Analysten der Berenberg Bank erklärt haben, dass die Aktie von Gilead Sciences (WKN:885823) unterbewertet und bestens gerüstet sei, Investoren einen Gewinn von 42 % zu bescheren. Ach, die guten alten Zeiten.

Ich hoffe, du hast diese Zeiten genossen, denn heute steht die Gilead Sciences Aktie in einem ganz anderen Licht – und der neue Ausblick ist nicht ganz so optimistisch. Vor einigen Tagen kündigten Analysten der Leerink Partners an, dass sie ihre Einschätzung zu Gilead grundlegend geändert und die Aktie von „überdurchschnittliche Performance“ auf „Marktdurchschnitt“ heruntergestuft haben.

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Natürlich bedeuten diese Nachrichten nicht Gileads Ende. Leerink ist immer noch der Meinung, dass die Gilead-Aktie mit knapp 80 US-Dollar das Papier unter Wert verkauft wird. Aber während Leerink den wahren Wert der Aktie zuvor auf 112 US-Dollar geschätzt hat (42 % unter dem tatsächlichen Kurs – genauso wie auch Berenberg), suggeriert das neue Kursziel der Analysten von 94 US-Dollar, dass die Gilead-Aktie nur noch halb so viel wert ist, wie wir angenommen hatten.

Hier sind drei Dinge, die du darüber wissen solltest.

Gilead Sciences Investoren blüht vielleicht ein niedrigerer Gewinn, als sie gedacht haben. Bildquelle: Getty Images.

Gilead Sciences Investoren blüht vielleicht ein niedrigerer Gewinn, als sie gedacht haben. Bildquelle: Getty Images.

1. Das Hepatitis-C-Geschäft sieht miserabel aus

Vor einigen Wochen schrieb Berenberg, dass es große Hoffnung in Gileads schimmerndes Hepatitis-C-Geschäft legt, das auf eine Reihe von bahnbrechenden Medikamenten aufbaut, die nicht nur Symptome der Krankheit lindern, sondern sie tatsächlich heilen. Umgeben von harter Konkurrenz durch Player wie Merck (WKN:659990) und AbbVie (WKN:A1J84E) hat Gilead seine Hepatitis-C-Sparte in nur einigen Jahren von Grund auf zu einem 19-Milliarden-Dollar-Business herangezogen. Das Problem ist allerdings, dass ein von der Krankheit geheilter Patient keine weiteren Medikamente benötigt; und das stellt das Umsatzwachstum des Unternehmens vor eine Herausforderung.

2. Wie schlimm wird es?

Berenbergs Ansicht zufolge soll sich der rückläufige Umsatz für Medikamente wie Sovaldi und Harvoni in den nächsten drei bis vier Jahren aller Voraussicht nach halbieren und im Jahr 2019 nur noch 10 Mrd. US-Dollar betragen. Leerinks Prognose ist noch düsterer.

Wie in einem Bericht auf StreetInsider.com jüngst erläutert, glaubt Leerink, dass „der Hepatitis-C-Umsatz schneller und tiefer sinken wird, als wir und allgemeine Konsensprognosen zuvor geschätzt haben.“ Wie schnell? Wie tief? Der Analyst erläutert: „Die Prognose für den Hepatitis-C-Umsatz für 2017 wurde um 17 % zurückgeschraubt, für darauffolgende Jahre sogar um 20-25 %. Das entspricht einer Herabstufung des prognostizierten Umsatzes für jedes Jahr nach 2017 um 2-2,5 Mrd. US-Dollar.“

Hochgerechnet bedeutet das, dass aus 19 Mrd. USD schon nächstes Jahr nur noch 16 Mrd. USD werden können. Bis 2019 könnten es bereits 11 Mrd. USD sein, bis 2021 nur noch 6 Mrd. USD und und und … ich denke, du hast es kapiert. Zusätzlich warnt Leerink, dass diese „niedrigen Prognosen unvermeidbar mit einem Margenverfall verknüpft sind.“ Also sinkt nicht nur der Umsatz, sondern auch die Gewinnmarge dieses Umsatzes.

3. Warte kurz? Hast du wirklich „11 Milliarden USD bis 2019?“ gesagt

Genau, du hast richtig gehört. Wenn Leerink jedoch sagt, dass der Hepatitis-C-Umsatz bis 2019 auf 11 Milliarden USD abfallen wird und Berenberg uns bereits mitgeteilt hat, dass es bis 2019 von einem Abfall auf sogar 10 Milliarden USD ausgeht – aber dennoch glaubt, dass die Aktie trotz dieser Prognose eine Kaufoption ist – dann könnte dies sogar eine gute Nachricht sein.

Außerdem unterstellt Leerinks dringende Warnung, dass Gilead bis 2020 einen Gesamtumsatz von 26 Milliarden USD generieren wird (mit Hepatitis-C und anderen Medikamenten). Das liegt 20 % unter dem heutigen Wert (Daten von S&P Global Market Intelligence zufolge betragen die Umsatzerlöse aus allen Einnahmequellen der vergangenen 12 Monate 32,4 Mrd. USD). Gilead hat mit einem sinkenden Umsatz in einem Markt zu kämpfen, in dem Merck und AbbVie immer noch wachsen. (Analysten schätzen Mercks und AbbVies langfristige Gewinnwachstumsraten auf 6 % bzw. 16 %.) Aber das ist immer noch mehr als der Umsatz von 24,9 Mrd. USD, den Gilead 2014 eingefahren hat, einem Jahr, in dem der Kurs der Aktie zwischen hohen 60 und 110 USD schwankte.

GILD DATA BY YCHARTS.

Die entscheidende Frage lautet: Value oder Wachstum?

Das klingt gar nicht so schlecht. Außerdem rechnet Leerink für 2020 mit einer operativen Gewinnmarge von 64 %. Das entspricht in etwa der Marge, die das Unternehmen heute und auch schon 2014 erwirtschaftet hat.

Das Risiko, dem Gilead-Aktionäre ausgesetzt sind, ist natürlich die Tatsache, dass Investoren, die die Aktie während der Aufschwungphase vor zwei Jahren für weit über 100 US-Dollar gekauft haben, weniger davon begeistert sind, jetzt weiter in Gilead zu investieren, wo der Umsatz der Hepatitis-C-Geldmaschine rückläufig ist. Tatsächlich sind wir vielleicht sogar gerade dabei, diese Dynamik zu beobachten: Gilead wird gerade einmal für ein 3,2-Faches seines Umsatzes der letzten zwölf Monate gehandelt. Merck und AbbVie weisen dahingegen Werte von 4,4 bzw. 4,3 auf.

Im Grunde genommen müssen Investoren heute eine entscheidende Frage beantworten: Angenommen, Analysten liegen richtig, Gileads Hepatitis-C-Umsatz sinkt langfristig und das Unternehmen hat keine Option, diesen Umsatz mit neuen Medikamenten zu ersetzen, ist es es dann wert, heute eine Aktie — in dem Wissen, dass der Gewinn und der Free Cashflow des Unternehmens in einigen Jahren deutlich abnehmen werden — mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 7 zu kaufen?

Berenberg sagt „ja“, Leerinkt „nein“. Schau dir die Bilanzen der Analasten auf Motley Fool CAPS an und entscheide selbst, welche Prognose du für richtig hältst.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von Gilead Sciences. The Motley Fool hält folgende Optionen: Short Oktober 2016 $85 Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 28.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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