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Bombardier im Sturzflug?

Foto: Bombardier

Bombardier (WKN:866671) verliert an Höhe und die Investoren, die die Rally bisher verpasst haben, fragen sich, ob dieser Rücksetzer eine Kaufgelegenheit ist.

Daher wollen wir einen Blick auf den Flugzeug- und Zughersteller werfen, um zu sehen, ob die Aktie einen Platz in deinem Portfolio verdient hat.

Die Probleme mit der CSeries

Die Sorgen von Bombardier kennen die kanadischen Investoren nur allzu gut und der Großteil der Probleme kann auf das CSeries-Programm zurückgeführt werden. Lange Verzögerungen und ernsthafte Budgetüberschreitungen haben das Unternehmen dazu gezwungen 9 Milliarden US-Dollar Schulden aufzunehmen. Das ist viel für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 3 Milliarden.

Die Bilanz ist so überspannt, dass Bombardier 2,5 Milliarden US-Dollar von der Regierung von Quebec und dem Pensionsfonds der Provinz aufnehmen musste. Die Provinz hat dafür einen Anteil von 49,5 % des Geschäfts mit der CSeries bekommen und der Pensionsfonds 30 % an Bombardier Transport.

Klart es bald auf?

Bombardier generiert endlich wieder Umsatz mit der CSeries und das sollte das Problem mit dem negativen Cashflow auch etwas lindern. Swiss International Airlines hat diesen Sommer zwei Jets bekommen und abgesehen von ein paar kleinen Problemchen waren die Kunden auch zufrieden.

Die Analysten hatten ursprünglich erwartet, dass Bombardier 15 Flugzeuge bis Ende 2016 liefern würde. Das hätte dem Unternehmen schon mal sehr geholfen und den Investoren versichert, dass das Programm läuft, aber Bombardier hat gerade eine Warnung herausgegeben, dass man dieses Jahr nur noch sieben Flugzeuge ausliefern würde, da es Verzögerungen beim Motorenlieferanten gibt. Das werden die Umsätze am unteren Ende des Ausblicks für 2016 liegen und der Markt fragt sich, ob es 2017 so schmerzhaft weitergehen wird.

Das Auftragsbuch

Die Aktie ist im Februar auf unter 1 CAD gefallen, als die Investoren zu dem Entschluss gekommen waren, dass das CSeries-Programm die Solvenz des Unternehmens gefährden könnte. Bombardier hat seit September 2014 keine neuen Bestellungen mehr bekommen und der Ausblick für die ganze Industrie ist auch nicht gut.

Aber das änderte sich schnell, als angekündigt wurde, dass  Air Canada, Air Baltic, und Delta Air Lines Flugzeuge bestellt hätten. Die drei Unternehmen bestellten zusammen 127 neue Jets der CSeries und damit waren mehr als 300 Flugzeuge im Auftragsbuch bevor der erste Jet überhaupt geliefert worden war. Die neuen Verträge haben die Aktie auf über 2 CAD pro Aktie gehoben, wo sie auch seit Ende August steht.

In den letzten Wochen hat Bombardier aber wieder mehr als 20 % der Gewinne verloren.

Was ist da nur los?

Die Investoren könnten Angst haben, Bombardier könnte Probleme bekommen weitere Flugzeuge zu verkaufen. Das Unternehmen nahm damit eine „belastende” Abschreibung von 490 Millionen US-Dollar in Q2 für die Flugzeuge auf, die in der ersten Jahreshälfte verkauft wurden.

Die Analysten spekulierten, dass Bombardier den Preis bei den neuen Verträgen deutlich gesenkt habe und das scheint damit auch der Fall zu sein. Ein Bericht legt nahe, dass das Unternehmen einen Rabatt von 75 % an Delta vergeben hat. Wenn die anderen Fluglinien dieselben Konditionen wollen, dann könnte Bombardier Probleme damit haben, weitere Flugzeuge zu höheren Margen zu verkaufen.

Sollte man bei dem Rücksetzer kaufen?

Bombardier verbrennt immer noch jede Menge Geld und wird in den nächsten 12 bis 18 Monaten wahrscheinlich noch mehr Geld aufnehmen müssen. Die Experten sagen, die Bundesregierung wird das nächste Rettungspaket liefern, aber die Verhandlungen gehen weiter und es gibt keine Garantie, dass auch eine Übereinkunft erreicht wird.

Das Unternehmen macht Fortschritte, aber die Probleme sind weiterhin groß und zahlreich. Daher würde ich die Aktie aktuell lieber meiden.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Andrew Walker auf Englisch verfasst und wurde am 21.09.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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