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Diese beiden Milliardäre haben Netflix-Aktien im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollart verkauft

Bildquelle: Netflix.

Zwei milliardenschwere Hedgefondsmanager, Andreas Halvorsen und Chase Coleman III, haben in Q2 fast 20 Millionen Aktien von Netflix (WKN:552484) für über 1,67 Milliarden US-Dollar verkauft. Coleman allein hat 18 Millionen Aktien abgestoßen und damit seine Position komplett aufgelöst.

Halvorsen (Viking Global Investors) und Coleman (Tiger Global Management) sind beide “Tiger Cubs”, das heißt sie haben beide bei Tiger Management gelernt, dem Hedgefonds des legendären Investors Julian Robertson, der die neuen Unternehmen mitbegründet hat. Das sind also Leute, die das oft missbrauchte Label “smart money” auch verdienen.

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Sollte man als Aktionär jetzt auch verkaufen?

Zuerst einmal sollte man betonen, dass du niemals eine Aktie verkaufen solltest, nur weil ein anderer das macht, egal wie berühmt er auch sein mag. Es gibt viele Gründe, warum ein Profi eine Aktie verkaufen könnte – und viele davon haben nichts mit den langfristigen Perspektiven des Unternehmens zu tun. Die Superinvestoren zu verfolgen kann aber sehr gute Gelegenheiten offenbaren, um seine eigene Investmentthese zu überdenken und um zu sehen, ob wir uns noch auf Kurs befinden.

2015 hat die Aktie von Netflix 138 % gewinnen können und war damit die beste Aktie in S&P 500. Aber dieses Jahr hatte das Unternehmen bisher große Probleme. Das zweite Quartal hat positiv begonnen, aber nach der Veröffentlichung der Ergebnisse von Q1 hat die Aktie einen Tagesverlust von 13 % erlitten. Etwas Ähnliches ist am Anfang des aktuellen Quartals passiert.

Was ist da los?

Netflix ist eine Aktie eines führenden Unternehmens in seinem Bereich, das Filme und Serien über Streaming anbietet. Diese werden entweder gekauft, oder selbst entwickelt, und dann einem weltweiten Publikum angeboten. Das Unternehmen steht zwar vor starkem Wettbewerb, aber ich sehe keine Anzeichen dafür, dass sich bei Netflix inzwischen etwas geändert hat. Das Unternehmen hat sogar 130 neue Märkte in diesem Jahr eröffnet.

Die letzten beiden Quartalsberichte haben im Bezug auf das Nutzerwachstum allerdings enttäuscht. Am 19. April sagte Netflix, man erwarte 2 Millionen neue internationale Abonnenten in Q2. Was etwa 15 % weniger als im Vorjahreszeitraum gewesen war. Drei Monate später erreichte das tatsächliche Wachstum dann nur noch 1,5 Millionen neue Nutzer.

Es ist keine Überraschung, dass der Markt anschließend seine Wachstumserwartungen für das Unternehmen etwas niedriger angesetzt hat. Das hat die Frage aufgeworfen, ob Netflix noch eine Wachstumsaktie ist. Die Aktie wird aktuell mit einem Kursgewinnverhältnis von über 500 bewertet, das bedeutet, das Unternehmen muss jetzt einfach Wachstum liefern.

Sollte man verkaufen?

Für einen wertorientierten Investor sieht die Aktie einfach sehr teuer aus. Der Professor der Universität von New York Aswath Damodaran, ein Experte für die Bewertung von Aktien, bewertete die Aktie im Februar mit 61,44 US-Dollar. Das unterstellt ein Umsatzwachstum von 20%, und eine angepeilte Gewinnmarge von 25%. Diese Zahl ist mehr als 1/3 unter dem Tagesschlusspreis vom Donnerstag von 97,34 US-Dollar.

Meine persönliche Meinung dazu spiegelt aber meinen Investitionsansatz wider — das bedeutet, ich finde man sollte bei solchen Aktien skeptisch sein, besonders bei den himmelhohen Bewertungen. Das führt dazu, dass ich sehr viele von diesen Aktien meide, und mir damit auch sehr viel Ärger mit den Flops erspare. Ich habe allerdings auch riesige Wachstumsmöglichkeiten übersehen (ich dachte auch, dass Google überbewertet wäre, als es an die Börse ging). Wenn du also mit der Aktie von Netflix vor 6 Monaten noch keine Probleme hattest, dann glaube ich kannst du sie auch immer noch behalten – unter der Annahme dass du auch einen entsprechenden langen Zeithorizont hast, das bedeutet bis 3 – 5 Jahre Minimum.

Die Wachstumsraten bei den Nutzern und der Börsenkurs können von einem Quartal zum nächsten ziemlich schwanken. Trotzdem kann ich als sehr zufriedener Kunde von Netflix sagen, dass die angebotene Dienstleistung immer noch sehr attraktiv ist. Man hat Filme und Fernsehserien wann man sie sehen möchte, und zwar auf einer benutzerfreundlichen Plattform zu einem vernünftigen Preis. Das ist kein schweres Konzept, aber Netflix hat Zeit und Mühe aufgewendet um eine kundenorientierte Kultur aufzubauen, die auch wirklich funktioniert.

Darüber hinaus vollzieht Netflix gerade erfolgreich den Umstieg zu einem Produzenten von Originalcontent, und ich glaube dass diese Dienstleistung heute sogar interessanter ist als jemals zuvor. Die Netflix „Originals“ sind ein beträchtlicher Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen, CEO Reed Hastings hat es im Juli so ausgedrückt: “Wir möchten uns für die Volatilität entschuldigen… Das große Ganze ist aber immer noch intakt.“

Da stimme ich ihm zu.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix.

Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier, CFA auf Englisch verfasst und wurde am 18.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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