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Haben die Ölaktien jetzt das Schlimmste hinter sich?

Foto: Pixabay, lalabell68

Der Abwärtstrend auf dem Ölmarkt hatte dramatische Auswirkungen auf die Öl- und Gasproduzenten auf der ganzen Welt. Die Produzenten in Kanada wurden davon am härtesten getroffen, weil das Land nicht genug Pipelinekapazitäten hat. Das hat den Preis der Ölsorte Western Canadian Select dieses Jahr auf unter 20 US-Dollar gedrückt. Zum Beispiel Penn West Petroleum (WKN:A1H5YL) hat seine Investitionen um unglaubliche 90 % auf nur mehr 50 Millionen US-Dollar gesenkt.

Da sich die Preise aber immer höher bewegen und in den letzten Monaten stabilisiert haben, beginnen einige Produzenten, die Ausgaben nach zwei Jahren verstörender Einschnitte wieder mehr zu investieren, was schon mal ein Anzeichen ist, dass das Schlimmste hinter ihnen liegt. Andere sind dazu noch nicht bereit.

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Der Weg zurück

Penn West Petroleum hatte viel zu kämpfen, um den Abwärtstrend zu überstehen. Das Unternehmen hat seine Kosten in den letzten beiden Jahren aggressiv gesenkt, Stellen gestrichen, die Dividende ausgesetzt und die Investitionsausgaben auf das absolute Minimum gesenkt. Selbst nach all diesen Kostensenkungen hat es das Unternehmen nur mit Mühe und Not geschafft. Das ist auch der Grund, warum jede Menge Vermögenswerte verkauft wurden, um die Schulden wieder unter Kontrolle zu bekommen. Diese Anstrengungen haben sich aber ausgezahlt. Die Finanzen sind jetzt wieder solide. Daher ist das Unternehmen jetzt wieder in einer Situation, wo zusätzliche Mittel im aktuellen Marktumfeld generiert werden können.

Das Unternehmen plant, etwas von diesem Cashflow zu nutzen, um die Investitionen zu erhöhen. Das Budget für 2016 sieht auch eine Erhöhung um 80 % auf 90 Millionen US-Dollar vor. Dieses zusätzliche Kapital wird 3.000 Barrel von Öläquivalenten pro Tag bis Jahresende bringen und mehr Wachstum 2017 möglich machen. Wie die Dinge jetzt stehen, plant das Unternehmen, das Budget um 150 Millionen im nächsten Jahr zu erhöhen, was ein Produktionswachstum von mindestens 10 % möglich machen sollte.

Wieder auf Kurs und bereit für 2017

Enerplus (WKN:A1H499), hat auch den Großteil des Abwärtstrends damit verbracht, die Kosten zu senken, um die Bilanz damit aufzubessern. Dabei wurden die Ausgaben dieses Jahr um 60 % auf nur noch 200 Millionen US-Dollar gesenkt. Zusätzlich dazu wurden mehrere Unternehmensteile verkauft und neues Aktienkapital ausgegeben, was zusammen die Nettoschulden um 45 % seit Ende 2015 gesenkt hat. Daher ist die Bilanz wieder solide und da sich die Rohstoffpreise gerade wieder verbessern, ist Enerplus wieder dabei zu wachsen.

Das Unternehmen hat im letzten Monat den ersten Schritt gemacht, als das Budget für Investitionsausgaben um 15 Millionen US-Dollar erhöht wurde. Dieses Kapital wird es dem Unternehmen ermöglichen, drei weitere Quellen dieses Jahr zu erschließen und etwa 1.000 Barrel pro Tag mehr zu produzieren. Das Unternehmen plant auch, einen Teil davon zu nutzen, um einige Anlagen für das Bohrprogramm 2017 vorzubestellen. Das sollte die Erhöhung der Produktion im nächsten Jahr möglich machen.

Noch nicht ganz

Während Penn West Petroleum und Enerplus 2017 wieder zum Wachstum zurückkehren, befinden sich nicht alle in diesem Bereich in der Position, die Ausgaben wieder zu erhöhen. Das liegt vorrangig daran, weil diese Unternehmen noch einige Dinge zu klären haben.  Pengrowth Energy(WKN:A1H5DW) konzentriert sich aktuell auf Kapitalerhaltung, denn das Unternehmen hat mehr als 500 Millionen US-Dollar Schulden, die 2017 fällig werden. Das ist der Grund, warum Pengrowth Energy sein Investitionsbudget auf nur noch 65 Millionen US-Dollar dieses Jahr gesenkt hat. Im letzten Jahr waren es im Vergleich dazu noch 183,8 Millionen US-Dollar gewesen und 2014 sogar 904 Millionen. Diese Kostensenkung sollte es dem Unternehmen aber erlauben, etwa 200 Millionen US-Dollar in Barmitteln bis Ende des Jahres aufzubauen, was dann für die Rückzahlung der Schulden genutzt werden soll.

In der Zwischenzeit hat Baytex Energy(WKN:A1H5TA) das Investitionsbudget noch einmal gesenkt. Das Unternehmen hatte ursprünglich geplant, zwischen 325 und 400 Millionen US-Dollar dieses Jahr auszugeben. Der Mittelwert davon wäre eine Reduktion von 53 % von den 521 Millionen US-Dollar gewesen, die das Unternehmen im letzten Jahr ausgegeben hatte. Anfang März wurden die Ausgaben aber um weitere 33 % auf 225 bis 265 Millionen gesenkt und dann gleich nochmal im Juli auf 200 bis 225 Millionen. Baytex Energy hat das nicht gemacht, weil die Ölpreise so niedrig waren, sondern, weil man zusätzliches Geld für die Bedienung der Schulden haben wollte. Das Unternehmen hat zwar keine kurzfristig fälligen Schulden wie Pengrowth Energy, aber immer noch mehr als 1,9 Milliarden US-Dollar and langfristigen Schulden, was im aktuellen Preisumfeld sehr viel ist.

Foolishes Fazit

Einige kanadische Ölunternehmen wachsen wieder nach zwei Jahren voller Kostensenkungen, andere bleiben vorsichtig. Diese Vorsicht kommt von den schwächeren Bilanzen, die sich erst verbessern müssen, bevor sie wieder mehr Geld ausgeben können. Das zeigt, dass einige Unternehmen das Schlimmste noch nicht hinter sich haben, denn sie müssen sich noch mit dem eigenen Überleben beschäftigen, solange der Ölpreis so volatil bleibt und vielleicht auch noch einmal fällt.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und wurde am 08.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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