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Stratasys oder 3D Systems? Was ist der bessere Kauf?

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3D Systems Corporation (WKN:888346) und Stratasys Ltd. (WKN:A15JUR) sind die größten und am besten diversifizierten öffentlich gehandelten Unternehmen im Bereich 3D-Druck. Einige Investoren, die an das langfristige Potenzial dieses Bereichs glauben, werden in zumindest eines der beiden Unternehmen investieren wollen. Die beiden Industrieschwergewichte haben auch viel gemein – Größe, Mix, Modelle und die aktuellen Probleme damit, die Umsätze zu erhöhen, da sich die Nachfrage deutlich verlangsamt hat. Daher kann es schwierig werden, die wichtigen Unterschiede herauszufiltern, um zu bestimmen, welches Unternehmen jetzt das bessere langfristige Investment ist.

Diese Frage wollen wir hier beantworten – oder zumindest einen Einblick bieten.

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BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

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Qualität des Managements: Zu früh, um das zu sagen

„Qualität” bezieht sich hierbei auf die Fähigkeit des Managements, Strategien auszuarbeiten und umzusetzen. Beide Unternehmen hatten in den letzten Jahren Probleme mit der Umsetzung – 3D Systems auf breiter Front und Stratasys bei seiner Desktopsparte MakerBot. Beide haben aber auch neue CEOs seit diesem Jahr und 3D Systems hat auch einen neuen Finanzchef, daher könnte sich hier einiges ändern – im Positiven wie im Negativen.

Wie gut sich die beiden führenden 3D-Druckunternehmen schlagen, wird größtenteils davon abhängen, wie gut ihre neue Führung Strategien ausarbeiten und umsetzen können. Aber es ist noch zu früh, um zu sagen, wer das bessere Management hat.

Geschäftsmodell: Unentschieden

Die beiden Unternehmen haben ähnliche Geschäftsmodelle und einen ähnlichen Mix. Beide verkaufen 3D-Drucker, Hardware und Material für die Drucker und haben ein Service-Geschäft, das 3D-Druck auf Bestellung anbieten.

Beide Unternehmen haben also ein Geschäftsmodell bei dem sie an den Hardware wie auch an den Materialien verdienen. Je mehr Drucker verkauft werden, desto größer sollte auch der Bedarf nach Materialien und Service-Verträgen sein. Diese Geschäftsmodelle können ziemlich lukrativ sein, wenn sie gut funktionieren, denn die wiederkehrenden Einkommensströme bieten meist höhere Margen als der Unternehmensdurchschnitt.

Die Effektivität des Geschäftsmodells wird von der Tatsache illustriert, dass Stratasys zwar bei den Druckerumsätzen im Jahresvergleich 19 % in Q2 eingebüßt hat, die Umsätze im Bereich Materialien sich aber um 11 % erhöht haben. Die Supporteinnahmen, die auch Umsätze aus Service-Verträgen beinhalten stiegen um 11 %.

Das primäre Ziel dieser Unternehmen besteht darin, eine größtmögliche Basis an Druckern aufzubauen, die dann Materialien und Service brauchen.

Die Basis: Stratasys gewinnt


Stratasys hat 156.543 Drucker seiner drei Marken (Stratasys, Objet und MakerBot) im Umlauf (Stand Ende Q2 2016). Natürlich wissen wir nicht, wie viele davon noch drucken. Das Unternehmen behauptet seit Langem, die größte Nutzerbasis in der Industrie zu haben – eine Errungenschaft, die sicher von der Übernahme von MakerBot 2013 herrührt.

Stratasys scheint damit aber in letzter Zeit nicht mehr für sich zu werben, aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich etwas daran geändert haben könnte. 3D Systems legt seine Zahlen hier nicht offen, hat aber den Vormachtanspruch von Stratasys niemals angefochten.

Technologie: Unentschieden (oder 3D Systems, abhängig vom Standpunkt)

3D Systems hat sieben Drucktechnologien, Stratasys drei. 3D Systems ist damit technisch breiter aufgestellt und das sollte theoretisch ein größeres Marktpotenzial und Schutz vor der Konkurrenz bieten. Einige werden diesen Punkt also 3D Systems geben wollen.

Ich bin hier subjektiv und gebe ein Unentschieden. Das liegt daran, dass Stratasys bei der Qualität die Nase vorn hat – zumindest meiner Meinung nach und Qualität ist mindestens genauso wichtig wie Quantität. Die Polyjet Connex-Technologie von Stratasys ist das beste in der Polymer-3D-Drucktechnologie, wenn du mich fragst. (Polymere sind alle Plastikwerkstoffe, aber nicht alle Polymere sind auch Plastik.) Diese Technologie wird besonders in der Unterhaltungsindustrie stark angefragt aufgrund der Fähigkeit, viele Farben und Materialien zu verarbeiten.

Die Investoren werden schon bald einen Vorgeschmack auf die relative Stärke der Wettbewerbsvorteile von 3D Systems und Stratasys bekommen. Mehrere neue Wettbewerber – vor allem HP und Carbon (ehemals Carbon 3D) – haben in letzter Zeit schnelle und interessante Polymer-3D-Drucker für den Markt für Unternehmen veröffentlicht.

Verschiedene Materialien: 3D Systems

3D Systems ist hier im Vorteil, weil das Unternehmen 3D-Drucker verkauft, die auch andere Materialien als Polymere verarbeiten können – nämlich Metalle und Keramik – wogegen Stratasys nur Drucker verkauft, die Polymere drucken. Das sollte 3D theoretisch besser vor der Konkurrenz von HP und Carbon schützen, deren Drucker auch nur Polymere verarbeiten können. Dieser Vorteil wird aber dadurch abgeschwächt, dass 3D und Stratasys auch noch andere Materialien als Polymere verarbeiten können.

Aktuelle Zahlen: Unentschieden

Beide Unternehmen haben Probleme damit, die Umsätze zu erhöhen, da sich für die ganze Industrie die Nachfrage nach 3D-Druckern seit Anfang 2015 reduziert hat. Laut Stratasys liegt das an einer Überversorgung von Druckern, die in den vorhergehenden Jahren verkauft wurden. Das Unternehmen hat auch eingeräumt, dass der erhöhte Konkurrenzdruck die Verkaufszyklen auch verlängert hat, da die Kunden jetzt mehr zur Auswahl haben.

Beide Unternehmen melden weiterhin negative Gewinne nach GAAP. 3D Systems hat sich aber in Q2 besser entwickelt, wenn wir uns den bereinigten Gewinn pro Aktie ansehen. Dieser erhöhte sich von 0,03 auf 0,12 US-Dollar seit dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei Stratasys auch bei 0,12 US-Dollar, was aber einen Rückgang von 0,15 US-Dollar darstellt.

Die GAAP-Bruttomarge von 3D Systems betrug in Q2 50,9 %, im Vorjahreszeitraum waren es noch 47,9 % gewesen. Das Unternehmen konnte Stratasys mit 46,2 % bei dieser wichtigen Kennzahl also übertrumpfen. Die bereinigte Bruttomarge von Stratasys beträgt aber 55,9 %, was die von 3D Systems mit 50 % leicht hinter sich lässt.

Finanzen: Unentschieden

Beide Unternehmen haben saubere Bilanzen mit soliden Barmitteln und keinen langfristigen Schulden. Darüber hinaus melden sie beide weiterhin negative Gewinne, generieren aber zumindest einen positiven operativen Cashflow.

3D Systems generierte in Q2 einen Cashflow von 12,9 Millionen US-Dollar aus dem operativen Geschäft, während Stratasys 6,9 Millionen US-Dollar erreichte. Stratasys hatte am Ende des Quartals aber mehr Barmittel auf der hohen Kante: 253 Millionen im Vergleich zu 176,2 Millionen US-Dollar bei 3D Systems.

Zu knapp, um einen Gewinner zu benennen

Die beiden Unternehmen haben zu viel gemein und haben sich auch ähnlich entwickelt, daher ist es schwer, eines davon als das bessere Investment zu bezeichnen. Natürlich sollte man als Investor auch immer eigene Bewertungen anstellen, wenn man eine Entscheidung trifft.

Viele haben vielleicht schon länger einen Favoriten. Ich empfehle, hier aber ergebnisoffen zu bleiben, besonders jetzt, wo bei beiden die Führung gewechselt hat. Wir sollten schon bald sehen, ob eines der beiden Managements besser arbeitet als das andere.

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Motley Fool empfiehlt 3D Systems und Stratasys.
Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und wurde am 31.08.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

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