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Wie riskant ist die GoPro-Aktie?

Foto: Pixabay, farioff

Der Absturz der Aktie um fast 70 % im vergangenen Jahr macht deutlich, dass GoPro (WKN:A1XE7G) weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Der Actionkamera-Hersteller hatte mit sinkenden Umsätzen, Verspätungen bei Markteinführungen neuer Produkte, zunehmendem Wettbewerb und enttäuschenden Resultaten bei seinen Bemühungen, ein führendes Medienunternehmen zu werden, zu kämpfen.

Angesichts der Herausforderungen, die GoPro meistern muss, um wieder in die Spur zu finden, ist die Frage darüber, ob die GoPro-Aktie immer noch riskant ist, relevanter denn je.

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Ein rasanter Sturzflug

Im ersten Halbjahr 2016 sackte GoPros Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 48,4 % auf 404,3 Mio. US-Dollar ab. GoPro setzte 51,2 % weniger Kameras ab. Dieser Abfall ist größtenteils dem ersten Halbjahr 2015 zuzuschreiben, in dem das Unternehmen von der damals sehr jungen Markteinführung seines Kassenschlagers, der HERO4 Silver und Black, profitierte. Außerdem hat GoPro vor nicht allzu langer Zeit den Entschluss gefasst, seine Produktlinie zu vereinfachen und die Anzahl der für Verbraucher erhältlichen Produktoptionen zu minimieren. Dem CEO Nick Woodman zufolge hat GoPro seine Lagerbestände zwischen dem ersten und zweiten Quartal dieses Jahres um 35 % verringert und das Unternehmen plant, die HERO5-Produktlinie, den Nachfolger der HERO4, Ende dieses Jahr auf den Markt zu bringen.

Sieht man einmal von der verheerenden Preispolitik rund um die HERO4 Session ab, die zu Bestandsabwertungen und Umsatzeinbußen geführt hat, haben neue Produkteinführungen historisch gesehen GoPro stets steigende Umsätze beschert. Wenn es allerdings zwischen den Einführungen neuer großer Produkte einen zu großen Zeitabstand gibt — wie es im ersten Halbjahr 2015 und 2016 der Fall war — laufen die Produkte Gefahr, schnell nicht mehr angesagt zu sein. Und das würde zu drastischen Umsatzeinbußen führen. Da GoPro in erster Linie ein Hardware-Hersteller ist, ist es dem ständigen Druck ausgesetzt, erneuerte Versionen seiner Produkte herauszubringen, um Verbraucher zu fesseln und die Nachfrage wieder anzukurbeln, bevor die Produkte aus der Mode geraten.

BILDQUELLE: GOPRO.

BILDQUELLE: GOPRO.

Schlechtes Karma

Als GoPro seine Ergebnisse für das erste Quartal bekannt gab, verkündete es gleichzeitig, dass sich die Einführung seiner mit Spannung erwarteten Drohne Karma verschieben wird. Sie soll nicht wie geplant im ersten Halbjahr dieses Jahres, sondern erst in der kommenden Weihnachtssaison in den Regalen zu finden sein. Da Karma GoPros erste Drohne ist und bisher noch sehr wenige Details zu ihr enthüllt wurden, gibt es einige Fragen darüber, wie GoPro plant, gegen die Konkurrenten wie DJI und andere bekannte Akteure anzukommen. Ohne detaillierte Angaben zu Karmas wesentlichen Eigenschaften und ihrem Preis ist es unmöglich, einzuschätzen, welchen Einfluss Karma auf die Drohnen-Branche und GoPros Geschäft haben könnte.

Wie mein werter Kollege Leo Sun jedoch bereits erwähnt hat, hat GoPro die Entwicklung seiner Drohne nur zwei Jahre, nachdem der Marktführer DJI seine erste Phantom-Drohne auf den Markt gebracht hat, begonnen. DJI kann auf eine zehnjährige Erfahrung mit der Entwicklung von Drohnen zurückblicken. In anderen Worten: GoPro fehlt Expertise im Drohnen-Markt, was vor allem in der Entscheidung des Managements sichtbar wurde, Karmas Markteinführung zu verschieben. Letzen Endes könnte das mangelnde Knowhow zu einer Bruchlandung der Karma-Einführung führen. Wenn es wirklich so kommt, würde eine gescheiterte Drohne vermutlich GoPros Kerngeschäft mit seinen Actionkameras und sein langfristiges Wachstumspotenzial zusätzlich unter Druck setzen.

Einer unter Vielen

Eine schnelle Internetsuche nach den Begriffen „Actionkamera“ macht deutlich, wie umkämpft GoPros Markt ist. Das Gleiche gilt für die Begriffe „Drohnen“ und „Virtuelle Realität“ – die anderen großen Interessensgebiete des Unternehmens. Je höher der Wettbewerb in einer Branche, desto schwieriger ist es in der Regel, herauszuragen. Wenn in den Augen des Verbrauchers zwei Produkte nahezu identisch sind, gewinnt im Allgemeinen das Günstigere. Hardware-Unternehmen, denen eine deutliche Differenzierung fehlt, könnten sich gezwungen sehen, einen Wettbewerbsvorteil mit Preiskürzungen zu erreichen — und das würde sich deutlich auf die Gewinnmargen ausdrücken.

Um dieses Risiko zu minimieren, muss GoPro sicherstellen, dass sich jedes neue Produkt, das es auf den Markt bringt, von der Konkurrenz abgrenzt. Idealerweise sollte sich GoPro außerdem darum bemühen, seinen Umsatz außerhalb des Hardware-Geschäfts zu diversifizieren. Bis dato hat GoPro in Dienstleistungen, Software und Medien investiert, um potenzielle neue Ertragsquellen zu erschließen – bisher jedoch erfolglos.

Unterm Strich

Unverschuldet und mit über 279 Mio. US-Dollar in Cash-Reserven scheinen GoPro genug Mittel zur Verfügung zu stehen, um die aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Obwohl GoPro davon ausgeht, im viertel Quartal dieses Jahres wieder schwarze Zahlen zu schreiben, ist die Aktie aufgrund der Volatilität des Kern-Hardwaregeschäfts und der Unsicherheit bezüglich des Eintritts in neue Märkte für risikoscheue Investoren eher ungeeignet.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von GoPro. 

Dieser Artikel wurde von Steve Heller auf Englisch verfasst und am 31.08.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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