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Was bedeutet “Amazon Vehicles” für dich als Investor?

Amazon.coms (WKN:906866) grandiose Performance als Onlinehändler hat es dem Unternehmen möglich gemacht, auch in neue Märkte vorzudringen (etwa in den Modemarkt oder, in den USA, sogar eine Zusammenarbeit mit Banken beim Thema Studiengebühren). Letzte Woche hat man mal wieder einen neuen Markt aufgetan: Amazon hat seinen neuen Dienst “Amazon Vehicles” gestartet.

Das Unternehmen nennt Amazon Vehicles “eine Plattform und Community für Informationen rund ums Auto”. Nutzer können technische Daten, Bilder, Videos und Erfahrungen zu neuen und gebrauchten Fahrzeugen teilen. Ebenfalls können andere Nutzer zu Themen zu den Fahrzeugen befragt werden.

Gibt es schon, oder? Klar. Edmunds.com, Kelley Blue Book, Mobile.de und eine ganze Reihe weitere Anbieter. Aber eine Studie von Morgan Stanleys Brian Nowak besagt, dass Amazon Vehicles mächtig Traffic ziehen könnte, sogar von Größen wie TrueCars (WKN:A11132L) und dem Autoteile-Sektor von eBay (WKN:916529).

Ein paar Gründe dafür:

Zuerst einmal schlägt die schiere Nutzerzahl von Amazon die von TrueCar um Längen. Amazon hat derzeit 300 Millionen aktive Nutzer, in den USA darunter 30 Millionen Prime-Mitglieder. 35 Millionen Kunden haben ihre Autos schon in der “Amazon-Garage” geparkt, wo sie Details zu den Fahrzeugen angeben und Zubehör und Teile suchen können.

Nowak führt an, dass Amazon bereits 11 % seiner Nutzer dazu bringen konnte, die Amazon Garage zu nutzen. Jetzt gibt man ihnen noch mehr Gründe, indem man ihnen die Möglichkeit gibt, die Seite für Informationen und Zubehör zu nutzen.

Derweil spezialisiert sich TrueCar darauf, sehr genaue Fakten und technische Daten und für Neu- und Gebrauchtwagen exakte Preise von Händlern zu liefern. Monat für Monat kommen etwa 7 Millionen Zugriffe auf die Seite zustande.

Es ist natürlich nicht ganz fair, die bereits 35 Millionen “geparkten” Fahrzeuge in der Amazon Garage sowie Amazons 300 Millionen Nutzer mit den 7 Millionen Seitenzugriffen von TrueCar zu vergleichen. Aber genau deshalb sollte es nicht überraschen, wenn Amazon dem Konkurrenten Nutzer abzieht, allein des Größenunterschieds wegen.

Noch schlimmer für TrueCar: Jüngst ist Amazon eine Test-Partnerschaft mit Hyundai eingegangen, mittels der neue Fahrzeuge potenziellen Kunden verstärkt eingeblendet werden. Probefahrten sind möglich, außerdem wird man gleich zum nächstgelegenen Händler geleitet, um den Kauf abzuschließen.

Das alles steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Wenn man aber Amazons Datenpower, die Community, Amazon Garage und die Möglichkeit, Fahrzeugteile zu kaufen zusammenrechnet, dann dürfte Amazon schon bald als sehr ernstzunehmender Player im Autohandel gelten.

Zweitens: Amazon Vehicles dürfte eBay empfindlich auf die Füße treten. Nowak schreibt, dass der Handel mit Autozubehör für 11 % von eBays Brutto-Handelsvolumen ausmacht. Man geht davon aus, dass der Online-Handel mit Autozubehör etwa 67 Milliarden US-Dollar wert ist. Amazon verkauft schon Zubehör auf der Seite (ich habe dort neulich erst einen Bremsbelag gekauft), mit Amazon Vehicles dürfte nochmal mehr Bewegung in die Sache kommen.

Weiterhin dürften immer mehr Nutzer daran Gefallen finden, ihre Fahrzeuge zur Amazon Garage hinzuzufügen, was wiederum unweigerlich zu mehr Absatz im Zubehörgeschäft für Amazon führen würde.

Es ist natürlich alles andere als todsicher, dass Amazon Vehicles auch zu mehr Absatz führen wird, oder dass das Unternehmen demnächst so etwas wie einen Online-Autohandel einführt, indem man Partnerschaften mit bereits bestehenden Händlern eingeht.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Amazon mit einer neuen Idee auf die Nase fällt (mir fällt da spontan das Hotel-Buchungssystem “Amazon Destinations” ein…), aber der Fahrzeugmarkt ist interessant genug, dass man es auf jeden Fall mal versuchen kann.

TrueCar schätzt den Markt für Neu- und Gebrauchtwagen auf derzeit 1,2 Billionen Dollar. Amazon hat auf jeden Fall genügend Nutzer in der Hinterhand, um Interessenten zu Käufern zu machen (von Fahrzeugen wie auch von Zubehör). Sollte das gelingen, dann dürften sich Anleger über einen weiteren Wachstumsmarkt für das Unternehmen in den kommenden Jahren freuen.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von The Motley Fool und eBay. The Motley Fool empfiehlt TrueCar.

Dieser Artikel von Chris Neiger erschien am 30.8.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.