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Sollte man jetzt Royal Dutch Shell (+31 %) und BP (+23 %) verkaufen?

Die Öl- und Gasriesen Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) und BP (WKN:870517) gehören dieses Jahr bisher zu den großen Gewinnern. Die Shell-Aktie hat seit Januar 31 % zugelegt, BP 23 %.

Aber diese Gewinnen scheinen den schwachen Zustand des Ölmarktes genauso wenig zu reflektieren wie die schnell wachsenden Schuldenberge der Unternehmen. Stellen sich die Investoren hier unwissend und kaufen trotz des Risikos einer Dividendenkürzung, nur um 7 % Dividende zu bekommen?
Cashflow-Probleme bei Shell?

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Die Zwischenergebnisse von Shell haben gezeigt, dass die Nettoschulden des Unternehmens von 25,9 Milliarden US-Dollar von vor einem Jahr auf 75,1 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Ein Großteil davon geht auf die Übernahme von BG zurück. Ich erwarte auch, dass Shell diese Schulden zu deutlich niedrigeren Zinsen refinanzieren kann, als die, die von BG bezahlt wurden.

Aber die Situation bleibt weiter schwierig. Shell hat 10,8 Milliarden US-Dollar Schulden, die in den nächsten 12 Monaten zurückbezahlt oder refinanziert werden müssen. Ohne die Übernahme von BG meldete Shell Nettocashabflüsse aus dem operativen Geschäft und Investitionsausgaben von fast 8 Milliarden US-Dollar in der ersten Jahreshälfte.

Das Unternehmen zahlte noch 1,26 Milliarden US-Dollar an Zinsen und 4,7 Milliarden US-Dollar an Dividenden. Das ist ein Minus von fast 14 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen konnte seiner Ausgaben nur dadurch Herr werden, indem weitere 9,5 Milliarden US-Dollar geliehen wurden.

Ich erwarte aber in der zweiten Jahreshälfte eine Verbesserung. Es ist klar, dass die Dividenden mit Barreserven und Schulden finanziert wird. Shell wettet darauf, dass der Ölpreis sich auf 50 bis 60 US-Dollar pro Barrel erhöhen wird, bevor die Schulden zum Problem werden.

Der Ölpreis könnte aber noch bis 2017 unter 50 US-Dollar bleiben, bevor es schließlich eine Erholung gibt. Je länger der Preis niedrig bleibt, desto stärker wird er dann ansteigen, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Eine Dividendenkürzung könnte hier auch notwendig werden. Ich erwarte aber, dass die Größe des Unternehmens und die ultraniedrigen Zinsen bedeuten, dass CEO Ben van Beurden mit seiner Zockerei davonkommen wird.

Läuft die Sache bei BP besser?

Auf den ersten Blick scheint die Situation bei BP etwas besser zu sein. Das Unternehmen meldete einen Nettocashflow aus dem operativen Betrieb von 5,7 Milliarden US-Dollar in der ersten Jahreshälfte. Das ist fast das Doppelte von den 2,9 Milliarden von Shell.

Die Ausgaben scheinen hier auch moderater zu sein. Die Nettoabflüsse nach Betriebskosten und Investitionen betrugen nur 1,6 Milliarden US-Dollar in den ersten 6 Monaten. BP lieh sich auch nur 1 Milliarde im Vergleich zu den 9,5 Milliarden US-Dollar neuen Schulden von Shell.

Obwohl die Dividende von BP auch durch Kredite und die Cashreserven finanziert wird, scheint mir diese eher leistbar als die von Shell.
BP kaufen, Shell verkaufen?

Die steigenden Schulden von Shell machen mir zwar Sorgen, aber ich glaube, dass das Bild hier durch die Übernahme von BG etwas verzerrt ist. Es sollten mehr Mittel zur Verfügung stehen, sobald sich der Ölpreis wieder erholt.

Ich besitze Aktien von beiden Unternehmen und habe nicht die Absicht, eine davon zu verkaufen. Ich habe auch kein Problem mit dem Risiko einer Dividendenkürzung, da ich weitere Gewinne in den nächsten Jahren erwarte.

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The Motley Fool UK hat BP und Royal Dutch Shell B empfohlen.

Dieser Artikel wurde von Roland Head  auf Englisch verfasst und wurde am 17.08.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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