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Meine 2 dicksten Fehler beim Investieren

Foto: Pixabay, stevepb

Es ist nie einfach, sich Fehler einzugestehen, besonders wenn es um Investments geht. Eine Sache aber, die den großartigen vom durchschnittlich guten Investor abhebt, ist, dass der großartige weiß, wann er rechtzeitig die Reißleine ziehen muss, sollte sich eine Ahnung als falsch herausstellen. Wenn man zu lange eine schlechte Idee verfolgt, ist dies die sicherste Art, viel, viel Geld in den Sand zu setzen – und damit die berühmten Regel Nummer 1 von Warren Buffett zu missachten.

Ich versuche ja immer, dass jedes meiner Investments mit ausreichend Sicherheitsnetz daherkommt. Ich folge nicht einer einzigen goldenen Regel. Stattdessen mache ich ganz konservative Annahmen und zahle dann einen Preis, der mir ausreichend Spielraum für Fehlschläge gibt. Mit diesem Spielraum vermeide ich, sollte meine Annahmen sich als falsch herausstellen, allzu große Verluste.

Eigentlich konnte ich in den fünf Jahren meiner Karriere als Aktieninvestor allzu große Fehler vermeiden. Aber in zwei Fällen, National Oilwell Varco (WKN:903541) und Textainer Group (WKN:A0M49J), bin ich erst neulich dahinter gekommen, dass ich daneben lag. Ich habe beide Aktien mit großen Verlusten abgegeben und so einige Lektionen auf die harte Tour gelernt.

Die Gefahr von „Peak Earnings“

Ich habe vor drei Jahren National Oilwell Varco zu ungefähr 70 US-Dollar pro Aktie gekauft. Das Unternehmen hat jahrelang solide performt, konnte durch Zukäufe wachsen und dadurch, dass man jahrelang Margen von zwischen 15 % und 20 % einfuhr. Varco machte 5,83 US-Dollar pro Aktie im Jahr 2012, ich bezahlte also 12-fach über den Einnahmen. Ich fand, dass ich einen relativ guten Deal für ein großartiges Unternehmen gemacht habe.

Und heute? Varco muss große Verluste bei den Umsätzen hinnehmen. Die Aufträge werden weniger. Ich hatte damals beim Kauf gedacht, dass Varcos Dividende eine sichere Nummer sei, aber die ist gekürzt worden und die Aktie hat mehr als 50 % Wert verloren.

NOV Data von YCharts

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Meine Theorie war ja, dass Varco zu Teilen vor einer Rezession in der Ölbranche geschützt ist, weil das Geschäftsmodell nicht direkt auf den Ölpreisen basiert. Das hat sich als falsch herausgestellt. Mit den sinkenden Ölpreisen sind auch die Kunden von Varco langsam den Bach runtergegangen – man konnte nicht mehr so einfach Ersatzteile kaufen, nutzte bestehende Ausrüstung lieber länger und länger, um Cash zu sparen. Varco hing also doch von der zyklischen Natur der Öl-Branche ab.

Und ich? Habe noch mehr gekauft. Bevor ich Anfang August mich endlich von der Aktie getrennt habe, und zwar für die Hälfte des Preises, zu dem ich sie damals erstanden habe, kaufte ich noch mehr davon. Varco ist gar kein schlechtes Unternehmen. Es ist ein gutes Unternehmen, das in einem schlechten Klima unterwegs ist. Mein Fehler bestand darin, dass ich es am Stand der Höchsteinnahmen bewertet habe. Der Preis, den ich damals gezahlt habe, war gerechtfertigt unter der Annahme, dass die Bewertung steigen und steigen würde. Das war dumm.

Die Lektion hier ist ganz einfach: Wenn man es mit einer zyklisch funktionierenden Branche zu tun hat, ist ein großer Fehler, dass man auf die Höchstbewertung einfach noch ein paar Millionen draufpackt und sich zufrieden zurücklehnt. Stattdessen sollte man als Investor die durchschnittlichen Ergebnisse über den gesamten Zyklus ansehen und anhand dieser Zahl Geld ausgeben. Denk daran, dass die guten Zeiten nicht immer währen werden.

Der Dividende hinterherjagen

Auf Textainer, ein Unternehmen, das seinen Kunden spezielle Container zur Verfügung stellt, bin ich aufmerksam geworden, weil es seinen Anlegern eine schöne Dividende zahlt. Mitte 2015 habe ich die Aktie für 28 US-Dollar pro Stück gekauft, das war, nachdem sie unter den Rekordwert gefallen war. Damals hat Textainer 0,47 US-Dollar pro Aktie Dividende ausgeschüttet, ein Dividendenzins von stattlichen 6,7 %. Das Unternehmen konnte es mit guten Einnahmen rechtfertigen, mit Einnahmen pro Aktien von 3,32 US-Dollar im Jahr 2014.

Ähnlich wie Varco ist auch Textainer in einer zyklischen Branche zuhause. Ich habe mich einfach, was diesen Sachverhalt angeht, nicht genügend schlau gemacht. Die Einnahmen sind gesunken, nachdem die Preise für Container in den Keller gegangen sind. Zwar hatte man genügend Aufträge, die Ergebnisse von Textainer waren trotzdem schrecklich. Die Dividende wurde 2015 um die Hälfte gekürzt, das allein hätte dazu führen sollen, dass ich die Aktie loswerde. Stattdessen habe ich tatsächlich wieder mehr davon gekauft. Anfang August wurde die Dividende auf 0,03 US-Dollar zurechtgekürzt, damit war ich als Anleger natürlich raus.

TGH Daten von YCharts

TGH Daten von YCharts

Das Geschäftsmodell von Textainer scheint einfach: Container ankaufen und vermieten. Aber es ist ganz klar, dass ich von dieser Branche einfach nicht genügend Ahnung habe. Ich war einfach zu zuversichtlich, und das hat sich gerächt. Ich bin der Dividende hinterhergerannt, habe nichts links und rechts davon mitbekommen. Ich konnte nicht einschätzen, wie langfristig haltbar die Dividende sein wird. Lektion: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Bezahl nicht zuviel für eine verlockende Dividende.

Zum Glück wurden diese beiden Fehlgriffe von anderen Investments überdeckt, die funktioniert haben. Dennoch ärgert es mich. Das gute daran ist, dass mich diese am eigenen Leib erfahrenen Lektionen zu einem besseren Investor gemacht haben – ich hoffe, dass sie auch dir etwas bringen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von National Oilwell Varco. The Motley Fool empfiehlt Textainer Group. Dieser Artikel von Timothy Green erschien am 15.8.16 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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