The Motley Fool

Wenn ich nur eine Aktie kaufen würde, dann diese

BILDQUELLE: Public domain.

Kein anderes Buch hatte so einen wichtigen Einfluss auf mich wie Nassim Talebs „Antifragilität“. Darin steht, dass man die ganze Welt in drei Kriterien einteilen kann:

  • Das Zerbrechliche: Dinge, die bereits unter leichtem Druck zerbrechen. So wie Glas, das von einem Tisch fällt.
  • Das Robuste: Dinge die unter Druck gleich bleiben, wie ein Flummi, der ebenfalls vom Tisch fällt.
  • Das Antifragile: Dinge, die unter Druck noch stabiler werden – so wie ein Knochen, der nach einem Bruch noch stärker verheilt.

Wir wollen natürlich, dass unser Portfolio so antifragil wie nur möglich aufgestellt ist. Klappt leider nicht immer. Das liegt vor allem daran, weil wir gerne auf die Macht der Erzählung reinfallen. Wir erzählen uns Geschichten von dem Unternehmen – dass die Absätze steigen und die Produkte die Welt auf den Kopf stellen werden, und dementsprechend stecken wir unser Geld in die Aktie.

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Vor sechs Jahren schrieb ich meinen ersten Artikel auf Fool.com über eine bestimmte Aktie, ich habe mir dazu eine eigene Geschichte zurechtgesponnen. Seitdem hinkte die Aktie dem Markt satte 172 Prozentpunkte hinterher!

Wenn wir die Investments unter dem Gesichtspunkt der Antifragilität beleuchten, fallen wir nicht so sehr auf die Spinnereien drumherum rein. Wir konzentrieren uns dabei auf drei Attribute:

1 Viel Cash und große Kundenbasis: Cash gibt Unternehmen Freiheit und Möglichkeiten, wenn die Wirtschaft mal nicht so rund läuft – Rivalen überbieten, Aktienrückkäufe tätigen, Zukäufe machen. Schulden und Verbindlichkeiten hingegen engen das Unternehmen ein. Wenn ein Unternehmen eine große Kundenbasis hat, dann kann es eher verkraften, dass ein Kunde mal abspringt.

2 Management, das im Laden involviert ist: Wenn das Management selber mit Werten haftet ­ z.B. indem die Führungskräfte Aktienpaketen haben –, dann sind sie langfristig auf derselben Seite wie wir. Das verstärkt sich noch einmal, wenn die Gründer selber den Laden an vorderster Front am Laufen halten, oft sehen sie ihr Unternehmen als einen physischen Teil von sich.

3 Zweigleisig fahren: Darunter versteht man, dass deine Strategie eine zweite Seite haben sollte. Einerseits willst du eine Branche, in der das Unternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil hat. Andererseits gehst du eine ganze Reihe an kleinen Risiken mit großer Erfolgsaussicht ein – das nennt man auch „Optionalität“.

Das „antifragilste“ Unternehmen, das ich kenne

Wenn ich mir die Unternehmen ansehe, dann ist keines antifragiler als Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F), was früher mal als Google bekannt war. Wenn man mich zwingen würde, mein ganzes Gespartes in eine einzige Aktie zu stecken, dann wäre es die C-Aktie von Alphabet. Die nämlich sind die günstigeren der beiden Alphabet-Aktien.

Betrachten wir das Unternehmen mal durch die antifragile Brille:

Viel Cash und große Kundenbasis

Alphabet hat die Schatulle randvoll, und es kommt immer mehr Geld hinzu. Alphabet sitzt, alles zusammengerechnet, auf rund 73 Milliarden US-Dollar. Verbindlichkeiten? Gerade mal im Vergleich mickrige 2 Milliarden. Und der freie Cashflow ist beeindruckend und wächst:

Google Free Cash Flow. Daten von YCharts

Google Free Cash Flow. Daten von YCharts

Als das Unternehmen 2015 CFO Ruth Porat von Morgan Stanley geholt hat, war dies ein deutliches Zeichen, dass das Management ernst damit machte, die Kosten zu kontrollieren und die Unmengen Cash sinnvoll zu nutzen. Ich denk nicht, dass es ausgeschlossen ist, dass Alphabet in absehbarer Zeit eine Dividende zahlt. Jetzt allerdings reicht es mir erst einmal zu sehen, dass das Unternehmen in tiptop Zustand ist.

Auf der ganzen Welt zahlen Unternehmen Geld dafür, dass Google ihre Anzeigen darstellt. Soll heißen: Sollte ein Kunde abspringen, würde das nicht sonderlich ins Gewicht fallen.

Management, das hautnah involviert ist

1995 kam Larry Page als junger Besucher an die Uni Stanford. Ein bereits eingeschriebener Student – Sergey Brin – sollte ihn herumführen. Zwei Jahre darauf starteten die beiden das Unternehmen, aus dem dann Google wurde. 21 Jahre später sind sie noch immer an der Spitze des Konzerns. Page ist CEO, Brin der Kopf von Google(x), zu dem wir gleich noch kommen werden.

Wenn man die Aktien von Brin und Page mit denen des restlichen Managements zusammennimmt, dann besitzt diese Gruppe 95 % der B-Aktien im Wert von 35 Milliarden US-Dollar. Einige Analysten waren von der neuen Unternehmensstruktur verärgert, als diese 2013 öffentlich gemacht wurde. Letztlich sorgte die dafür, dass Brin und Page in Unternehmensdingen das allerletzte Wort haben würden.

Wenn man aber die Wahl hat zwischen einer demokratischen Besitzergruppe, wo die Gefahr besteht, dass eine Kraft von außen kommt, um kurzfristige Gewinne aus Alphabet zu pressen, und einem gutmütigen Anführer, der das Sagen hat, dann nehme ich die gutmütigen Firmengründer.

Die zweistufige Strategie

Allein die Tatsache, dass man den Namen von Google zu Alphabet geändert hat, ist ganz klassisch zweistufig. Page wollte die Suchmaschine von den ganzen anderen Unternehmungen, darunter auch die groß gedachten „Moon Shot“-Ideen, abgrenzen.

Google druckt Geld, ganz einfach gesagt. Man besetzt 89 % der Suchanfragen vom Desktop aus, 95 % vom mobilen Suchgeschäft. Sieben Produkte haben über 1 Milliarde Nutzer. Google besitzt mehr Daten als jede andere Körperschaft jemals hatte. Diese Menge an Daten werden dazu genutzt, dass man gezielt Anzeigen ausspielt. Höchstens Facebook (WKN:A1JWVX) kann da noch mithalten. )Facebook ist ein weiteres antifragiles Unternehmen.) Wenn man bedenkt, welchen Marktanteil und welche Ökosysteme Google erschaffen hat – vor allem das Betriebssystem Android und den Browser Chrome –, dann wird es sehr schwierig werden, Google bei der Suche Paroli zu bieten.

Page ist aber nicht damit zufrieden, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Deswegen nimmt sich die Sparte Google(x) jener pressierenden Fragen an, die die Menschheit stark beschäftigen. Darunter autonome Fahrzeuge, mit dem Internet verbundene Wohnungen und Häuser (Nest), Google Fiber und nicht zuletzt das Bestreben, die menschliche Lebensspanne enorm zu verlängern (Calico).

Am Ende dürfte es wohl nur ein erfolgreiches Unternehmen davon brauchen, um richtig viel zur Bilanz von Alphabet beizutragen. Ich hoffe doch sehr, dass dies eintreten wird.

Aber: Ist ja bloß Theorie

Natürlich wäre es zu kurz gedacht, würde man sein gesamtes Geld nur in eine Aktie investieren. Dennoch machen Aktien von Alphabet sage und schreibe 12 % meines Portfolios aus. Den Rest habe ich auf viele verschiedene Unternehmen verteilt. Ich kann nur raten, diesen ungewöhnlichen Ansatz der Antifragilität auch auf deine Anlagestrategie anzuwenden.

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Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A und C) und Facebook.

Dieser Artikel von Brian Stoffel erschien am 13.8.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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