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Was hinter dem schrecklichen Quartal von SunPower steht

Quelle: SMA Solar

Gestern meldete SunPower Corp (WKN:A1JNM7) seine enttäuschendsten Quartalsergebnisse seit dem Tief im Solarmarkt 2012. Das wird ein hartes Stück Arbeit, daher wollen wir uns gleich auf die Zahlen stürzen.

Die schlagzeilenträchtigen Zahlen

Auf GAAP-Basis betrugen die Umsätze in Q2 420,5 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge betrug 9,8 % und die Nettoverluste 70,0 Millionen US-Dollar oder 0,51 US-Dollar pro Aktie.

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Auf nicht-GAAP-Basis, was die Ergebnisse um die Unregelmäßigkeiten der Projekte bereinigt, erreichten die Umsätze 401,8 Millionen US-Dollar, die Bruttomarge 13,1 % und der Nettoverlust 30,1 Millionen US-Dollar oder 0,22 US-Dollar pro Aktie. Diese Verluste waren so erwartet, denn einige große Projekte werden erst noch fertiggestellt und in der zweiten Jahreshälfte verkauft. Diese Zahlen wurden erreicht oder übertrafen den Ausblick in fast allen Belangen. Aber das ist auch die Quelle der Enttäuschung.

Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde dramatisch nach unten korrigiert verglichen mit vor drei Monaten. Hier die Zahlen:

Kennzahl 2016 Ausblick nach Q1  2016 Ausblick nach Q2
GAAP Umsatz 2,8 – 3,0 Milliarden USD 2,8 -3,0 Milliarden USD
GAAP Bruttomarge 13 %-15 % 9,5 %-11,5 %
GAAP Nettoeinnahmen 0 -50 Millionen USD (175 – 125 Millionen)
Nicht-GAAP Umsätze 3,2- 3,4 Milliarden USD 3,0 – 3,2 Milliarden USD
Nicht-GAAP Bruttomarge 14 %-16 % 10,5 %-12,5 %
EBITDA 450 -500 Millionen USD 275 – 325 Millionen USD

DATENQUELLE: SUNPOWER QUARTALSBERICHT

Um die Sache noch schlimmer zu machen, gab das Management an, 2017 einen Verlust von 100 bis 200 Millionen US-Dollar und ein EBITDA von nur 300 bis 400 Millionen US-Dollar zu erwarten. Ich werde noch behandeln, warum der Ausblick nach unten korrigiert wurde – und was die Implikationen davon sind.

Das Management sagte auch, man würde die Herstellung neu aufstellen und die Montage der Module von den Philippinen nach Mexiko verlagern. Zusätzlich wolle man das Werk auf die neuen X-Series-Module aufrüsten, was zu einer Reduktion von 150 MW bei der Produktion 2016 führen werde. Die Arbeitnehmerschaft wird um 15 % oder etwa 1.200 Arbeitnehmer reduziert, die jedoch vorrangig auf den Philippinen liegen.

Aber was ist sonst noch passiert?

Die schlechten Nachrichten

Alle Schwächen, die wir in Q2 2016 gesehen haben, befinden sich in der Sparte Kraftwerke. Wir wussten, dass diese Schwächephase kommen würde, wir wussten nur nicht, wie schlimm es werden würde. Aktuell scheint 2017 ein furchtbares Jahr im Kraftwerksbereich zu werden und 2016 sehen wir schon jetzt schwächer als erwartete Ergebnisse.

Die Korrektur des Ausblicks für 2016 wurde von zwei Ereignissen angetrieben, die sich beide im Kraftwerksgeschäft befinden. Das erste war ein großes Projekt, wofür das Management einen Stromabnahmevertrag Ende 2015 oder Anfang 2016 erwartet hatte, der aber noch immer nicht unterzeichnet wurde. Das Projekt wird nicht vor 2017 abgeschlossen sein und alle Gewinne oder EBITDA werden auch erst dann in der Bilanz auftauchen.

Das zweite Ereignis war ein niedrigerer Verkaufspreis für Projekte, die 2016 abgeschlossen werden. Die Käufer erwarten höhere Renditen, teilweise, weil der Yieldco-Markt sich nicht so schnell wie erwartet erholt hat. Ironischerweise haben sich die Yieldcos in den letzten ein bis zwei Monaten erholt, aber das hat SunPower nicht dabei geholfen, seine Projekt im April und Mai zu verkaufen. Diese Reduzierung bei den Preisen macht eine Delle in den Gewinn und das ist der größte Grund, warum alles von der Bruttomarge bis hin zu den Nettoeinnahmen niedriger ausfallen wird als erwartet.

BILDQUELLE: SUNPOWER.

BILDQUELLE: SUNPOWER.

SunPower kann auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken, in der das Timing und die erzielbaren Preise unterschätzt wurden. Daher ist das jetzt auch so eine Überraschung für die Investoren. Der konsistente Teil des Geschäfts, der eigentlich vorhersehbar sein sollte, ist auf einmal unvorhersehbar geworden.

Strategisch gesehen hat sich SunPower dazu entschieden, sich auf das Kraftwerksgeschäft in Amerika und Frankreich zu konzentrieren, was zu einer geringen Zahl von Entlassungen geführt hat, wie oben erwähnt. Das sind Märkte, wo SunPower schon über Erfahrung verfügt und diese werden auch den Fokus des Unternehmens darstellen, wobei etwas von dieser Konzentration auch auf die verteilte Energieerzeugnung gerichtet sein wird, aber dazu später mehr. In anderen Märkten wird das Unternehmen Systemlösungen verkaufen und vielleicht mit dem Mutterunternehmen Total (WKN:850727)als Entwickler oder künftigem Besitzer der Projekte arbeiten. Dort wird SunPower auch sein Oasis-Design, inklusive Module, Tracker und andere Komponenten verkaufen. Das Unternehmen ist aber auch flexibel und kann die X-Series oder die neue günstigere P-Series verkaufen, je nachdem, was der Markt braucht.

Dieser Umstieg wird finanziell eine große Sache, denn SunPower hat mit seinen großen Solarprojekten aus den letzten Jahren jede Menge Gewinn gemacht. 2017 scheint so, als könnte das Kraftwerksgeschäft im besten Fall seine Kosten wieder einspielen. Der einzige Lichtblick ist das Jahr 2018 und danach, wenn die globale Nachfrage wieder schnell wachsen soll. SunPower nimmt aktuell schon Projekte an, die zwischen 2018 und 2020 fertiggestellt werden sollen, aber das hilft nicht bei den Problemen im nächsten Jahr.

Die guten Nachrichten

Die Kraftwerke werden von den Investoren die meiste Aufmerksamkeit bekommen, denn sie sind der größte Umsatz- und Gewinntreiber, aber das ist nicht das einzige Geschäftssegment für SunPower. Etwa die Hälfte der Solarpanele gehen an die verteilte Stromerzeugung oder Solaranlage in Wohngebieten und Industrieanlagen, wo SunPower starke Nachfrage sieht.

BILDQUELLE: SUNPOWER.

Die Sparte Wohnhäuser wuchst im Jahresvergleich um 25 %, als das Equinox-System mit seinen hocheffizienten Solarpanelen und Mikrowechselrichtern starke Nachfrage verbuchen konnten. Equinox macht aktuell etwa die Hälfte der Neuaufträge aus, was ein wichtiger Grund ist, warum sich das Management dazu entschieden hat, das Werk auf dieses Produkt mit höherem Wirkungsgrad aufzurüsten.

Das Geschäft mit Solaranlagen für Unternehmen lief auch gut. In der Pipeline befinden sich aktuell 1,3 Milliarden US-Dollar an neuen Projekten. GTM Reseach erwartet, dass dieser Markt bis 2020 um 20 % pro Jahr wachsen wird und da einige der größten Kunden im Land sich für SunPower entschieden haben, sollte das auch ein großer Markt sein.

Kurz gesagt, Solarpanele mit hohem Wirkungsgrad verkaufen sich sehr gut in den Märkten für Unternehmen und Wohnhäuser, was wir aufgrund der begrenzten Flächen auch so erwartet hätten. 2017 wird etwa die Hälfte der Produktion in die Märkte für Wohnhäuser und Unternehmen gehen, was auch solide Marge generiert und weniger Risiko bei einzelnen Projekten darstellt als bei Kraftwerken. Das ist auch der Grund, warum SunPower sich auf das nächste Jahr konzentrieren wird. Die Verluste bei den Kraftwerken wird das Unternehmen nicht so einfach hinter sich lassen können, aber das ist der Grund, warum die Investoren auch ein Unternehmen mit einer breit gestreuten Kundschaft haben wollen.

Die Zukunft

Wie du sehen kannst, ist das eine komplexe Geschichte für SunPower in den nächsten 18 Monaten und das Management muss einen Weg finden, um diesen Einbruch bei der Nachfrage nach Kraftwerken bis 2018 zu überbrücken. Danach gibt es ja schon Aufträge in dieser Sparte.

Die gute Nachricht ist, dass das Unternehmen 590 Millionen US-Dollar in liquiden Mitteln in der Bilanz hat und das wird bis zum Ende des Jahres auch noch mehr werden, wenn die Projekte in der Bilanz verkauft werden. Die Umstrukturierungen des Managements werden auch die operativen Ausgaben nächstes Jahr um 10 % reduzieren.

Diese Maßnahmen werden zusammen mit dem starken Wachstum, das in den Bereichen Wohnhäuser und Unternehmen erwartet wird, die Zeit bis 2017 und 2018 überbrücken, wenn sich die Nachfrage wieder erholt. Da der Yieldco-Markt sich schon jetzt verbessert, könnte es schon bald mit den Finanzierungen losgehen.

Sollte man es die Sache bleiben lassen?

Die Solarindustrie steht alle paar Jahre ein paar wilden Turbulenzen gegenüber und das ist gerade einer der Abwärtstrends, was auch abzusehen war. Aber im Gegensatz zu 2009 oder 2012 sind Unternehmen wie SunPower jetzt in einer besseren Position und verfügen über solideren Bilanzen. Das politische Umfeld wird auch immer freundlicher für Solar, selbst wenn sich das erst 2018 zeigen sollte.

Als ein Investor von SunPower bin ich so enttäuscht wie alle anderen über die schwächer als erwarteten Erlöse aus den Projekten und das vertagte Projekt dieses Jahr. Wir wissen aber, dass diese Schwächephase auch 2017 noch anhalten wird, wie schon angedeutet. 2017 wird bei den Kraftwerken schwach bleiben, aber SunPower wird Marktanteile in den Märkten für Wohnhäuser und Unternehmen gewinnen und mehr Komponenten auf den internationalen Märkten verkaufen.

Was man hier nicht vergessen sollte, ist, dass SunPower immer noch in einer guten strategischen Position ist, um von den langfristigen Industrietrends zu profitieren. Verteilte Stromerzeugung erhöht den Bedarf nach hocheffizienten Lösungen und fördert die Zahlung in bar oder über Darlehen, was SunPower gelegen kommt. Nord- und Südamerika werden 2018 und darüber hinaus große Solarmärkte werden.

Wenn es eine fundamentale Schwäche gibt, dann sind es die steigenden Renditen, die die Kunden verlangen und die konkurrenzfähigen Preise der Wettbewerber im Kraftwerksgeschäft. Das erfordert ein strategisches Umdenken, aber mit einem anderen Geschäftsmodell ist das für SunPower möglich. Das Problem ist, dass man die Früchte dieser Arbeit erst 2018 ernten kann, was die Investoren nicht gerne hören werden.

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Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und wurde am 10.08.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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