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Cisco und Sierra Wireless: 2 unfassbar günstige „Internet der Dinge“-Aktien

Foto: Pixabay, jeferrb

Hinter dem Begriff Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) tummeln sich Wearables, „Smarte“ Haushaltsgeräte, Drohnen, Autos und andere Objekte, die mit Cloudservices verbunden sind. Man erwartet, dass dieser der nächste Wachstumsmarkt im Tech-Sektor wird. Cisco (WKN:878841) geht davon aus, dass die Anzahl der verbundenen Objekte und Geräte sich von 25 Milliarden im Jahr 2015 auf 50 Milliarden im Jahr 2020 verdoppelt. IDC hingegen gehen davon aus, dass der Markt von 655,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2014 auf 1,7 Billionen US-Dollar ebenfalls im Jahr 2020 anwächst.

Derzeit steht der S&P 500 an der Schwelle zu Höchstständen. Deswegen kann es nicht leicht sein, „unterbewertete“ Aktien aufzuspüren. Dennoch können zwei Aktien aus dem IoT-Segment als im Vergleich zu den Rivalen als günstig bezeichnet werden. Cisco und Sierra Wireless (WKN:920860).

Cisco Systems

Als einer der weltweit größten Hersteller von Routern und Switches ist Cisco in der neuen „connected“-Welt ein relativ großer und sicherer Player. Allerdings ist der Markt für Router und Switches gesättigt, Wachstum findet nur noch sehr langsam statt. Der Absatz von Routern und Switches, die immerhin die Hälfte von Ciscos Umsatz im letzten Jahr verantwortlich waren, ging im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr 3 % bzw. 5 % zurück.

Allerdings konnte Cisco eine Zusammenarbeit mit hohen Margen eingehen, Video für Dienstleister und Dienste zur Cybersicherheit. Diese Felder, die man mit Zukäufen noch hat anwachsen lassen, konnten allesamt zweistellig wachsen und waren am Ende für 17 % von Ciscos Umsatz verantwortlich. So hat Cisco Anfang des Jahres den IoT Dienstleister Jasper Technologies gekauft, aus dem dann das neue IoT-Cloud-Business wurde. Ciscos Strategie besteht damit, dass man diese Dienste mit Routern, Switches und den UCS (Unified Computer Systems) zusammenlegt, um potenziellen Angreifern in jeder Kategorie ordentlich Wucht entgegenzusetzen zu haben.

Das ist keine Strategie zu riesigem Wachstum. Analysten gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen bei Cisco dieses Jahr stagnieren und dass die Einnahmen 2 % steigen. Aber sobald die Geschäftsfeldern mit den großen Margen im Portfolio immer wichtiger werden, könnten die Einnahmen über die nächsten fünf Jahre 10 % pro Jahr steigen. Das würde ein PEG Ratio von 1,2 in den nächsten fünf Jahren ergeben. Das liegt zwar noch immer über der „Billigschwelle“ von 1, ist aber für einen arrivierten Player in der Tech-Branche noch immer sehr günstig. Ciscos Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 ist auch weit unter dem Branchendurchschnitt von 25.

Sierra Wireless

Cisco kann man als die sichere und breit gefächerte Art, um in IoT einzusteigen, bezeichnen. Sierra ist anders: riskanter und „purer“. Sierra Wireless ist der weltweit größte Hersteller von 2G, 3G und 4G LTE Modulen, mit denen Gegenstände sich mit der Cloud verbinden.

In den letzten Quartalen sind die Absätze allerdings zurückgegangen. Verringerte Ausgaben, starker Gegenwind in manchen Märkten und natürlich heftige Konkurrenz von chinesischen Herstellern von M2M-Modulen („Machine-to-Machine“). Das Absatzwachstum ist im vergangenen Jahr von zweistelligen Werten auf einstellige gefallen. In den letzten drei Quartalen ist das Wachstum negativ geblieben.

Die Verkäufe fielen im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr 1 %, die non-GAAP-Einnahmen fielen 26 %, Betriebskosten stiegen 10 %. Auf der positiven Seite muss man sagen, dass das immerhin noch besser war als der Verlust von 5 % gegenüber dem Vorjahr im Vorquartal. Die non-GAAP-Marge stieg ebenfalls von 32,4 % vor einem Jahr auf 33,8 % in diesem, was bedeutet, dass die Konkurrenz nicht allzu stürmisch auftrat.

Am 5. August fiel der Aktienwert von Sierra fast 20 %, nachdem dieser Bericht veröffentlicht wurde. Das Unternehmen ließ verlauten, dass „kurzfristig geringere Nachfrage zusammen mit verengtem Inventar-Management“ dafür verantwortlich wären, dass die Zahlen für das Jahr am unteren Rand des vorgegebenen Spektrums reinkommen würden. D.h. eher 0,60 US-Dollar pro Akte für einen Umsatz von etwa 630 Millionen US-Dollar. Analysten waren durchschnittlich von einem Einnahmenzuwachs von 10 % ausgegangen sowie 0,69 US-Dollar pro Aktie, außerdem, dass man 6 % auf 645 Millionen Umsatz wächst.

Allerdings bedeutete das auch ein verringertes Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 20. Der engste Rivale, Telit Communications, hat ein KGV von 30. Sierras 5-Jahres KGV-Ratio ist auf 1,5 gefallen, was auf einem erwarteten Jahreswachstum von 16,5 % über die nächsten fünf Jahre. Beide Zahlen bedeuten Tiefstwerte für die Aktie.

Sind Cisco und Sierra Wireless richtig für dich?

Ich persönlich finde ja, dass Cisco langfristig Sierra vorzuziehen ist. Sierra könnte allerdings noch auftrumpfen, sobald erstmal Milliarden zusätzliche Gegenstände mit der Cloud verbunden werden. Deswegen können sich Anleger, die gerne in die IoT-Branche einsteigen wollen, mal beide Unternehmen genauer ansehen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Sierra Wireless und Cisco. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Cisco Systems.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 8.8.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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