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Mittwochsbilanz: Rekorde in Frankfurt und Rio, Gold für Munich Re, Blech für E.ON

„Von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden.“ Das dachten sich Mittwoch wohl etliche kurzfristig orientierte Marktteilnehmer und machten nach drei Gewinntagen in Folge erst einmal Kasse. Das mag auf den ersten Blick verständlich sein, denn der DAX erreichte gleich am zweiten Handelstag der laufenden Woche sein bisheriges Jahresmaximum. Zur Erinnerung: Noch im Februar bewegte sich der deutsche Leitindex im Bereich von rund 8.700 Punkten – mittlerweile wurde die 10.600er-Schwelle überschritten.

Während die Börsenindizes in New York und Frankfurt neue Höchststände erklimmen, werden bei den Olympischen Spielen in Brasilien ebenfalls Rekorde erzielt. In beiden Fällen könnte Doping im Spiel sein: Die Aktienmärkte werden mit billigem Notenbankgeld aufgepäppelt, und einige (wenige?) Olympioniken haben wohl unerlaubte Substanzen geschluckt, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

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Böse Zungen behaupten, dass olympische Wettkampf-Planschbecken habe sich über Nacht grün gefärbt, weil jemand versehentlich die Dopingprobe einer Gewichtheberin ins Wasser gekippt habe. Das ist natürlich reine Spekulation. Sicher ist jedoch, dass die Farbe „Grün“ auch auf deutschen Kurstafeln eine wichtige Rolle spielte …

Was war an der Börse los?

Einen Beitrag zur guten Stimmung auf dem Parkett leisteten am Montag die deutschen Statistiker mit einer Meldung zur deutschen Industrieproduktion im Juni. Diese war stärker gestiegen als erwartet. Auch die positiven US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag verkündet worden waren, sorgten für gute Laune. Der DAX verfehlte nur knapp sein Jahreshoch vom April und ging beim Stand von 10.432 Punkten mit einem Aufschlag von 0,6 % in den Feierabend.

Von ganz unten an die DAX-Spitze: Die Aktie der Deutschen Bank (WKN:51400), die in der Vorwoche neue Tiefstkurse markiert hatte, konnte sich am Montag aus dem Börsenkeller befreien und 3,1 % zulegen. Das galt auch für die Commerzbank (WKN:CBK100), die sich um fast 3,0 % verbesserte. Die Anteilscheine der Geldhäuser belegten damit den ersten und dritten Platz der DAX-Liste.

Auf Platz zwei landete die Allianz (WKN:840400) mit einem Plus von 3,0 %, das den Verlust vom Freitag mehr als kompensierte. Am letzten Handelstag der Vorwoche hatten die Quartalszahlen des Versicherers noch leichten Unmut bei einigen Marktteilnehmern hervorgerufen. Ähnliches war bei einem im MDAX (WKN:846741) notierten Rückversicherer zu beobachten: An die Spitze des Midcap-Index schob sich die Hannover Rück (WKN:840221), deren Kursgewinn von 3,3 % die Abschläge aus der Vorwoche wettmachte.

Was am ersten Handelstag noch nicht ganz geklappt hatte, funktionierte am Dienstag: Der deutsche Leitindex stieg um stolze 2,5 % und erreichte im Handelsverlauf mit 10.701 Zählern den bisher höchsten Wert im Jahr 2016. Beim XETRA-Schluss notierte der Index mit 10.693 Punkten. Als Hauptgrund für den rasanten Anstieg nannten Parkettbeobachter die Niedrigzinspolitik der Notenbanken, die Aktien zur fast alternativlosen Anlageform mache.

Den größten Tagesgewinn im DAX verbuchte nach der Vorlage von Quartalszahlen die Aktie der Munich Re (WKN:843002), die sich um stolze 5,7 % verteuerte. Der Rückversicherer hatte im zweiten Quartal trotz großer Katastrophenschäden mehr verdient, als die Parkettastrologen vorhergesagt hatten.

Um 4,5 % aufwärts ging es bei der Lufthansa (WKN:823212), deren Tochter-Airlines im Juli trotz der weltweit gestiegenen Angst vor Terroranschlägen mehr Passagiere befördert hatten. Die Aktionäre deutscher Automobilhersteller profitierten von guten Absatzahlen in China: Die Papiere von BMW (WKN:519000) stiegen um 3,4 %, während die Anteilscheine von Daimler (WKN:710000) und Volkswagen (WKN:766403) jeweils 2,8 % zulegten.

Am Mittwoch gönnte sich der DAX nach dem rasanten Anstieg des Vortages erst einmal ein Verschnaufpäuschen. Bis 16:45 Uhr gab der deutsche Blue-Chip-Index 0,4 Prozentpünktchen ab. Deutlich abwärts ging es hingegen bei den Anteilscheinen des Versorgers E.ON (WKN:ENAG99), die nach der Vorlage schlechter Quartalszahlen um mehr als 7 % einbrachen.

Wie geht es weiter?

Weil die Tokioter Börse wegen eines Feiertags geschlossen bleibt, müssen die Frankfurter Marktteilnehmer am Donnerstag (11.08.) ohne Impulse aus Japan auskommen. Diese werden sie allerdings kaum benötigen, weil zahlreiche deutsche Unternehmen Quartalszahlen veröffentlichen. Dazu zählen drei DAX-Konzerne: RWE (WKN:703712), ThyssenKrupp (WKN:750000) und die Telekom (WKN:555750). Im MDAX berichtet u. a. der Schrei-vor-Glück-Modehändler Zalando (WKN:ZAL111). In den Vereinigten Staaten liefert Nvidia Vierteljahreszahlen. Außerdem wird Zahlenmaterial zu den Im- und Exportpreisen im Juli und den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

Am Freitag (12.08.) informieren uns die deutschen Statistiker über das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal sowie über die Entwicklung der Großhandels- und Verbraucherpreise im Juli. Die Deutsche Wohnen (WKN:A0HN5C) gibt ihr Quartalsergebnis bekannt. Jenseits des großen Teichs werden Daten zum Einzelhandelsumsatz und den Erzeugerpreisen im Juli sowie zu den Lagerbeständen im Juni publiziert. Die Uni Michigan äußert sich zum Verbrauchervertrauen im August.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool eine angenehme Restwoche.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Nvidia. The Motley Fool empfiehlt BMW und Zalando.

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