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Ist das das Ende von Royal Dutch Shell und BP?

Foto: The Motley Fool

In den letzten zehn Jahren hat sich die Ölbranche dramatisch verändert. Technologische Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Kosten, um Öl aus unkonventionellen Quellen zu fördern, gefallen sind. Und da der Ölpreis in den letzten zwei Jahren gesunken ist, haben die Schieferölproduzenten Zeit und Ressourcen aufgewendet, um die Kosten noch weiter zu senken.

Das Ergebnis ist ein unerbittlicher Kampf um die niedrigsten Kosten und um die Verbesserung der Effizienz. Es wird geschätzt, dass die meisten Schieferölfelder in den USA sogar bei 60 US-Dollar je Barrel den Break-even-Punkt erreichen. Scott Sheffield, Chef von Pioneer Natural Resources, behauptet, dass Pioniers Vorsteuerkosten auf 2,25 US-Dollar je Barrel gefallen sind.

Schieferölproduzenten waren außerdem in der Lage, die Zeit auf rund 150 Tage zu verkürzen, die es bedarf, um eine Ölquelle produktiv zu machen. Die traditionellen Hochseeprojekte können hingegen Jahrzehnte dauern, bis sie Öl fördern.

Einfach ausgedrückt, in den letzten Jahren sind Schieferölproduzenten immer effizienter geworden, und das sind furchtbare Nachrichten für traditionelle Ölproduzenten wie Shell (WKN:A0D94M) und BP (WKN:850517).

Neue, flexible Produzenten

Die nordamerikanischen Schieferölproduzenten haben sich als anpassungsfähige Produzenten herausgestellt. Wenn der Ölpreis steigt, können sie schnell Öl fördern, um die gestiegene Nachfrage auszunutzen. Leider ist es so, dass durch eine große Zahl an so flexiblen Anbietern, die schnell zur Stelle sind, wenn es ein Nachfrageungleichgewicht gibt, die Preise wahrscheinlich in Zukunft niedrig bleiben werden.

Das sind schlechte Nachrichten für BP und Shell. Diese zwei Ölgiganten haben Milliarden in komplexe Hochseeanlagen gesteckt, als Öl noch für 100 US-Dollar je Barrel gehandelt wurde. Nun sind sie nicht wirtschaftlich zum gegenwärtigen Preis. Diese Unternehmen haben zudem neue Hochseeprojekte in der Pipeline.

Ein Bericht aus dem Thinktank Chatham House, der Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, fasste die Risiken zusammen, denen sich große Ölförderer wie Shell und BP heute gegenübersehen. In der Vergangenheit bestand die Reaktion der großen Produzenten auf einen fallenden Ölpreis darin, die Fördermenge zu drosseln, Kosten zu senken und darauf zu warten, bis die Preise wieder steigen. Der Bericht von Chatham House warnt, dass dieses Mal das gewohnte Vorgehen nicht funktioniert, da der Ölmarkt „durch einen fundamentalen Wandel, getrieben von einer technologischen Revolution und geopolitischen Veränderungen, geht“.

Der Anfang vom Ende?

Es scheint, als ob sich Shell und BP ändern müssen, um in der neuen normalen Ölwelt zurechtzukommen.

Shell hat eine beachtliche Schieferölsparte in Nordamerika, aber das ist nicht genug, um dem Unternehmen zu helfen, die Situation zu meistern. Die Übernahme von BG Group, die 35 Milliarden GBP gekostet hatte, war eine große Wette auf die Hochseeförderung. Auch wenn es dem Konzern eine Führungsposition bei Flüssigerdgas eingebracht hat.

BP hat seine Kosten um 5,6 Milliarden US-Dollar in den letzten zwei Jahren gesenkt und erwartet, dass es weitere 7 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahr einsparen kann. Das sind deutliche Zahlen, die zeigen, dass BP schnell schrumpft.

Allerdings kann nur die Zeit zeigen, ob das der Anfang vom Ende der großen Ölmultis ist. Alles hängt davon ab, wie sich die Branche an die sich wandelnde Situation in den kommenden Jahren anpasst.

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The Motley Fool UK empfiehlt BP und Royal Dutch Shell B.

Dieser Artikel wurde von Rupert Hargreaves auf Englisch verfasst und am 04.08.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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