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Alles, was du vor der Zahlenvorlage zu E.On wissen musst

Quelle: Uniper

Treue Aktionäre von E.On (WKN:ENAG99) sind Leid gewohnt. Seit Jahren kennt der Chart nur eine Richtung und immer bleibt die Frage: Kann es wirklich noch eine Etage tiefer gehen? Seit knapp einem Jahr wird im Bereich von 9 Euro ein Boden gesucht. Mit der Vorlage des Halbjahresberichts am Mittwoch wird möglicherweise eine neue Richtung vorgegeben. Zur Vorbereitung habe ich hier alles Wichtige zu E.On zusammengefasst.

Das Uniper-Spin-off

Das derzeit beherrschende Thema betrifft die geplante Aufspaltung. Sie soll der große Befreiungsschlag werden und hier wird es jetzt ernst, denn bereits im September soll Uniper an der Börse notieren.

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Die Vorfreude darauf wird jedoch aktuell arg getrübt. Das Handelsblatt berichtet davon, dass die fossilen Kraftwerke mit einer viel zu hohen Bewertung in den Büchern stehen. Wo andere Unternehmen stille Reserven heben, muss E.On also voraussichtlich mal wieder saftige Abschreibungen vornehmen. Da das Management sich wohl vor der Zahlenvorlage eine übliche Schweigeperiode auferlegt hat, bleibt diese Behauptung unkommentiert.

Andererseits stellen die internationalen Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke auch nur eines von mehreren Standbeinen von Uniper dar. Weltweite Handelsaktivitäten, technische Dienstleistungen sowie die Speicherung und Durchleitung von Erdgas werden ebenfalls erheblich zum Ergebnis beitragen. Außerdem beschäftigt man sich intensiv mit der Einspeisung von aus überschüssigem Windstrom erzeugtem Wasserstoff.

Nebenbei zu „Uniper“: Dass man auf die ungewöhnliche Adresse www.Uniper.Energy ausweichen musste, weil unter den üblichen Top-Level-Domains Kondome und Beratungsleistungen vertrieben werden, erscheint auch nicht optimal.

Aber gut, Uniper ist ein Großhandelsunternehmen. Da sind solche Nebensächlichkeiten nicht kriegsentscheidend. Allerdings scheint das ganze Projekt nach dem Hin und Her mit den AKW noch nicht ganz sattelfest zu sein. Die Gewerkschaften drohen mit Streiks, falls der Konzern zu stark an der Kostenschraube drehen sollte. Weiterhin unklar ist, wie stark die Bilanz sein wird.

Da hat Bayer (WKN:BAY001) bei ihrer erfolgreichen Covestro (WKN:606214)-Abspaltung ihre Hausaufgaben aus meiner Sicht deutlich besser erledigt. Für E.On wird es jetzt Zeit, alle Eckpunkte festzuzurren, um die Unsicherheit bei den Marktteilnehmern zu reduzieren. Vielleicht wissen wir schon Mittwoch wieder etwas mehr.

Spannend wird jedenfalls sein, wie sich das Verhältnis der geschiedenen Unternehmen entwickeln wird, vor allem, wenn sich E.On ab 2018 von den restlichen Uniper-Aktien löst.

Der Fokus auf dezentrale Energie

Die verbleibende E.On wird nämlich hart daran arbeiten, mit ihren dezentralen Energielösungen Uniper das Wasser abzugraben. Sie sieht sich als ein Know-how-Führer, wenn es um die kundenspezifische Auslegung von Wärme und Strom erzeugenden Kraftwerken sowie deren Anbindung und Betrieb geht. Zuletzt konnte ein Berliner Standort von Procter & Gamble (WKN:852062) von den Vorzügen eines ausgefeilten Konzepts überzeugt werden.

Auch mit Brennstoffzellen, Wellenkraftwerken und anderen Erzeugungsformen hat der Konzern bereits viel Erfahrung sammeln können. Auf diese Weise wird E.On auch immer mehr zu einem Technologie-Integrator und erstem Ansprechpartner für Produktionsbetriebe und Immobiliengesellschaften.

Für die Zukunft wird es wichtig sein, dass E.On seine starke Stellung weiter ausbauen kann, um daraus ein nachhaltig profitables Geschäft zu machen. Vielleicht gibt das Management zusätzliche Hinweise darauf, welche Fortschritte bereits erzielt wurden und welche strategischen Schwerpunkte gesetzt werden.

Die BREXIT-Folgen

E.On ist umfassend in Großbritannien engagiert, von Offshore-Wind und der Kraft-Wärme-Kopplung über Erdgas-Aktivitäten, die bis hin zur Endkunden-Versorgung. In einem ersten Statement Ende Juni hieß es, dass die Folgen für den Konzern „beherrschbar“ seien. Schließlich sei die UK-Einheit kaum international verflochten. Außerdem habe man langfristige Pfund-Schulden, die jetzt leichter zu bedienen sind.

Trotzdem bedeutet der Pfund-Verfall zunächst sinkende Umsätze. Weitere Einbußen könnten aus der Investitionszurückhaltung folgen, die derzeit das Geschehen beherrscht. Weniger wirtschaftliche Aktivität bedeutet auch weniger Stromverbrauch. Bereits zuvor litt die britische Wirtschaft unter einer Deindustrialisierung, insbesondere in der stromhungrigen Stahlbranche.

Von daher können wir gespannt sein, ob das Management eine aktualisierte Einschätzung der Lage geben wird.

Fazit

Im letzten Quartalsbericht wurde der Jahresausblick noch bestätigt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass ein weiterhin schwacher Energiemarkt, der Brexit-Effekt, möglicherweise erneut notwendige Abschreibungen, die AKW-Problematik und drohender Streit mit der Belegschaft dem einen Strich durch die Rechnung machen.

Wenn wir aber den Blick etwas weiten, sehen wir, dass viele dieser Herausforderungen in den kommenden Quartalen gelöst werden können. Schon in wenigen Wochen werden Aktionäre Uniper-Aktien ins Depot gelegt bekommen, dann herrscht auch wieder etwas mehr Klarheit.

Die Entscheidung für oder gegen eine Investition in E.On zum jetzigen Zeitpunkt hängt letztlich davon ab, ob du dem Management zutraust, diese komplexe Phase des Unternehmens erfolgreich zu stemmen. In dem aktuell niedrigen Kursniveau ist meines Erachtens bereits ein sehr pessimistisches Szenario eingepreist, sodass die Chancen gut stehen, dass bei rund 9 Euro endlich ein Boden gefunden werden kann.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt Procter and Gamble.

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