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Aktien im Rückblick: Tolle Zahlen von Siemens, Lufthansa und Beiersdorf enttäuschen, Allianz unter Druck

Foto: Pixabay, Hans

Nach einem komfortablen Plus von rund 7 % im Juli hätten sich die Börsenbeobachter in der zu Ende gehenden Handelswoche gemütlich zurücklehnen und still die Entwicklung ihrer Investments genießen können – wenn nicht so viele Quartalszahlen veröffentlicht worden wären. Diese sorgten bei einzelnen Werten für deutliche Kursbewegungen und verhagelten den Marktteilnehmern am Dienstag die Laune.

Weil’s an den anderen Tagen besser lief, steuert der DAX allerdings nur auf einen kleinen Wochenverlust zu …

Was war an der Börse los?

Der DAX (WKN:846900) startete mit einem kleinen Verlust in den August: Das deutsche Kursbarometer fiel am Montag um 0,1 Prozentpünktchen auf 10.331 Zähler.

Wesentlich größer war der Abschlag, den Aktionäre des Versorgers RWE (WKN:703712) hinnehmen mussten: Ihre Papiere verbilligten sich um 3,8 % und landeten ganz unten in der DAX-Liste. Die Führung des Essener Konzerns hatte zuvor verlauten lassen, dass sie in den Geschäftsbereichen, die ins Tochterunternehmen Innogy ausgegliedert werden sollen, ein Gewinnminus erwartet. Im Sog von RWE tauchten auch die Anteilscheine des Konkurrenten E.ON (WKN:ENAG99) um mehr als 2 % ab.

Den größten Kursgewinn im DAX verbuchte wieder einmal die Aktie von Adidas (WKN:A1EWWW), die im Tagesverlauf ein neues Rekordhoch markierte und bei Handelsschluss ein Plus von 1,4 % zeigte.

Richtig gut flutschte es auch bei der im MDAX (WKN:846741) notierten Aktie von Fuchs Petrolub (WKN:579430), die sich an die Spitze des deutschen Midcap-Index setzte. Die Marktteilnehmer quittierten die Halbjahreszahlen des Schmierstoffproduzenten, die deutlich besser als erwartet ausgefallen waren, mit einem Aufschlag von 3 %.

Ein wichtiges Gesprächsthema auf dem Parkett waren die Ergebnisse des Stresstests der Europäischen Bankenaufsicht, bei dem sich weder die Commerzbank (WKN:CBK100) noch die Deutsche Bank (WKN:514000) mit Ruhm bekleckert hatten. Kein Wunder also, dass deren Anteilscheine mit einem Minus von jeweils rund 2 % tief in den Börsenkeller geschickt wurden.

Am Dienstag ging es bei den Banktiteln weiter bergab. Die Commerzbank brach um satte 9,2 % ein, nachdem der Vorstand bei der Vorlage schwacher Halbjahreszahlen verkündet hatte, dass 2016 ein Erreichen des Vorjahresergebnisses illusorisch sei. Die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank sank um 5 %. Nur der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass die Aktien beider Geldhäuser damit bei neuen Rekordtiefs angekommen sind.

Deutlich nach unten ging es auch bei Infineon (WKN:623100), die sich im Juli durchaus wacker geschlagen hatte: Bei der Aktie des Halbleiterkonzerns setzten nach der Vorlage von Geschäftszahlen Gewinnmitnahmen ein. Deren Folge: ein Kursverlust von 4,9 %.

Miese Stimmung herrschte auch bei den Aktionären der Lufthansa (WKN:823212), deren Kurs mehr als 3 % nachgab. Anlass für den Abschlag: Die Kranich-Airline wollte wegen eines Buchungsrückgangs und der derzeitigen Terrorangst kein konkretes Gewinnziel fürs laufende Jahr ausrufen.

Und wie lief am Dienstag der Gesamtmarkt? Angesichts der quartalszahlenbedingten Abschläge ging der deutsche Leitindex um 1,8 % in die Knie und notierte beim Xetra-Schluss mit 10.144 Punkten.

Am Mittwoch war die Stimmung auf dem Parkett zwar besser, aber immer noch angespannt. Als unterstützend erwies sich ein fallender Euro-Kurs. Das Börsenbarometer stieg um 0,3 % auf 10.170 Zähler. Wegen guter Quartalszahlen war die Aktie der Deutschen Post (WKN:555200) stark gefragt. Mit einem Plus von mehr als 3 % belegte das Logistik-Papier den Spitzenplatz in der deutschen Blue-Chip-Liste.

Als eines der ersten deutschen Brexit-Opfer entpuppte sich die Axel Springer SE (WKN:550135). Der international aktive Medienkonzern, zu dem u. a. auch das Qualitäts- und Enthüllungsblatt BILD gehört, musste wegen des schwachen Britischen Pfunds sein Umsatzziel fürs laufende Jahr senken. Die Marktteilnehmer senkten deshalb den Daumen und schickten die Aktie mit einem Verlust von 3,5 % ans untere MDAX-Ende.

Während die Frankfurter Investmentprofis bereits in Feierabendlaune ihren Äppelwoi oder Schlimmeres konsumierten, beendete der Dow-Jones-Index in New York eine siebentägige Verlustserie. Auch der Ölpreis, der zu Wochenbeginn stark gefallen war, zeigte Erholungstendenzen.

Beides gab am Donnerstag dem DAX neuen Auftrieb. Der deutsche Leitindex verbesserte sich um 0,6 % auf 10.228 Zähler. Sein Londoner Indexkollege, der FTSE 100, konnte sogar 1,6 % zulegen, nachdem die Bank of England zwecks Minderung der Brexit-Unsicherheit ihren Leitzins gesenkt und ihr Anleihenkaufprogramm ausgeweitet hatte.

Der unangefochtene Spitzenwert im DAX und im europäischen Auswahlindex Euro Stoxx 50 (WKN:965814) war die Aktie von Siemens (WKN:723610), die einen Kursgewinn von 4,5 % verbuchte. Der Elektrokonzern hatte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Erwartungen der Analysten übertroffen und seine Geschäftsprognose angehoben.

Einen Umsatzrückgang im ersten Halbjahr meldete hingegen der Konsumgüterproduzent Beiersdorf (WKN:520000) und begründete diesen u. a. mit seiner schwächelnden Tesa-Sparte. Die Folge der für Beiersdorf-Aktionäre unerfreulichen Nachricht: Ihre Anteilscheine zeigten die schlechteste Tagesperformance im DAX und verloren über 4 %.

Am Freitag machte die Allianz (WKN:840400) mit schlechten Quartalszahlen auf sich aufmerksam: Wegen Abschreibungen beim Verkauf eines Tochterunternehmens in Südkorea sowie diverser Naturkatastrophen ging der Gewinn des Versicherers deutlich zurück. Obwohl der Münchener Konzern seine Jahresziele trotz dieser Gewinndelle bekräftigte, gab die Aktie bis 12:35 Uhr über 4 % nach. Der DAX setze unterdessen seinen vorsichtigen Aufwärtskurs fort und notierte 0,2 % im Plus.

Wie geht es weiter?

Am Montag (08.08.) wird am frühen Morgen die chinesische Handelsbilanz für Juli veröffentlicht. Pünktlich zum Frühstück informieren uns die deutschen Statistiker über die Industrieproduktion im Juni. Hinweise auf die aktuelle Denke institutioneller Anleger liefert das Sentix-Investorenvertrauen. In den USA legt der Medienkonzern News Corp Quartalszahlen vor.

Am Dienstag (09.08.) gibt es Informationen über die Entwicklung der chinesischen Erzeuger- und Verbraucherpreise im Juli. Kurz vor Börsenbeginn liefert der Rückversicherer Munich Re (WKN:843002) Geschäftszahlen fürs zweite Quartal. Die Lufthansa gibt ihre Juli-Verkehrszahlen bekannt. In den vereinigten Staaten gibt der Unterhaltungskonzern Disney Quartalszahlen bekannt. Während die Börsianer in aller Welt diese frisch veröffentlichten Zahlenwerke studieren, parliert in Moskau der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan über demokratische Werte und Grundrechte.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein schönes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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