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Übernahmekosten beschädigen Visas Gewinn

Foto: Visa.

Visa (WKN:A0NC7B) legte am 21 Juli die Zahlen des dritten Quartals vor. Der weltweite Kreditkartenriese schloss seinen Zukauf in Europa während des Quartals ab. Die Kosten, die mit dem Deal verbunden sind, hatten einen spürbaren Einfluss auf die Finanzergebnisse des Unternehmens.

Die nackten Zahlen

 Kennzahl Q3 2016 Q3 2015 Wachstum (im Vergleich zum Vorjahr)
Operativer Umsatz 3,630 Milliarden USD 3,518 Milliarden USD 3 %
Nettogewinn 0,412 Milliarden USD 1,697 Milliarden USD -76 %
Gewinn je Aktie 0,17 USD 0,69 USD -75 %

Datenquelle: Visa Q3 2016 Finanz-Pressemitteilung

Was ist mit Visa in diesem Quartal passiert?

Der operative Nettoumsatz stieg um 3 % im Vergleich zum Vorjahr auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Dies wurde durch mehr Zahlungen und ein größeres Transaktionsvolumen erreicht. Wenn wir die Währungsschwankungen herausrechnen, stieg der Umsatz sogar um 6 %.

Der Umsatz für Dienstleistungen wuchs um 6 % auf 1,6 Milliarden US-Dollar, da das Transaktionsvolumen um 12 % bei konstanter Dollarbasis auf 1,3 Billionen US-Dollar stieg. Der Umsatz für Datenverarbeitung stieg um 10 % auf 1,5 Milliarden, da sich die Zahl der verarbeiteten Zahlungen im Visanetzwerk um 10 % auf 19,8 Milliarden erhöht hat. Der Umsatz für internationale Transaktionen stieg um 4 % auf 1,1 Milliarden US-Dollar und sonstige Umsätze trugen mit 209 Millionen US-Dollar zum Ergebnis bei. Das ist ein Anstieg von 5 % gegenüber dem dritten Quartal 2015.

Kundenanreize, welche dem Umsatz entgegenspielen, betrugen 839 Millionen US-Dollar. Das sind 18,8 % des Bruttoumsatzes. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 16 %.

Die gesamten operativen Kosten sprangen um 155 % auf 3,2 Milliarden US-Dollar aufgrund von Zahlungen, die mit der Übernahme von Visa Europe zusammenhängen. Ohne diese nicht wiederkehrenden Kosten lagen die bereinigten Kosten bei 1,2 Milliarden US-Dollar. Das sind 7 % weniger als im Vorjahresquartal. Der Grund hierfür sind vorrangig niedrigere Personal- und Marketingkosten.

Der bereinigte Nettogewinn – welcher die besonderen Posten, die mit der Übernahme von Visa Europe in Verbindung stehen, nicht enthält, fiel um 10 % auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Das ist hauptsächlich das Ergebnis einer Steuererstattung, die das dritte Quartal 2015 von Visa betraf. Der bereinigte Gewinn je Aktie, der ein bisschen durch Aktienrückkäufe gestützt wurde, sank um 7 % auf 0,69 US-Dollar.

Visa Europe

Visa kaufte am 21. Juni 100 % von Visa Europe. Das Unternehmen ist der Meinung, dass die Übernahme Visa in die Lage versetzt, mehr Wert durch ein größeres Verkaufsvolumen zu erzielen. Zudem sollen durch die Umwandlung von Visa Europe vom Lizenznehmer zu einem For-Profit-Unternehmen Effizienzgewinne erzielt werden. Dafür zahlt Visa 13,9 Milliarden im Voraus und zusätzliche 1,2 Milliarden US-Dollar plus 4 % Zinsen in drei Jahren nach der Übernahme. Visa gibt zudem ungefähr 6,1 Milliarden konvertierbare, Vorzugsaktien aus, um die Übernahme zu finanzieren.

Was das Management dazu sagte

„Obwohl sich in der globalen Wirtschaftssituation nur wenig geändert hat und der länderübergreifende Handel durch den starken Dollar eine Herausforderung ist, bleiben die inländischen Konsumentenausgaben stark und widerstandsfähig“, sagte CEO Charlie Scharf in einer Pressemitteilung. „Wir sind darüber hinaus erfreut, unsere Übernahme von Visa Europe abgeschlossen zu haben und bleiben optimistisch, dass wir als vereintes globales Unternehmen einen bedeutenden Wert für unsere Kunden und die Wirtschaft in Europa darstellen.“

Scharf hob zudem die Entscheidung des Vorstandes von Visa hervor, die Größe des Aktienrückkaufprogramms zu erhöhen.

“Um unser Vertrauen in das Geschäft und unseren Wunsch, die Verwässerung durch die Ausgabe der Vorzugsaktien zu reduzieren zu zeigen, haben wir 5,5 Milliarden Aktien seit Jahresbeginn zurückgekauft und unser Vorstand hat unser Rückkaufprogramm um 5 Milliarden US-Dollar auf 7,3 Milliarden US-Dollar erhöht”, sagte Scharf. „Dies trägt zu unserem beständigen Streben bei, überschüssiges Geld an unsere Aktionäre auszuschütten.“

Ausblick

Visa aktualisierte den Ausblick für das Finanzjahr 2016. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von 7 % bis 8 % auf konstanter Währungsbasis. Visa Europe soll 3 bis 4 Prozentpunkte an Wachstum beisteuern.

Visa bestätigte auch seinen Ausblick für ein niedriges zweistelliges Wachstum des Gewinns je Aktie und ungefähr 7 Milliarden USD freien Cashflow.

„Vorausschauend erwarten wir, dass sich die Ergebnisse im kommenden Quartal leicht verbessern, ähnlich den Ergebnissen der ersten Jahreshälfte“, fügte Scharf hinzu. „Im Hinblick auf das gesamte Finanzjahr 2017 ist unser grundlegendes Geschäft stark. Und durch überlappende Effekte bezüglich ähnlicher Ausgabemuster von Konsumenten haben wir ein gutes Gefühl hinsichtlich unserer Fähigkeit, stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum zu erzielen.“

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Visa.

Dieser Artikel wurde von Joe Tenebruso auf Englisch verfasst und am 26.07.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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