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Linde legt Halbjahreszahlen vor: Was du jetzt wissen musst

Foto: Linde AG

Am 28.07. präsentierte Linde (WKN:648300) seine Zahlen für das erste Halbjahr 2016. Die Anleger waren nicht gerade begeistert und bescherten der Aktie einen Abschlag von zeitweise mehr als 2 %. Ausschlaggebend hierfür dürfte der sinkende Umsatz gewesen sein. Die Münchener hatten aber auch Positives zu vermelden.

Welche Dinge das sind und was du sonst noch zum Halbjahresbericht wissen musst, habe ich in den folgenden Zeilen für dich zusammengefasst.

Sorgenkind Engineering Division

Der Umsatz des Linde-Konzerns ist verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5,3 % gefallen. Hauptgrund hierfür ist der Umsatzrückgang von fast 20 % in der Engineering Division, welche ihren Kunden schlüsselfertige Anlagen zur Herstellung und Behandlung von Gasen anbietet.

Linde begründet den Umsatzrückgang vor allem mit dem niedrigen Ölpreis und der damit einhergehenden Nachfragezurückhaltung aus den Bereichen Erdöl und vor allem Erdgas. Sollten Investoren sich deswegen Sorgen machen?

Zumindest könnte eine dauerhaft schwächelnde Erdöl- und Erdgasbranche auch das Anlagengeschäft von Linde weiterhin negativ beeinträchtigen. Meiner Meinung nach sollten Investoren daher in nächster Zeit nicht mit signifikant steigenden Umsätzen in der Engineering Division rechnen.

Hoffnungsträger Healthcare

Da Linde es aber schon immer verstanden hat, sein Know-How rund um Gase in vielen verschiedenen Bereichen gewinnbringend einzusetzen, müssen wir uns wegen eines schwächelnden Segmentes nicht den Kopf zerbrechen. Der Bereich Healthcare, welcher seinen Kunden gasförmige Arzneimittel und zugehörige Medizinprodukte anbietet, befindet sich beispielsweise weiter auf Wachstumskurs.

So legte der Umsatz der Healthcare-Sparte im ersten Halbjahr 2016 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 1,8 % zu. Rechnet man die Übernahme von American HomePatient Inc. mit in den Umsatz ein, lag das Plus sogar bei 8,5 %. Im Medizinbereich ist Linde also weiter am Wachsen.

Einziger Wermutstropfen: In Amerika werden weitere Preisreduzierungen durch staatliche Ausschreibung wirksam. Dies könnte sich als kleiner Bremsklotz für das ansonsten florierende Geschäftsfeld herausstellen.

Steigender Gewinn

Positiv zu bewerten ist der gestiegene Gewinn. Dieser kletterte trotz niedrigerer Umsätze von 3,12 Euro je Aktie auf 3,40 Euro. Verantwortlich für diesen Gewinnsprung waren Einsparungen im Vertrieb. So sank die Vertriebskostenquote von 15,1 % im Vorjahreszeitraum auf 14,5 % im ersten Halbjahr 2016.

Diese Quote stellt den Anteil der Vertriebskosten am Umsatz eines Unternehmens dar. Im Technologiebereich erscheinen mir Vertriebskostenquoten jenseits der 10 % als relativ hoch. Es könnte also durchaus sinnvoll sein, an dieser Stelle Einsparungen vorzunehmen. Im ersten Halbjahr jedenfalls hat man dieser Maßnahme den gestiegenen Gewinn zu verdanken.

Mein Fazit

Trotz eines fallenden Umsatzes konnte Linde seinen Gewinn durch Einsparungen erhöhen. Darum denke ich, dass die Aktionäre wohl wieder mit einer leicht steigenden Dividende für das Geschäftsjahr 2016 rechnen können.

Langfristig hat der Halbjahresbericht nichts an meiner Einschätzung zum Unternehmen Linde geändert. Aufgrund der Fähigkeit, das vorhandene Wissen und die Erfahrung rund um Gase umsatzsteigernd in den verschiedensten Branchen und Anwendungen einzusetzen, halte ich Linde nach wie vor für ein wunderbares Unternehmen.

Ist Linde es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie Linde investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob Linde wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

Thomas Brantl besitzt Aktien von Linde. The Motley Fool empfiehlt Linde.

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