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Der einzig wahre Grund, warum Gold und Silber weiter steigen sollten

Es war ein außergewöhnliches Jahr für einen Investor. In nur sieben Monaten haben wir den schlechtesten 2-Wochen Start ins neue Jahr in der Geschichte erlebt, aber auch ein unersättliches Rennen innerhalb eines Quartals, indem der S&P 500 wieder schwarze Zahlen schrieb, wie es seit 1933 nicht mehr war

Aber das Jahr gehört wahrlich den Edelmetallen und Minenbetreibern, die sich überraschend als Gewinner erwiesen. Nach einem jahrelangen Abwärtstrend, der 2010 für Silber und 2011 für Gold begann, hatten beide Metalle in 2016 ihr Comeback. Im Vergleich zum letzten Jahr ist der aktuelle Goldpreis ungefähr 25 % und Silber 44 % höher. Silber tendiert dazu den Bewegungen von Gold zu folgen, obwohl es nur ein selten-gehandeltes Metall und eher volatil ist.

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Die Gewinne, die wir den zugrundeliegenden Metallen verdanken, haben die Minenbetreiber auf einen Höhenflug geschickt. Alle 22 Goldminenbetreiber, mit einer Bewertung von 300 Millionen US-Dollar oder mehr, sind in diesem Jahr um mindestens 38 % gestiegen, 16 dieser 22 um mehr als 100 %. Das Gleiche geschah mit Silber: alle sechs Minenbetreiber, die sich auf glänzende Metalle spezialisieren, sind über 100 % gestiegen.

Nebensächliche Gründe, warum Gold und Silber steigen

Viele Ereignisse der letzten Zeit waren zu Gunsten der Aktien von Gold- und Silberminenbetreiber, als auch für die zugrundeliegenden Metalle, die sie produzieren. Zum Beispiel scheint Unsicherheit die neue Norm zu sein – die Wall Street und skeptische Investoren warten nur noch darauf, bis der nächste Baum fällt. Britanniens Entscheidung die Europäische Union zu verlassen könnte eines dieser Anlässe sein, die in den nächsten Jahren nachteilig das Wachstum im Vereinigten Königreich und in der EU beeinflussen. Keiner ist sich wirklich sicher, was passieren wird, da es der Präzedenzfall ist. Unsicherheit hat so einige Probleme geschaffen, angefangen von heftigen Arbeitsplatzzahlen bis hin zu unerwartet langsameren BIP Wachstum.

Angebot und Nachfrage ist ein anderer Grund, warum die Metallpreise gestiegen sind. Sie können immer aus emotionalen und irrationalen Gründen steigen, zum Beispiel, wenn sich Marktkorrekturen zuspitzen. Jedoch tendieren Metallpreise auch dazu von traditionellenn und grundlegenden Kennzahlen von Angebot und Nachfrage getrieben zu werden. Minenbetreiber haben ihre Produktion in den letzten Jahren, zugunsten der Vergrößerung ihrer profitabelsten und kostengünstigsten Minen, runter gedreht. Das hat den Produktionswachstum verlangsamt, in Zeiten, in der die Nachfrage nach Silber in der Solarindustrie und Gold für Zentralbanken und Investoren gestiegen ist. Solange die Nachfrage stark bleibt, haben Gold und Silber eine Art Preisunterstützung.

Nach einem jahrelangen Abwärtstrend der Edelmetallpreise haben in den letzten drei Jahren Gold- und Silberunternehmen außerordentliche Arbeit mit der Verbesserung ihrer Bilanzen und Kostenkürzungen geleistet. Barrick Gold (WKN: 870450) zahlte 2015 mehr als 3 Milliarden US-Dollar Schulden zurück und hat das Ziel noch weitere 2 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr abzubauen. Nach dem es das Bilanzjahr 2014 mit 13 Milliarden US-Dollar Schulden abgeschlossen haben, scheint Barrick nun auf dem richtigen Weg zu sein, bis 2018 sein mittelfristiges Ziel von 5 Milliarden US-Dollar Gesamtschulden zu erreichen. Der Schuldenabbau bietet Barrick mehr Flexibilität und reduziert auch den Zinsaufwand, welches substanziell seine Profitabilität verbessert. Barrick Gold hat 2016 auch erwartungsgemäß die niedrigsten All-In Sustaining Costs (AISC) (dt. nachhaltige Gesamtkosten) unter den großen Goldproduzenten, mit einem Zentralwert von 785 US-Dollar pro Unze unter AISC.

Der wahre Grund, warum Gold und Silber weiter hochsteigt

Trotz allem sind die zuvor genannten Faktoren nur sekundäre Gründe, die sowohl den Gold- und Silberpreis, als auch die zugrundeliegenden Unternehmen, die diese Metalle produzieren, hochtreiben. Der einzig wahre Grund zuversichtlich zu sein, sind die Opportunitätskosten und die Rendite.

Opportunitätskosten sind definiert als „der Verlust eines potenziellen Gewinns durch andere Alternativen, wenn eine Alternative ausgewählt wurde.“ In der Geschichte waren Zins-basierte Anlagen, wie U.S. Treasuries, Geldmarktkonten oder andere Bankbescheinigungen, konstante Quellen für ein beinah sicheres Einkommen für Rentner und andere risikoscheue Investoren. Diese haben regelmäßig die Inflationsrate übertroffen, haben sozusagen realen Wohlstand zu minimalem Risiko generiert. Falls du einem Investor vor 10 Jahren das Angebot zwischen einem Einlagezertifikat mit 5 % oder den Kauf von Gold, das keine Dividende zahlt, vorgelegt hättest, hätten die meisten das sichere Einkommen des Einlagezertifikates gewählt, welches die Inflationsrate übertrifft.

Heute erzielen in einigen Fällen Zins-basierte Anlagen nicht einmal Pennys für den Dollar. Einlagezertifikate haben eine Rendite von nicht einmal 1 % und Anleihen sind weiterhin auf ihrem niedrigsten Niveau in der Geschichte. Eine Treasury Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit erzielt knapp 2,3 %, welches über der aktuellen Inflationsrate liegt. Jedoch, sich auf 2,3 % für die nächsten 30 Jahre festzulegen könnte schlimm enden, falls Inflation über die historische Norm von 3 % hinaus ansteigt. Obwohl du nominalen Gewinn machst, würdest du real Geld verlieren, falls die Inflationsrate steigt. Das bedeutet, dass die Opportunitätskosten von 1 %-igen Einlagezertifikaten (oder Geldmarktkonten), oder einer nah-am-Tiefpunkt-liegende Rendite für T-Anleihen, den Besitz von Gold und Silber attraktiver machen.

Normalerweise fällt es Gold und Silber schwer mit dem Aktienmarkt mitzuhalten. Der Grund ist, dass der Aufstieg am Aktienmarkt ein Zeichen für Zuversicht ist, und Zuversicht wird an der Wall Street und unter den Investoren oft als ein Gefühl von Gewissheit interpretiert. Aber ich glaube, dass wir Zeugen von etwas Einzigartigem sind: Gold und Silber steigen Hand-in-Hand mit dem allgemeinen Aktienmarkt. Wieso? Weil alles auf Zinsen und Opportunitätskosten basiert. Geringe Zinsen erlauben Unternehmen günstig Geld zu leihen und in ihre Zukunft zu investieren, während es Investoren dazu auffordert, Gold und Silber zu kaufen, im Gegensatz zu Anleihen oder anderen zins-basierten Anlagen.

Diese zwei Aktien spüren den Einfluss vom Gold- und Silberanstieg sofort

Falls du nach dem best-möglichstem Weg suchst, auf dem Zug von Gold und Silber aufzuspringen, dann wäre meine Empfehlung nicht der eigentliche Kauf von Edelmetallen. Stattdessen würde ich mich auf Lizenzen und Aktien von Gold- und Silberbauer fokussieren, die am meisten von einem Anstieg der zugrundeliegenden Edelmetallpreise profitieren.

Die zwei Industriegiganten sind Royal Gold (WKN: 885652) und Silver Wheaton (WKN: A0DPA9). Das Einzigartige an diesen „Minenbetreibern“ ist, dass sie nicht in dem Geschäft des traditionellen Minenabbaus, Entwicklung und Pflege sind. Royal Gold und Silver Wheaton erzielen, durch eine Vorauszahlung oder einer Zahlungsreihe, langfristige oder lebenslange Verträge für die Produktion von spezifischen Edelmetallen. Noch wichtiger ist die Tatsache, dass die Endprodukte, die sie von den Minenbetreibern bekommen, mit denen sie im Vertrag sind, viel günstiger sind als der aktuelle Gold- und Silberpreis.

Nehmen wir Silver Wheaton als ein perfektes Beispiel. Während seines ersten Quartals zahlte es im Durchschnitt 4,14 US-Dollar für jede Unze Silber, die es bekommen hat, und nur 389 US-Dollar pro Unze Gold. Das bedeutet, dass Silver Wheatons Gewinnmarge bei knapp 16 US-Dollar pro Unze Silber, und über 900 US-Dollar für Gold liegt. Sogar wenn Gold- und Silberpreise signifikant sinken würden, würden Silver Wheaton und Royal Gold rentabel bleiben, was beruhigend ist für Investoren.

Lizenzzahlende Minenbetreiber sind auch verlässlicher mit der Dividendenzahlung, welches deine Gewinne weiter verbessern kann. Und auch dieses Mal basieren die Dividenden nicht auf den zugrundeliegenden Metallen. In anderen Worten, falls Gold und Silber weiter ansteigen, ist es wahrscheinlich, dass die Auszahlungen von Silver Wheaton und Royal Gold auch steigen. Derzeit zahlen Royal Gold und Silver Wheaton jeweils 1,2 % und 0,8 %.

Falls Gold und Silber weiter ansteigen, sind beide Unternehmen definitiv einen Blick wert.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Silver Wheaton.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 28.07.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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