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5 unterbewertete Wachstumsaktien, die du heute kaufen kannst: BofI Holding, Biogen, Fitbit, Interactive Brokers Group, NXP Semiconductors

Günstige Aktien können dem Profit natürlich sehr zuträglich sein. Allerdings ist nicht jede günstige Aktie es wert, in dein Portfolio aufgenommen zu werden – es gibt halt oft gute Gründe, aus denen die Aktien billig zu haben sind. Wir haben mal fünf unserer liebsten Fool-Autoren gefragt, welche günstigen Aktien sie bevorzugen. Diese Unternehmen sind in allen möglichen Branchen zuhause, haben aber eine Sache gemeinsam: für jede Aktie gibt es einen Katalysator, der den Wert nach oben treibt, außerdem sind sie zu einem vernünftigen Preis zu haben. Im weiteren Verlauf erklären wir, warum die jeweiligen Aktien genau das richtige für dein Portfolio sein könnten.

Preisgünstige Bank in Nöten

Jason Hall: Es gibt nicht viele Wachstumsaktien, die so unterbewertet gehandelt werden wie Bofl Holding (WKN:A0D8WZ), allerdings gibt es dafür zumindest ein paar Gründe. Immerhin ist die Bank im letzten Jahr Gegenstand zahlreicher Vorwürfe geworden, darunter illegale Handlungen des CEO bis hin zu schmutzigen, wissentlich durchgeführten Geschäften – und das ist nicht alles.

Das alles zusammen hat dazu geführt, dass der Aktienwert der im Internet beheimateten Bank sich vom Höchststand halbiert hat und das Preis-Buchwert-Verhältnis auf einen Faktor geführt hat, den normalerweise Banken haben, die 70x größer sind:

Bofi Price-to-Book-Value. Daten von YCharts

Bofi Price-to-Book-Value. Daten von YCharts

Kurz: Bofi ist eine kosteneffiziente Wachstumsmaschine, und ich persönlich glaube nicht an die Vorwürfe, die, nebenbei gesagt, von anonymen Bloggern in die Welt gesetzt wurden, die auf den Leerverkauf der Aktie setzen (und wahrscheinlich viel größere Leerverkauf-Hintermänner haben).

Versteh mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass die Vorwürfe falsch sind, weil es sich bei den Anklägern um Anonyme oder um Leerverkäufer handelt. Ich sage nur, dass das alles mittlerweile einen Punkt erreicht hat, wo aus Mücken ein Elefant gemacht hat und die wildesten Theorien kursieren. Und daran kann ich einfach nicht glauben.

Entweder die Vorwürfe stimmen, oder sie sind Murks. Aber es ist schwer vorstellbar, dass die regulativen Organe eine Bank ignorieren, in der angeblich so viele Dinge schieflaufen. Für mich klingt das alles eher wie eine exzellente Chance, ein kalkuliertes Risiko einzugehen. Wenn du in der Lage bist, ein bisschen Spannung auszuhalten, dann gibt es Aktien von Bofl zum günstigen Preis zu haben, von einem Unternehmen, dessen Einnahmen in den letzten fünf Jahren so aussahen:

Bofi EPS

Bofi EPS

Die Balance suchen und finden

Todd Campbell: Die Aktien von Biogen (WKN:789617) haben es Anfang des Jahres gut was abbekommen, als das Management verkünden musste, dass ein einst vielversprechendes Medikament zur Behandlung von MS Schwierigkeiten in den Tests nicht gut abschnitt.

Das war natürlich enttäuschend, allerdings ist der nun geringere Aktienpreis interessant für Menschen, die sich für Value-Aktien interessieren.

Mehr als ein Drittel eines Marktes, der mindestens 19 Milliarden US-Dollar wert ist, wird von den verschiedenen MS-Medikamenten aus dem Hause Biogen besetzt. Die Absätze im Q2 stiegen 12 % im Vergleich zum Vorjahr auf 2,9 Milliarden US-Dollar.

Dieses Wachstum wurde von stark bleibender Nachfrage nach Tecfidera gestützt, einem oral einzunehmendem Medikament, das jährlich 3,9 Milliarden US-Dollar reinbringt. Darüber hinaus sind die Medikamente Eloctate und Alprolix echte Renner. Im Q2 konnten deren Absatzzahlen zusammen 205 Millionen Dollar generieren, im Quartal im Vorjahr waren es noch 128 Millionen.

Wichtig: die kostensparenden Maßnahmen von Biogen sorgen dafür, dass der Absatz sich in Profit umwandelt. Der non-GAAP stieg 23 % auf 5,21 US-Dollar. Diese Performance sorgt dafür, dass der Ganzjahres non-GAAP zwischen 19,70 und 20 US-Dollar im Jahr 2016 liegen dürfte. Das bedeutet, dass Anleger Aktien kaufen können, die weniger als 14 Mal unter den Einnahmen dieses Jahres liegen.

Da Biogen eine der besten Bilanzen in Biotech aufweist, viele Milliarden Dollar wert an Rückkäufen starten will und die Rendite zweistellig wächst, ist diese eine meiner Lieblings-Wachstumsaktien.

Quelle: Fitbit

Quelle: Fitbit

Fitbit

Steve Symington: Ich finde, dass Anleger sich spätestens jetzt Gedanken machen sollten, ob sie nicht mal bei Fitbit (WKN:A14S7U) zuschlagen. Nachdem man in 2016 einen Verlust von 50 % erleiden musste, wird die Aktie des Wearable-Herstellers bei sehr vernünftigen 22-fachen der Einnahmen der letzten 12 Monate und dem sehr attraktiven 9,1-fachen der erwarteten Einnahmen gehandelt.

Das soll nicht heißen, dass der Verlust einfach so aus heiterem Himmel entstanden ist. Mein Fool-Kollege Demitrios Kalogeropoulos zeigte auf, dass, obschon Fitbit noch immer sehr attraktives Wachstum zeigt  – die Umsätze im letzten Quartal schossen 50 % nach oben im Vergleich zum Vorjahr, da das Unternehmen beeindruckende 4,8 Millionen Geräte absetzen konnte –, Studien von IDC besagen, dass der Marktanteil fiel: von 33 % auf 25 %, da immer mehr Player auf den Markt drängen.

Allerdings hat Fitbit bereits angegeben, dass man mehr Geld in Forschund und Entwicklung stecken wolle, um die Innovationen noch schneller voranzutreiben und den Vorsprung vor der Konkurrenz zu verteidigen. Der Markt scheint auch die Tatsache zu ignorieren, dass das letzte Quartal stark genug war, dass das Unternehmen seine Erwartungen für den Rest des Jahres nach oben korrigiert hat – wohl aber nicht genügend nach oben, um den kurzfristigen Erwartungen der Wall Street zu genügen. Viele werden auch nicht auf dem Schirm haben, dass 70 % der Absätze der Geräte noch immer in den USA stattfindet, damit der internationale Markt also mehr als reif ist.

Fazit: Das Segment, das Fitbit bespielt, wird in der kommenden Zeit sicherlich nicht weniger besetzt. Ich bin aber davon überzeugt, dass man dem Marktführer hier einfach nur Unrecht getan hat.

Quelle: Getty Images. Bereitgestellt von Fool.com

Quelle: Getty Images. Bereitgestellt von Fool.com

Dieser Broker wird wachsen

Brian Feroldi: Mein Favorit in Sachen Wachstum: Interactive Brokers Group (WKN:A0MQY6)

Der Name verrät, dass es sich dabei um einen E-Broker handelt, der seinen Kunden ermöglicht, eine ganze Reihe von Aktien, Anleihen und Forex zu kaufen und zu verkaufen. Der Unterschied zu jenen traditionellen Brokern, die dir eher vertraut sein werden, besteht darin, dass Interactive Brokers sich auf höchst aktive Trader konzentriert, darunter Aktienfonds-Manager und Daytrader. Diese Kunden fordern Geschwindigkeit und geringe Kosten, da sie sehr häufig Trades vornehmen. Beide Bedürfnisse kann Interactive Brokers im Gegensatz zur Konkurrenz mehr als nur zur Genüge erfüllen. Es gibt halt gute Gründe, warum das Unternehmen schon seit Jahren neue Kunden gewinnen kann – und zwar zweistellig.

Das ist natürlich wunderbar und macht das Unternehmen sehr profitabel. Allerdings ist das Broker-Biz gerade mal wieder hart, der Markt konnte sich jüngst nicht allzu sehr für die Aktie erwärmen. Der Nettoumsatz fiel gegenüber dem Vorjahr 4,7 %, weil die Kunden nicht genügend Trades vornahmen.

Diese Faktoren sind dem Aktienwert nicht zuträglich, aber da ich glaube, dass sich das schon wieder einrenken wird, ist Interactive Brokers für mich ein Kauf. Immerhin konnten wir im vergangenen Quartal sehen, dass die Anzahl der Accounts wieder zweistellig wuchsen. Noch besser: das skalierbare Geschäftsmodell sorgte dafür, dass die Einnahmen etwa 8 % stiegen, auf etwa 0,40 US-Dollar pro Aktie, obwohl der Umsatz lahmte.

Die Aktien von Interactive Brokers haben mehr als 20 % von ihrem 52-Wochen-Höchststand eingebüßt, können derzeit zum 21-fachen der Einnahmen des kommenden Jahres erworben werden. Ich finde, dass dies ein fairer Einstiegspreis ist für ein Unternehmen, von dem man erwartet, dass seine Profite jährlich um mehr als 16 % die nächsten fünf Jahre steigert.

Quelle: Getty Images. Bereitgestellt von Fool.com

Quelle: Getty Images. Bereitgestellt von Fool.com

Eine zyklische Wachstumsaktie

Tim Green: Oberflächlich betrachtet sieht NXP Semiconductors (WKN:A1C5WJ) derzeit nicht nach einer tollen Wachstumsaktie aus. Im ersten Quartal hat NXP einen Umsatzrückgang von 11 % gegenüber dem Vorjahr berichtet, darüber hinaus einen Rückgang von 15 % im non-GAAP EPS, nach dem Kauf von Freescale Semiconductor. Wachstumsaktien sollen per Definition ja schnell wachsen, und das trifft auf NXP nunmal nicht zu.

Aber die Branche ist zyklisch, Angebot und Nachfrage hängen von einer ganzen Reihe Faktoren ab. NXP kann diesen Zyklus nicht wirklich steuern, man kann sich nur auf die Erholungsphase vorbereiten. Mit dem Kauf von Freescale Semiconductor ist man zum größten Player in der Halbleiterindustrie aufgestiegen. Da Fahrzeuge immer mehr “connected” werden, sieht die Zukunft an sich rosig aus.

Analysten gehen davon aus, dass die Einnahmen von NXP in diesem Jahr konstant bleiben, dann aber in 2017 wieder groß zulegen. Durchschnittlich gehen Analysten davon aus, dass die non-GAAP Einnahmen pro Aktie bei 7,48 US-Dollar liegen, dieses Jahr sind es noch der Prognosen nach 5,75 US-Dollar. Klar können sich die Analysten täuschen, vielleicht dauert die Phase geringer Nachfrage länger als erwartet. Anleger müssen einfach Geduld haben. Aber da die Aktie beim 11-fachen der erwarteten Einnahmen 2017 gehandelt wird, handelt es sich bei NXP um eine Aktie mit attraktivem Preis.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Biogen, Bofl Holding und NXP Semiconductors.

The Motley Fool empfiehlt Fitbit und Interactive Brokers. Dieser Artikel erschien am 27.7.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.