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Vorsicht bei den 3 MDAX-Aktien mit der höchsten Eigenkapitalrendite!

Foto: group.hugoboss.com

Wenn du heute die Möglichkeit hättest, auf dein Kapital eine Rendite von 10 % oder mehr zu bekommen, dann wäre das doch eine wunderbare Sache, nicht wahr? Leider ist das natürlich nicht so einfach. Zumindest für die meisten von uns.

Es gibt allerdings Unternehmen, die über diese 10 % nur lachen können. Denn auch diese haben Eigenkapital, welches sich durch ihre Gewinne verzinst. Das nennt man dann die Eigenkapitalrendite. Diese stellt eine wunderbare Möglichkeit dar, die Rentabilität von Unternehmen zu überprüfen.

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Ich habe mir daher einmal die 3 MDAX-Unternehmen mit den höchsten Eigenkapitalrenditen angeschaut. Doch wie diese drei Beispiele zeigen, sind nicht alle Aktien mit einer hohen Eigenkapitalrendite auch ein Kauf.

Die Nummer 3: Hugo Boss

Mit 33,4 % nach Steuern und Zinsen ist Hugo Boss (WKN:A1PHFF) das Unternehmen mit der dritthöchsten Eigenkapitalrendite im MDAX. Besonders bemerkenswert: Boss verfügt außerdem über eine hohe Eigenkapitalquote von 53,1 %. Diese sollte man sich im Zusammenhang mit der Eigenkapitalrendite immer genau anschauen.

Denn viele Unternehmen erzielen hohe Eigenkapitalrenditen durch den Einsatz von außergewöhnlich viel Fremdkapital. Im Umkehrschluss bedeutet das wenig Eigenkapital. Und ist das Eigenkapital bei gleichem Gewinn niedriger, steigt die Eigenkapitalrendite automatisch an.

Hohe Schulden können einem Unternehmen allerdings massive Probleme bereiten, weshalb du bei solchen Aktien sehr vorsichtig sein solltest. Bei Hugo Boss müssen wir uns diesbezüglich aber keine Sorgen machen, der Modekonzern verfügt wie erwähnt über genügend Eigenkapital.

Aktuell könnte es sich bei der Boss-Aktie sogar um eine wirklich günstige Einstiegsmöglichkeit handeln. Denn inzwischen befindet sich der Kurs 58,1 % unter seinem Allzeithoch vom April 2015, das KGV beträgt nur 10,9. Ein Blick auf den Modekonzern mit der hohen Eigenkapitalrendite kann sich derzeit also durchaus lohnen.

Die Nummer 2: Schäffler AG

Beim Unternehmen mit der zweithöchsten Eigenkapitalrendite (37,7 %) im MDAX, der Schäffler AG (WKN:SHA015), bereitet mir die hohe Verschuldung schon deutlich mehr Kopfzerbrechen.

 2014   2015
Eigenkapital   258  1.568
langfristige + kurzfristige Schulden 11.359 10.912
Eigenkapitalquote   2,2 %  12,6 %

Quelle: Geschäftsbericht Schäffler AG 2015, Eigenkapital und Schulden in Mio. Euro

Das Eigenkapital konnte zwar im Vergleich zu 2014 deutlich gesteigert werden. Nichtsdestotrotz ist mir eine Eigenkapitalquote von 12,6 % viel zu niedrig. Sollte sich die Tendenz aber fortsetzen und die Eigenkapitalquote weiter erhöht werden, würde ich definitiv einen noch genaueren Blick auf Schäffler werfen.

Denn die Franken mischen in Bereichen wie der elektrischen Antriebstechnik, der Luft- und Raumfahrt, in der Solarindustrie und bei Windkraftanlagen als Lieferant mit. Alle diese Segmente könnten zukünftig von Megatrends wie E-Autos, der Energiewende oder steigenden Luft- und Raumfahrtaktivitäten profitieren.

Außerdem belegt dieses breite Anwendungsspektrum die Fähigkeit, vorhandenes Know-how auf andere Bereiche zu übertragen. Eine wirklich wunderbare Eigenschaft!

Mein Fazit zu Schäffler lautet daher: Erst einmal abwarten, ob sich die Eigenkapitalquote weiterhin positiv entwickelt. Ist das der Fall, rückt die Aktie ein gutes Stück in meiner Watchlist nach oben.

Die Nummer 1: Airbus

Dass nicht jedes Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite auch ein Kauf ist, belegt das diesbezüglich stärkste Unternehmen im MDAX. Zwar kann Airbus (WKN:938914) mit 45,2 % eine sensationell hohe Eigenkapitalrendite vorweisen, ebenso sensationell hoch ist aber leider auch die Verschuldung des Flugzeugbauers.

So beträgt die Eigenkapitalquote nur 5,6 %, ein bedenklich niedriger Wert. Auch wenn wir Airbus zugutehalten müssen, dass Flugzeuge bauen ein sehr kapitalintensives Geschäft ist.

Bei solch niedrigen Eigenkapitalquoten solltest du zusätzlich zur Eigenkapitalrendite noch andere Kennzahlen zur Bewertungen heranziehen, die zeigen, ob ein Unternehmen besonders rentabel ist. Bei Airbus bieten sich hier die Umsatzrendite und die Gesamtkapitalrendite, kurz ROCE an.

Umsatzrendite (EBIT-Marge) ROCE
                      6,4 % 3,0 %

Quelle: Unternehmensangaben/onvista.de

Beide Kennzahlen sind alles andere als überzeugend und sprechen nicht für ein besonders rentables Geschäftsmodell. Ich halte die Airbus-Aktie daher für nicht sonderlich attraktiv, trotz der hohen Eigenkapitalrendite.

Mein Fazit

Die Eigenkapitalrendite kann dabei helfen, außergewöhnlich rentable Unternehmen ausfindig zu machen. Allerdings solltest du dir immer auch die Eigenkapitalquote anschauen. Denn nur wenn diese sich ebenfalls auf einem ordentlichen Niveau befindet, ist die Eigenkapitalrendite auch aussagekräftig.

Das Beispiel Airbus belegt eindrucksvoll, dass nicht jede Aktie mit einer hohen Eigenkapitalrendite auch ein Kauf ist.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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