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5 Gründe, warum Biotech-Aktien eine gute Investition sind

Foto: Pixabay

Worin solltest du investieren? Jeder Investor muss viele Entscheidungen treffen und man kann gut dafür argumentieren, dass Aktien ein Teil eines jeden Portfolios sein sollten. Aber welche Art von Aktien?

Ich würde sagen, dass man zurzeit kaum bessere Optionen finden kann als Biotech-Atien. Hier sind fünf Gründe dafür.

1.Demographische Trends

Schau in den Spiegel. Du wirst älter und das geht jedem anderen auch so. Die neuesten Statistiken zeigen, dass 14,5 % der Amerikaner 65 Jahre oder älter sind. Diese Zahl wird bis 2040 auf 21,7 % steigen. Bis 2060 wird es zwei mal so viele ältere Amerikaner geben wie 2014.

Nicht nur die Bevölkerung der USA wird älter. Die Vereinten Nationen schätzt, dass sich der Anteil der Bevölkerung im Alter von über 60 bis 2050 verdoppeln wird.

Was haben diese Entwicklungen mit dem Investieren in Biotech-Aktien zu tun? Wenn Menschen altern, brauchen sie verschreibungspflichtige Medikamente.

Quelle: Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten/US-Zentrum für Gesundheitsstatistiken

Quelle: Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten/US-Zentrum für Gesundheitsstatistiken

Die Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten wird sicher in Zukunft steigen. Das wird zu wachsenden Umsätzen für sowohl Pharma- als auch Biotech-Unternehmen führen und kluge Investoren werden von diesem Trend profitieren.

2. Wettbewerbsvorteile

Biotech-Unternehmen genießen einen besonderen Vorteil gegenüber Pharma-Unterthemen – zumindest in den USA, wo Biopharmazeutika (Medizin, die aus lebenden Organismen oder seinen Produkten hergestellt wird) dank Obamacare Schutz ihrer Marktexklusivität für 12 Jahre genießen. Die meisten Medikamente haben die Exklusivität nur für fünf Jahre, obwohl Arzneimittel für seltene Leiden sie für sieben Jahre genießen.

Um zu verstehen, wie wichtig dieser Exklusivitätsvorteil ist, schau dir AbbVies (WKN:A1J84E) Humira an. Dieses Biopharmazeutikum gewann zuerst im Dezember 2002 eine Zulassung der US-Gesundheitsbehörde gegen rheumatoide Arthritis. AbbVie hat danach Zulassungen für andere Medikament erhalten, darunter gegen die Crohn-Krankheit im Jahr 2007, Schuppenflechte 2008 und Colitis ulcerosa im Jahr 2012.

Wäre Humira ein nicht-biologisches Medikament, hätte es seine Exklusivität für alle Krankheiten außer Colitis ulcerosa bis Anfang 2013 verloren. Von 2013 bis 2015 generierte Humira Umsatz in Höhe von über 37 Milliarden US-Dollar. Das ist ein extremes Beispiel dafür, wie wichtig die zusätzliche Zeitspanne der Exklusivität für Biopharmazeutika sein kann.

Selbst ohne regulativen Schutz können Biotechs entspannter sein als Pharmaunternehmen. Die Herstellung eines Biosimilars für ein existierendes Biopharmazeutikum ist herausfordernder als die Entwicklung einer generischen Version eines existierenden nicht-biologischen Medikaments. Aufgrund dieser Schwierigkeiten gibt es zum Teil immer noch kein Biosimilar für Humira auf dem Markt, obwohl die Konkurrenz langsam an die Tür klopft.

3. Erfolgsgeschichte

Man kann nicht nur darauf achten, wie gut sich die Aktien einer Branche geschlagen haben und davon ausgehen, dass dieser Erfolg in der Zukunft anhält. Es ist jedoch eine gute Idee, sich die historische Leistung anzuschauen, wenn man von den zugrundeliegenden Faktoren erwarten kann, dass sie realistisch so weiter laufen können.

Es ist keine Frage, dass Biotech-Aktien insgesamt eine sehr gute Erfolgstradition aufweisen. Hier kann man erkennen, wie der SPDR S&P Biotech ETF (WKN:A1C4T1), der im Jahr 2006 startete, sich gegen den S&P 500 behauptet.

XBI-Daten durch YCHARTS

XBI-Daten durch YCHARTS

Was hat den Erfolg von Biotech-Unternehmen angetrieben? Großartige Produkte und eine hohe Nachfrage. AbbVies Huimra ist ein gutes Beispiel – Gilead Sciences‘ (WKN:885823) Sovaldi und Harvoni sind zwei weitere. Diese beiden Medikamente behandeln Hepatitis C und haben zusammen einen Umsatz von mehr als 19 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr generiert.

Wir haben bereits festgestellt, wie die Nachfrage steigen wird, wenn die Weltbevölkerung und die der USA wächst. Das alleine sollte dabei helfen, die langfristige nachhaltige Stärke von Biotech-Aktien insgesamt zu stützen. Aber sind noch weitere Produkte in Aussicht? Darauf kannst du wetten und das bringt uns zu Grund Nummer 4 dafür, dass Biotechs gute Investitionen sind.

4. Anstehende Entwicklungen

Wenn Biotech-Unternehmen sich nicht ständig weiter entwickeln und sich stattdessen nur auf ihren Lorbeeren ausruhen würden, wäre eine Investition in ihre Aktien dumm. Das tun sie aber natürlich nicht.

Schau dir beispielsweise Gilead Sciences an. Gilead könnte versuchen, Sovaldi und Harvoni komplett auszuschlachten. Stattdessen hat das große Biotech-Unternehmen kürzlich die Zulassung für sein neues Hep-C-Medikament Epclusa gewonnen, welches sogar noch besser als seine Vorgänger ist.

Gilead hat außerdem das Geld, welches es durch erfolgreiche Produkte wie Sovaldi und Harmonie generieren konnte, für Investitionen in die Zukunft genutzt. Im April hat das Unternehmen Nimbus Therapeutics‘ Programm gekauft, welches auf die Behandlung von nicht-alkoholbedingter Steatohepatitis (NASH) abzielt. Zurzeit gibt es keine zugelassene Behandlung von NASH. Einige siedeln die potenzielle Marktgröße für neue Medikamente zur Behandlung von NASH bei über 30 Milliarden US-Dollar an.

Nicht nur große Biotechs wie Gilead haben jedoch aufregende Aussichten auf Medikamente. Schau dir Inovio Pharmaceuticals (WKN:A115GK) mit einer Marktkapitalisierung von 650 Millionen US-Dollar an. Inovios Hauptprodukt ist VGX-3100. Dabei handelt es sich um einen Impfstoff gegen zervikale intraepitheliale Neoplasie. Analysten denken, dass der Impfstoff zu Hochzeiten jährliche Verkäufe von 500 Millionen US-Dollar generieren könnte, wenn er zugelassen wird. Inovio hat auch noch einen weiteren Kandidaten in Aussicht, INO-3112, welches VGX-3100 mit einem DNS-basierten Immun-Aktivator kombiniert. Ein Erfolg von VGX-3100 sollte ein gutes Zeichen für INO-3112 sein.

Die größte Begeisterung für Inovio hat zurzeit jedoch etwas mit seinem experimentellen Impfstoff gegen den Zika-Virus zu tun. Inovio wurde das erste Unternehmen, welches im Juni eine Zulassung für das Testen den Impfstoffes an Menschen erhalten hat. Es könnten zwar einige Jahre vergehen, bevor die Zika-Impfung verbreitet zur Verfügung steht, aber Inovio ist in diesem Bereich ganz vorne mit dabei.

Das sind natürlich nur zwei Beispiele. Ein oberflächlicher Blick auf die Entwicklungen großer und kleiner Spieler der Biotechs zeigt jedoch, wie viel Potenzial es gibt.

5. Bewertung

Trotz der großartigen Möglichkeiten für Biotech-Aktien sind sie zurzeit tatsächlich als Gruppe preiswert. Der SPDR S&P Biotech ETF, den ich zuvor anmerkte, hält 85 Biotech-Aktien und ist in den letzten 12 Monaten um 35 % gefallen. Man sollte hier festhalten, dass dieser Rückzug großen Gewinnen in den Vorjahren folgt.

Einer der Hauptgründe für die niedrigere Bewertung von Biotech-Aktien sind Sorgen über politischen Druck auf die Preisgestaltung. Hillary Clinton hat sogar bereits ein Unternehmen wegen „aggressiver Preisgestaltung“ anvisiert. Ihr Gesundheitsplan verspricht spezifische Taten, um die Preise von Medikamenten und Biopharmazeutika niedrig zu halten.

Sollten Investoren deswegen vorsichtig sein? Ich denke nicht. Erstens gibt es keine Garantie dafür, dass Clinton Erfolg haben wird und diese dramatischen Veränderungen erreichen kann, wenn sie Präsidentin wird. Und zweitens sind die demographischen Entwicklungen und anstehenden Entwicklungen wichtiger. Biotech-Aktien waren in den letzten zehn Jahren eine großartige Investition. Ich würde sagen, dass Investoren, die Biotech-Aktien jetzt kaufen, langfristig großartige Renditen genießen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 24.7.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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