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4 erstklassige Aktien, die jetzt wahre Schnäppchen sind

Foto: Pixabay

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen sieben Monaten dieses Jahres eine rasante Achterbahn durchgemacht. Der US-Markt erlebte in den ersten zwei Wochen dieses Jahres den schlechtesten Jahresauftakt seiner Geschichte. Dann wurden Investoren Zeugen des steilsten Aufschwungs innerhalb eines Quartals in der US-Börsengeschichte seit 1933: Der S&P 500 beendete daraufhin das erste Quartal mit einem Rekordhoch.

Nach dem Brexit-Votum schien es, als würden die Märkte wieder einstürzen — aber es ist erstaunlich, welchen Unterschied ein paar Wochen ausmachen können. Nun, wo der Sommer endlich bei uns angekommen ist, kletterte sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der S&P 500 auf einen neuen Allzeit-Höchststand.

Vier erstklassige Aktien zum Schnäppchenpreis

Dennoch trugen nicht alle Aktien zu dieser Rally bei, weswegen Langzeitinvestoren – ganz gleich, ob rendite- oder wachstumsorientiert – gut beraten sein könnten, sich nun einige erstklassige Aktien, die 2016 viel einstecken mussten, zu sichern. Hier sind vier Top-Aktien, die diesen Sommer ziemlich günstig zu haben sind und die ich Investoren gerne ans Herz legen möchte.

Gilead Sciences

Aktionäre des Blue Chips Gilead Sciences (WKN:885823) mussten mitansehen, wie der Aktienkurs des Biotech-Unternehmens seit Jahresbeginn 14 % eingebüßt hat. Für diese Talfahrt werden die sinkenden Absatzzahlen der Hepatitis-C-Medikamente im ersten Quartal sowie zunehmender Wettbewerb auf dem Hepatitis-C-Markt verantwortlich gemacht.

Bildquelle: GILEAD SCIENCES.

Bildquelle: GILEAD SCIENCES.

Trotz dieser Bedenken hält Gilead in den USA weiterhin mehr als 90 % der Marktanteile des Hepatitis-C-Markts und es sieht nicht so aus, als würde sich daran in nächster Zeit etwas ändern. Ärzte und Verbraucher vertrauen auf Gileads Hepatitis-C-Produkte, zu denen Harvoni, Sovaldi und seit jüngstem auch ein pan-genotypisches Medikament namens Epclusa gehören. Sofern nicht irgendein Grund auftaucht, das Medikament zu wechseln (beispielsweise könnte eine schnellere und effektivere Behandlungsmöglichkeit auf den Markt kommen), sollten Gileads Hepatitis-C-Produkte auch in Zukunft den Maßstab für die Behandlung dieser Krankheit setzen. Hinzu kommt, dass weltweit bisher nur ein kleiner Bruchteil der Hepatitis-C-Patienten behandelt wurde.

Neben seinem Hepatitis-C-Portfolio bringt Gilead auch immer mehr HIV-Produkte, die ebenfalls dazu beitragen, dass Gilead jährlich einen Free Cashflow von 15 Mrd. US-Dollar generiert, auf den Markt. Somit hat Gilead also alle finanziellen Mittel, um in der Biotech-Branche auf Shopping-Tour zu gehen. Als Gilead das letzte Mal in Einkaufsstimmung war, hat es Pharmasset für 11 Mrd. US-Dollar gekauft und sich das Medikament ergattert, das später das Fundament für das Hepatitis-C-Portfolio des Unternehmens legen sollte. Mit einer Forward P/E-Ratio von gerade einmal 7 ist Gilead momentan spottbillig.

Bank of America

Gute Nachrichten für alle Bank-Liebhaber: Auch die Aktie von Bank of America (WKN:858388) ist nach einem Kursabfall seit Jahresbeginn um 17 % momentan zum Schnäppchenpreis zu haben. Bank of America hat diesen Tiefgang einer Kombination von gleich drei Faktoren zu verdanken: der mit dem Brexit-Votum verbunden Unsicherheit, schwächelnden Ölpreisen, die eine Bedrohung für die Energiedarlehen der Bank sind und schließlich der Zurückhaltung der US-Notenbank bezüglich der Anhebung des Leitzins. Banken reagieren sensibel auf Zinssatzänderungen und beständig niedrige Zinsen helfen der Nettozinsmarge natürlich nicht unbedingt.

Bildquelle: BANK OF AMERICA.

Bildquelle: BANK OF AMERICA.

Dennoch könnte Bank of America für Langzeitinvestoren viel zu bieten haben, was ein entscheidender Grund dafür ist, weshalb ich Aktionär dieser Bank bin und darüber nachdenke, mir weitere Aktien zuzulegen. Die Aussichten auf steigende Zinssätze auf ein „normales“ Niveau könnten Bank of Americas Gewinne schnell in die Höhe treiben. In seinem jüngsten von der US-Börsenaufsichtsbehörde geforderten 10-Q-Lagebericht schätzt Bank of America, dass ein Anstieg der kurz- und langfristigen Zinssätze einen zusätzlichen Nettozinsertrag in Höhe von 6 Mrd. US-Dollar generieren würde.

Nachdem das Unternehmen den jährlichen Stresstest der US-Notenbank gemeistert hat, hob Bank of America auch seine Dividende um 50 % auf 0,075 US-Dollar pro Quartal an. Nun, wo die US-Bank weit unter materiellem Buchwert gehandelt wird und sich mit einer Forward P/E-Ratio von 9 rühmt, könnte die Aktie gerade für Langzeitinvestoren ein großes Schnäppchen sein.

Baidu

Growth-Investoren sollten einen genaueren Blick auf die chinesische Internet-Suchmaschine Baidu (WKN:A0F5DE) werfen, die seit Anfang des Jahres 13 % verloren hat. Ein Großteil dieser schwachen Performance kann auf Chinas rückläufiges BIP-Wachstum und Baidus Vorstoß in den Online-to-Offline-Verkauf (O2O), der aufgrund höherer Ausgaben zu niedrigeren Margen geführt hat, zurückgeführt werden.

Bildquelle: GETTY IMAGES.

Bildquelle: GETTY IMAGES.

Es gibt einige Gründe, Baidu zu mögen – und einer davon ist die Dominanz der Suchmaschine in China. Laut Internet Watch hält Baidu gemessen an Werbeeinnahmen aus dem Jahr 2015 auf dem chinesischen Suchmaschinen-Markt fast 81 % der Marktanteile. Die Suchmaschine seines engsten Konkurrenten Google hat in China lediglich einen Marktanteil von 9 %. Mit einem solch dominanten Marktanteil genießt Baidu nicht nur hohe Preissetzungsmacht, sondern ist auch die erste Anlaufstelle für Werbetreibende.

Langfristig könnte sich O2O für Baidu zu einem gigantischen Wachstumsmotor entwickeln. Mit O2O zielt Baidu darauf ab, Internet-Nutzer noch länger an seine Dienste zu binden. Anstatt Verbraucher einfach nur mit Informationen zu versorgen und sie dann an Drittparteien zu vermitteln, mit denen Nutzer dann die gewünschte Transaktion vollziehen, verbindet O2O Verbraucher mit Messenger-Diensten oder Offline-Diensten wie der Lieferung von Lebensmitteln. So profitiert auch Baidu von diesen Transaktionen und kann Verbraucher auf das Unternehmen abgestimmter Werbung aussetzen. Dieser Schritt erfordert eine massive Vorabinvestition, aber in einem Land mit relativ niedrigen Lohnkosten wie China könnte O2O ziemlich erfolgreich werden.

Mit einer Forward P/E-Ratio von 22 sieht Baidu möglicherweise für Value-Investoren nicht besonders verlockend aus, aber seine potenzielle Wachstumsrate bis 2020 von 15 % bis 20 % könnte die P/E-Ratio des Unternehmens schnell schrumpfen lassen. Investoren sollten dies im Hinterkopf behalten.

General Motors

Einkommensinvestoren, die auf der Suche nach einem Schnäppchen sind, könnten bei dem in Detroit ansässigen General Motors (WKN:A1C9CM), dessen Aktienkurs seit Jahresbeginn um 9 % abgestürzt ist, fündig werden. Der Kurseinbruch des Automobilherstellers hat vermutlich mit den Wachstumsunsicherheiten in China, der USA und Europa zu tun, die Aktionären ihren Optimismus geraubt haben, dass GMs Automobil-Umsatz noch Luft nach oben hat.

BAOJUN 560, eines der meistverkauften SUVs in China. Bildquelle: GENERAL MOTORS.

BAOJUN 560, eines der meistverkauften SUVs in China. Bildquelle: GENERAL MOTORS.

Ich behaupte aber, dass GMs Umsatzzahlen und Margen sich auf lange Sicht gesehen verbessern könnten. General Motors kratzt immer noch an der Oberfläche des chinesischen Automobil-Markts. Chinas wachsende Mittelschicht ist hungrig nach neuentdeckten Luxusartikeln. Nun, wo die Infrastruktur ausgebaut wird und neue Städte entstehen, wird sich der Automobil-Bedarf mit ziemlicher Sicherheit ausdehnen. Selbst bei getrübten Wachstumsaussichten beträgt das chinesische Wirtschaftswachstum 6 % und mehr. So stieg auch GMs Automobil-Umsatz in China im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 %. Und noch wichtiger: Gerade der Absatz von SUVs, die verglichen zu kleineren Limousinen saftigere Margen haben, glänzte in China.

Auch das Niedrigzinsumfeld und Innovationen im Fahrzeuginnenraum spielen GMs Automobilgeschäft in die Karten. Solange Zinsen niedrig sind, haben Verbraucher reichlich Zugang zu günstigem Kapital, um sich neue Fahrzeuge zu kaufen. Und GMs Investitionen in Infotainment-Systeme sprechen eine jüngere Generation von Automobil-Käufern an, die eine emotionale Bindung zum Produkt und schließlich Markentreue aufbauen könnten.

GMs Dividendenrendite von fast 5 % und seine Forward P/E-Ratio von circa 5 machen die Aktie zu einer außergewöhnlich günstigen und attraktiven Kaufgelegenheit.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Baidu und Gilead Sciences. Außerdem empfiehlt The Motley Fool Bank of America und General Motors.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 19.07.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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