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Autsch! Die Netflix-Aktie wurde gerade fertig gemacht

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Vor dem Q2-Bericht von Netflix (WKN:552484) am Montag war klar, dass es Druck gibt. Q2 ist das erste Quartal, in dem der Streaming-Gigant seine tatsächlichen Ergebnisse mit der Prognose über das internationale Nutzerwachstum des ersten Quartals, das schlechter als erwartet war, messen muss. Leider konnte Netflix nicht liefern und die Aktie fiel deswegen im nachbörslichen Handel um ungefähr 14 %. Netflix hat seine eigene Prognose ordentlich unterboten, was das internationale und US-Abonnentenwachstum angeht.

Hier sind zwei Gebiete, auf denen Netflix sein Ziel komplett verfehlt hat.

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Neue internationale Abonnenten

Es gab keinen Zweifel daran, dass Investoren sich bei den Q1-Ergebnissen des Unternehmens am Montag auf die neuen internationalen Abonnentenzahlen konzentrieren würden. Das liegt erstens daran, dass Netflix seit Januar global expandiert und sein internationales Wachstum daher im Fokus steht. Es hat seine Dienstleistungen von 60 Ländern auf zusätzliche 130 Länder erweitert. Zweitens war Netflix‘ Q2-Prognose für die neuen internationalen Nutzer einer der Hauptgründe dafür, dass die Aktien nach dem Q1-Bericht fielen. Netflix sagte, es erwarte 1 Millionen neue internationale Abonnenten – ein harter Fall von den 4,5 Millionen, die es in Q1 gewinnen konnte.

Deswegen war die große Frage um Netflix‘ Q2-Bericht, ob die Prognose, die niedriger als erwartet ausfiel, bereits konservativ war. Jetzt erscheint es so, als wäre Netflix‘ Prognose für das Quartal zu aggressiv gewesen. Netflix hat nur 1,52 Millionen neue internationale Abonnenten gewonnen – oder fast 25 % weniger als seine Prognose über 2 Millionen neue.

Neue US-Abonnenten

Netflix hat seine Ziele auch auf seinem wichtigen US-Markt nicht erreicht. Das Unternehmen hat nur 0,16 Millionen neue Mitglieder gewonnen und liegt damit weit hinter seiner Prognose von 0,5 Millionen neuen Nutzern und noch weiter unter den 0,9 Millionen im Vorjahresquartal.

Netflix‘ neue Q2-Abonnenten brachten seine weltweite Gesamtzahl auf über 83 Millionen Mitglieder – 47 Millionen in den USA und 36 Millionen im Ausland.

Foto: Netflix

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Kommentare vom Management

Das Management hatte einiges über das Verpassen seines Abonnentenwachstums zu sagen:

  • „Die Abwanderungsrate der Kunden ist leicht und überraschend gestiegen“, sagte das Management. Die neuen Mitglieder für das neue Quartal entsprachen dem Ziel, also liegen die schwächeren Zahlen vor allem an der Abwanderung, die höher als erwartet ausfiel, erklärte das Management.
  • Das Management glaubt, dass die Berichterstattung während des Quartals, in dem die zweijährige, der Anpassung dienende Preiserhöhung beendet wurde, einer der Hauptgründe für die höhere Abwanderung war:

„Wir glauben, dass einige Mitglieder die Nachrichten als bevorstehende Preiserhöhung und nicht als das Abschließen einer zweijährigen Anpassung wahrgenommen haben. … Mit unserer großen Abonnentenbasis können kleine Veränderungen der Kundenbindung im Gegensatz zur Prognose zu großen Schwingungen der Neuabonnenten führen – besonders in einem saisonal kleinem Quartal wie Q2.“

  • Verstärkter Wettbewerb war laut dem Management nicht das Problem:

„Unserer Ansicht nach ist es jedoch so, dass unsere größte Konkurrenz beim Wachstum klassisches Fernsehens ist und dieser Wettbewerb hat nicht viel zu unserem Versagen in Q2 beigetragen. Erstens würde sich erhöhter Wettbewerb eher in niedrigeren Neuzugangsraten als höheren Abwanderungsraten äußern. Zweitens haben wir in Kanada Anfang April einen ähnlichen Anstieg der Kundenabwanderung beobachten können. Dort gab es keinen kürzlichen Anstieg des Wettbewerbs im Bereich Subscription-Video-on-Demand (SVOD), aber das Anpassen der Preise findet dort auch statt.“

  • Die Marktsättigung ist laut dem Management auch nicht das Problem:

„Wir denken auch nicht, dass eine Marktsättigung das Problem in den USA darstellt, wenn man bedenkt, dass wir eine ähnliche Leistung in der gleichen Zeit in verschiedenen Ländern mit verschiedener Netflix-Verbreitung sehen konnten.“

Insgesamt war die Entschuldigung des Managements für das Verpassen seiner Ziele klar: Es lag wahrscheinlich einfach an der Berichterstattung in der Presse über den Abschluss der Preisanpassung.

In der Zwischenzeit bleibt das Management bezüglich der langfristigen Aussichten des Unternehmens optimistisch.

„Einen großen Markt zu revolutionieren kann schwierig sein, aber die anstehenden Möglichkeiten sind so groß wie immer und wir werden weiterhin jeden Teil unseres Geschäfts verbessern“, sagte das Management.

Natürlich sollten Investoren die optimistischen Aussichten des Managements mit etwas Skepsis betrachten. Es wäre besonders wichtig für Investoren, erneut nach dem Unternehmen zu schauen, wenn es seine Q3-Ergebnisse vorlegt, um zu sehen, ob es seine Prognose über 2,3 Millionen neue Mitglieder – 2 Millionen international und 0,3 Millionen in den USA – erreichen wird. Sollte Netflix das schaffen, wäre das ein wichtiger Schritt, um zu akkuraten Prognosen und schnellerem Wachstum zurückzukehren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und am 18.7.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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