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Eine kleine Sache, die dich zum besseren Investor macht

Foto: Pixabay, DariuszSankowski

Anleger sein ist in der Regel aufregend und frustrierend gleichzeitig. Ein todsicheres Ding ist plötzlich nichts mehr wert, ein Unternehmen, von dem du gedacht hast, dass es in den letzten Zügen liegt, wird plötzlich das Investment des Jahrzehnts. Selbst die größten Player an der Wall Street dürften sich an ein paar Investments erinnern, die sie eigentlich viel lieber vergessen möchten.

Der Schlüssel beim Investieren besteht darin, dass man aus Fehlern lernt. Leider sind viele Anleger in einem Kreis aus schlechten Investments gefangen, weil sie dieselben Fehler immer und immer wieder begehen. Man erkennt Fehler am besten, indem man sie sichtbar macht. Und das geht, indem man ein Logbuch führt. Hier sind ein paar Rahmenüberlegungen, die man dafür anstellen sollte:

Man beginnt mit der Investment-These

Bevor man sich irgendwo einkauft, ist es wichtig, dass man ein paar Vorüberlegungen macht. Mein Kollege bei Fool Daniel Sparks hat die vier wichtigen Ankerpunkte dafür aufgelistet:

  • Ganz breit gefragt: Was sind die gesamtwirtschaftlichen Trends, die das Unternehmen und die Branche betreffen?
  • Wie ist das Unternehmen für diesen Trend aufgestellt?
  • Was sorgt dafür, dass das Unternehmen Krisen durchsteht?
  • Davon ausgehend, wieso denke ich, dass das Unternehmen den derzeitigen Preis wert ist (oder auch nicht)?

Zudem sollten sich Anleger mit den spezifischen Risiken auseinandersetzen und die wichtigsten Zahlen vorliegen haben, die die Annahmen unterfüttern – das ist mindestens genauso wichtig. Hier noch ein paar zusätzliche Fragen:

  • Welche Zahlen sollte ich stets im Auge behalten, um zu gewährleisten, dass meine Ausgangsidee korrekt ist?
  • Wann sollte ich mir eingestehen, dass ich falsch lag?
  • Bei welchem Medium oder welcher Person habe ich mir die Idee für das Investment geholt?

Immer auf dem neuesten Stand halten

Die zweite Stufe besteht nun darin, dass du die wichtigsten Zahlen im Auge hast, die dir zeigen, ob deine Annahme richtig oder falsch war. Dazu solltest du dir die Einnahmeberichte durchlesen und die Aktionärstreffen der Unternehmen besuchen. So bekommst du mit, ob sich die Pläne des Unternehmens mit deinen Erwartungen und Vorstellungen decken.

Oft werden in regelmäßigen Abständen von Drittanbietern zusätzliche Zahlen veröffentlicht, darunter Marktanteile und Absatzzahlen. Wenn du diese Zahlen in deinem Logbuch überträgst, kann das dazu führen, dass du Einsichten in die Unternehmen erhältst, die sich dir zuvor noch nicht erschlossen haben.

Noch ein guter Grund für das Buch: Man geht gelassener an die Sache ran, ist weniger von Emotionen getrieben. Du hast ja alle Zahlen in deinem Buch vorliegen. Wenn die Welt der Finanzmedien also mal wieder die nächste „Finanzkrise“ beschwört (wie beim Brexit), dann kann der gut informierte Investor einen kühlen Kopf bewahren. Bevor du verkaufst, guckst du dir lieber mal die Zahlen an und siehst nach, ob sich die Entscheidung mit deiner Investmentthese verträgt – und nicht nur von kurzfristigen Gefühlen getragen wird.

Aus Fehlern und Erfolgen lernen

Wenn du dein Investment verkauft hast bzw. du es eine ganze Weile lang gehalten hast, sollten Investoren den Gesamtprozess auswerten. Hat sich die Ausgangsthese bewährt? Waren die Zahlen ein exaktes Abbild der Position des Unternehmens im Markt? Was hätte ich anders machen sollen? Das sind nur einige wenige der wichtigen Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man ein Investment veräußert hat.

Noch eine Sache: Man muss die Quelle der These beurteilen. Wenn die letzten fünf Aktientipps vom Onkel kamen, der auch gerne Verschwörungstheorien in die Welt posaunt, und diese allesamt abgeschmiert sind, dann solltest du dich nach neuen Ratgebern umsehen.

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass dies sehr nah dran ist an einer wissenschaftlichen Versuchsanordnung. Und das ist auch Sinn der Sache: Schon seit Zeiten Aristotels ist diese Methode das Rückgrat zum Erwerb von Wissen und fundierten Handlungen. Es gibt keinen Grund, diese bewährte Methode nicht auch beim Investieren zu nutzen.

Vielleicht macht aus dir am Ende dieses Logbuch nicht den nächsten Warren Buffett. Aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass aus dir ein besserer, konzentrierterer Investor wird. Und das kann für die nächsten 10 bis 20 Jahre im finanziellen Bereich deines Lebens einen sehr, sehr großen Unterschied machen.

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Dieser Artikel von Jamal Carnette erschien am 16.7.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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