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Milliardär Warren Buffett hasst diese Kennzahl… und das solltest du auch

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Das Investieren ist eine der wenigen Branchen, wo Komplexität der Richtigkeit oft vorgezogen wird. In diesem Umfeld wirst du unglaublich viele Kennzahlen finden, mit denen du die Performance eines Unternehmens bewerten kannst. Viele davon stehen aber im Widerspruch zu anderen. Als Investor kann es schon schwer werden, die überflüssigen Kennzahlen von den wichtigen Daten zu trennen.

Ein solcher Faktor ist der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz, oder auf englisch WACC (weighted average cost of capital). Bei den Analysten an der Wall Street wird das zwar als eine wichtige Kennzahl angesehen, aber Warren Buffett gehört nicht zu den Anhängern dieser Philosophie. Während der Jahreshaupversammlung von Berkshire Hathaway im Jahr 2003 sprach Buffett das Thema wie folgt an:

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Charlie und ich kennen unsere Kapitalkosten nicht. Das wird an den Wirtschaftsschulen gelehrt, aber wir sind skeptisch. Wir versuchen einfach, das Klügste mit dem Geld zu machen, das wir haben. Wir messen alles an den Alternativen, die uns zur Verfügung stehen. Ich habe noch nie eine Kapitalkostenberechnung gesehen, die in meinen Augen Sinn ergeben hätte.

WACC erklärt

Der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz ist relativ leicht zu verstehen: Das ist die Rendite, die ein Unternehmen erwartet, auf seine Nachsteuerschulden und Kapital zu zahlen, gewichtet durch den Prozentsatz der Schulden auf den Unternehmenswert und das Eigenkapital. Wenn du dich an den Grundkurs Buchführung erinnerst, dann sind Vermögenswerte gleich Verpflichtungen plus Eigenkapital, daher kann WACC auch als die Kosten definiert werden, die bei der Finanzierung der Vermögenswerte fällig werden.

Nehmen wir an, ein Unternehmen hat keine Vorzugsaktien, hier die Formel, um WACC zu berechnen:

BILDQUELLE: CFA INSTITUTE

BILDQUELLE: CFA INSTITUTE

Eine andere Sichtweise wäre das WACC als eine Hürde für künftige Projekte zu sehen. Wenn die erwartete Rendite eines neuen Projektes – eines Vermögenswertes also – höher ist als die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten, die nötig sind, um das Projekt zu finanzieren, dann sollte das Unternehmen das Projekt starten, um seinen Wert zu erhöhen.

Das ist die Denkweise, warum die Federal Reserve die Zinsen senkt: Damit werden auch Projekte, die früher unprofitabel waren, für alle auf einmal profitabel. Das führt zu mehr Arbeitsplätzen, da die Unternehmen mehr Leute dafür brauchen.

WACC ist eine wichtige Berechnung für ein Unternehmen und das Management, aber für Investoren ist es nicht nicht so nützlich.

Die Probleme mit WACC

Es gibt natürlich auch ein paar Probleme mit dieser Kennzahl. Erstens sind die Finanzierungskosten schwer zu berechnen. Wie die Formel weiter oben zeigt, muss man die Rendite kennen und den Marktwert. Doch leider kann die Methode, um diese Zahlen zu berechnen so komplex sein wie das Discounted-Cashflow-Modell für die nächsten Jahrzehnte. Dabei muss man die Risikoprämie schätzen oder einfach per Faustregel ermitteln. Diese Methoden führen aber alle zu unterschiedlichen Ergebnissen und sind sehr anfällig für kleinere Abweichungen.

Das größte Problem besteht aber darin, dass es nicht im Einklang mit traditionellen Bewertungskennzahlen steht. Zum Beispiel schätzt Guru Focus bei Apple (WKN:865985) aktuell ein WACC von 11,5 %. Das bedeutet, dass Apple, jede Investition machen sollte, die sich bietet, die eine größere Rendite als 11,5 % bringt.

Wenn Tim Cook ankündigen würde, dass Apple jetzt auch Haushaltsgeräte wie Mikrowellen, Kühlschränke und Öfen herstellen wolle, dann werden die Investoren wahrscheinlich nicht sehr positiv darauf reagieren und der Kurs würde darunter leiden. Die Bruttomarge wird bei Apple zum Beispiel genau beobachtet. Die Investoren erklären zu Beispiel, Apple wäre über seinen Zenit hinaus, wann immer die Bruttomarge unter 39 % fällt. Im letzten Quartal betrug die Nettogewinnmarge 20,8 %, was fast das Doppelte des WACC ist.

Buffett hat recht

Der Unterschied zwischen der WACC-Bewertung und der Aktienbewertung liegt an den Kennzahlen. WACC bewertet ein Unternehmen wie ein Buchhalter. Es werden keine Punkte für künftige Gewinne oder Wachstum vergeben. Im Fall von Apple bewertet der Markt das Unternehmen aktuell mit dem 10fachen der aktuellen Gewinne basierend auf dem Wachstumspotenzial. Dieses Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt deutlich unter dem S&P 500 von etwa 24.

Im zuvor erwähnten Szenario ist es wahrscheinlich, dass die Investoren Apples Vorstoß in den Bereich Küchengeräte als ein Eingeständnis sehen würden, dass die Tage des starken Wachstums im Bereich Verbraucherelektronik vorbei sind – ein Zeichen, dass das Unternehmen sogar noch geringer bewertet werden sollte, selbst wenn mit diesen Produkten das WACC von 11,5 % überschritten werden sollten.

Selbst Veränderungen beim WACC können irreführend sein, wenn man eine Aktie bewerten will. Ein erhöhtes WACC kann sicher bedeuten, dass ein Unternehmen gerade Probleme hat – die Investoren wollen vielleicht eine höhere Rendite auf das Eigenkapital oder die Schulden. Das könnte aber auch an einer Zinserhöhung durch die Fed oder anderen makroökonomischen Faktoren liegen. Zusätzlich ist ein höheres WACC nicht immer negativ, besonders wenn die höheren Kosten in Kauf genommen werden, um Projekte mit überdurchschnittlichem Renditepotenzial zu starten.

Buffett hat hier recht. WACC ist ein überschätztes Konzept für Investoren. Es ist kein Problem, diese Kennzahl gelegentlich anzusehen, aber sie sollte keine größere Rolle bei deinen Investitionen spielen.

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Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway(B) und Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englisch verfasst und wurde am 09.07.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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