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Gold bei 2.000 USD ist eine reale Möglichkeit – und hier die Gründe

Foto: Pixabay, stevebidmed

Der breite S&P 500 hat am Freitag ein neues Allzeithoch erklommen, aber das merkt man kaum, wenn man sich ansieht, wie volatil die Börse in den letzten anderthalb Jahren gewesen ist. Dabei hatten wir drei größere Einbrüche (letzten Sommer, Anfang 2016 und nach dem Brexit), als die amerikanischen Aktien unter die Räder gekommen sind. Danach haben die Indexe ihre Verluste wieder hereingeholt und stecken jetzt wieder fest.

Das war bei physischem Gold aber nicht der Fall. Denn Gold scheint seit Jahresbeginn unaufhaltsam zu sein. Nach dem Schlusskurs am 31. Dezember 2015 von 1060,90 US-Dollar pro Unze ist Gold um mehr als 300 US-Dollar gestiegen und war am 8. Juli bei 1.365 US-Dollar. Das ist ein Gewinn von 29 % für alle, die kein Mathe mögen.

Die Gewinne im Jahresvergleich der Goldminenunternehmen waren sogar noch unglaublicher. Von den 28 Goldminen Aktien mit einem Börsenwert von mindestens 300 Millionen US-Dollar hat jede den S&P 500 dieses Jahr hinter sich gelassen. 20 der 28 Aktien haben ihren Wert mindestens verdoppelt, 10 davon haben ihren Wert (mindestens) verdreifacht. Wir sagen das nicht oft, aber man hätte per Zufall ein Unternehmen auswählen können und 2016 damit einen Gewinn gelandet.

3 Gründe, warum ein Goldpreis von 2.000 US-Dollar eine reale Möglichkeit ist

Diese Gewinne waren aber nicht einfach nur Glück. Hier sind Kräfte am Werk, die Gold sogar noch weiter nach oben katapultieren könnten. Ich möchte zwar keinen bestimmten Zeitpunkt vorhersagen, aber die mutige Andeutung machen, dass mittel- bis kurzfristig die Preise für physisches Gold auf 2.000 US-Dollar pro Unze steigen könnten. Das würde einen Anstieg von weiteren 46 % des Goldpreises bedeuten und würde zu noch höheren Gewinnen für die Minenunternehmen führen, die die Kosten gesenkt haben und die Produktion in den Minen mit den höchsten Erträgen erhöht haben.

Es folgen drei Gründe, warum ich zuversichtlich bin, dass ein Goldpreis von 2.000 US-Dollar möglich ist und nicht nur ein Versprechen, das man in einem Werbespot im Nachtprogramm hört.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

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1. Sinkende globale Erträge

Wenn ich diese Gründe nach ihrer Wichtigkeit aufschlüssle, dann kann ich nicht genug betonen, wie wichtig die sinkenden Renditen auf der ganzen Welt für physisches Gold sind.

Sieh es mal so: Wenn du die Wahl hättest zwischen einem fast garantiertem Schuldeninstrument, das 5 % abwirft und einem physischen Geldspeicher, der keine Dividenden zahlt, was würdest du nehmen? In den meisten Fällen würden sich die Investoren für ersteres entscheiden, weil es hohe Opportunitätskosten wären, eine fast garantierte Rendite von 5 % liegenzulassen (was auch noch die Inflation übersteigen sollte). Gold dagegen zahlt keine Rendite.

Sehen wir uns einen anderen Fall an. Nehmen wir an, ich würde dir die Wahl lassen, ein Schuldeninstrument mit einer Rendite von 1 % zu kaufen oder dein Geld in Gold anzulegen – was würdest du nehmen? Die Chancen sind hoch, dass du das Gold nehmen würdest, da du nicht viel Rendite verpasst. Zusätzlich kannst du bei einer Investition in Bonds mit einer Rendite von 2 % oder weniger auch Geld an die Inflation verlieren und damit geht auch die Kaufkraft deines Geldes verloren.

Im letzteren Szenario wird perfekt beschrieben, wie sich Millionen von Investoren gerade entscheiden. Die 10jährigen Staatsanleihen in Deutschland und Japan sind schon negativ und 10jährige amerikanische Staatsanleihen liegen jetzt unter 1,4 %. Selbst wenn der Dollar im Vergleich zum Euro und dem Pfund wieder an Wert gewinnt – ein starker Dollar bedeutet in der Regel auch niedrigere Goldpreise – dann kann Gold aufgrund der sinkenden Opportunitätskosten nicht gestoppt werden, Bis sich Bonds wieder auszahlen, könnte Gold noch deutlich höher steigen.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

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2. Erhöhte Nachfrage nach Gold

Zweitens haben wir einen Anstieg bei der Nachfrage nach physischem Gold gesehen. Wir sollten nicht vergessen, dass hinter jedem emotionalen Kauf oder Verkauf es auch noch Angebot und Nachfrage gibt, die den Goldpreis als nächstes bestimmen können.

2014 und 2015 floss viel Geld aus elektronisch gehandelten ETFs, was dann zu weniger physischen Goldpositionen führte. Der Goldabfluss aus ETFs betrug 183,6 Tonnen im Jahr 2014 und 128,3 Tonnen 2015. Laut einem Bericht des World Gold Council’s Gold Demand Trends wurden in Q1 2016 363,7 Tonnen gekauft. Nur um das einmal in die richtige Perspektive zu setzen. In einem einzigen Quartal ist mehr Gold gekauft worden als in den beiden Vorjahren zusammen verkauft worden ist.

Die Nachfrage nach Gold wird auch von privaten Investitionen erhöht, wie du dir vorstellen kannst, aber es gibt auch eine relativ starke Nachfrage von Seiten der Zentralbanken, der Schmuckindustrie und selbst dem Tech-Sektor. Die Nachfrage wird auch hier eine wichtige Rolle spielen.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

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3. Die Unsicherheit um die Wahlen in den USA und der Brexit

Schließlich spielt die Unsicherheit eine große Rolle. Gold ist immer als ein sicherer Hafen gesehen worden, wo man sein Geld parken kann, wenn die globalen Wachstumsperspektiven als unsicher gelten und die letzten paar Monate waren da auch keine Ausnahme.

Genau das passiert gerade auf der anderen Seite des Ärmelkanals mit dem Brexit. Die letzte Erholung an der Börse legt nahe, dass die Angst vor dem Brexit übertrieben ist, aber einige Experten glauben, dass Großbritannien oder die EU in eine kleine Rezession fallen könnten. Da es keinen Präzedenzfall gibt, herrscht natürlich Unsicherheit bei den Investoren darüber, wie es jetzt weitergehen wird.

Dieselbe Unsicherheit sieht man auch bei den Wahlen in den USA, was auch Neuland darstellt. Die Möglichkeit eines Nicht-Politikers (Donald Trump) im Oval Office ist eine große Unbekannte für die Wirtschaft und die Börse.

Einfach gesprochen, Unsicherheit führt zu höheren Goldpreisen.

Goldminen

Das Klügste, das man als Investor tun kann, ist nicht in physisches Gold zu investieren, sondern sich ein Goldminenunternehmen auszusuchen, dass eine starke Performance liefern könnte. Minenaktien geben dir nämlich das Potenzial von Kursgewinnen und in einigen Fällen sogar eine Dividende.

Daher möchte ich deine Aufmerksamkeit auf Minenunternehmen mit den niedrigsten nachhaltigen Gesamtkosten, den besten Margen und günstigeren Kursen als ihre Konkurrenten richten.

BILDQUELLE: KINROSS GOLD.

BILDQUELLE: KINROSS GOLD.

Was die Kosten betrifft (also die nötigen Kosten, um den Betrieb weiter führen zu können), ist
Barrick Gold (WKN:870450) hier erste Wahl. Basierend auf den Ergebnissen von Q1 ist Barrick auf Kurs, nachhaltige Gesamtkosten von 760 bis 810 US-Dollar pro Unze zu erreichen. Das bedeutet, der Mittelwert dieses Ausblicks liegt um 600 US-Dollar unter dem aktuellen Spotpreis für Gold. Abgesehen davon, dass sich Barrick nur noch auf seine besten Minen konzentriert, hat das Unternehmen auch bedeutende Schritte unternommen, um seine Schulden zu senken. 2015 wurden schon 3,1 Milliarden US-Dollar zurückgezahlt. Aktuell ist Barrick auf einem guten Weg, um 2016 2 Milliarden US-Dollar zurück zu zahlen. Das Zwischenziel besteht darin, die langfristigen Schulden auf unter 5 Milliarden US-Dollar zu bringen. Da wäre die Hälfte schon mal fast geschafft. Weniger Schulden bedeutet auch geringere Zinskosten und mehr Flexibilität.

Die Minenunternehmen mit den besten Margen sollte man auch auf dem Radar haben. Das Streaming-Unternehmen Royal Gold (WKN885652) wird den Rest der Industrie bei den Margen wahrscheinlich weit hinter sich lassen. Das Unternehmen erhält nämlich langfristige Anteile an den Minen (die meistens Gold enthalten, aber Royal Gold handelt auch mit anderen Metallen). Royal Gold zahlt seinen Partnern auch Preise, die deutlich unter dem Marktpreis liegen, und behält den Rest. Wenn Gold also steigt, dann macht sich das bei keinem Unternehmen so schnell beim Gewinn bemerkbar wie bei Royal Gold.

BILDQUELLE: KINROSS GOLD.

BILDQUELLE: KINROSS GOLD.

Wenn man sich die Bewertung ansieht, dann könnte auch Kinross Gold  (WKN:A0DM94) einen Blick wert sein. Wenn man sich die 20 größten Goldminenunternehmen nach Marktkapitalisierung ansieht, dann ist Kinross das mit dem niedrigsten Kurs im Verhältnis zum künftigen Cashflow pro Aktie. Kinross hat zwar auch seine Probleme, wie den Kauf von Red Back Mining zum falschen Zeitpunkt im Jahr 2010 für 7,1 Milliarden US-Dollar, was schließlich zu Abschreibungen in Höhe von 5,5 Milliarden geführt hat. Die Expansion der Tasiastmine in Mauretanien, was auch der wichtigste Vermögenswert bei diesem Kauf war und der 728 Millionen US-Dollar kosten soll, sollte sich die Erzproduktion bis Q1 2018 um 50 % auf 12.000 Tonnen pro Tag erhöhen. Diese Expansion sollte die Cashkosten der Mine halbieren und damit die Gewinne stark erhöhen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams  auf Englisch verfasst und wurde am 13.07.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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