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Bei Bombardier tut sich was – und zwar Gutes

Foto: Bombardier.

Sieht gar nicht mal so schlecht aus für Bombardier (WKN:866671): Nicht nur, dass man mit der kanadischen Provinz Quebec den Bailout durchbringen konnte, man konnte außerdem die Freigabe für den neuen, größeren Passagier-Jet CS300 erhalten. Der erste soll schon Ende des Jahres geliefert werden. Das kleinere Modell CS100 hatte bereits die Freigabe von den Behörden erhalten.

Diese beiden Events sind nicht unwichtig, stellen sie doch eine kleine Reihe an kleinen Erfolgen dar, die schon vor ein paar Monaten begann.

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Im April hat Chorus Aviation angekündigt, dass sie Bombardier fünf Exemplare des Modells CRJ900 abkaufen werden, dazu die Kaufrechte für fünf weitere Exemplare. Im April konnte Bombardier auch einen Deal mit Trident Jet Ltd. über vier Exemplare desselben Jets einfädeln, der 184 Millionen kanadische Dollar wert war.

Danach bekam man Großbestellungen rein: Air Canada wollte 45 Exemplare der CSeries haben, Delta Air Lines hingegen gleich 125 Stück. Weiter: Westjet Airlines bestellten im Juni neun Bombardier Q400 Turboprop-Maschinen.

Hat man bei Bombardier etwa die Kurve bekommen?

Ein großes Risiko zahlt sich aus… vielleicht!

Bei der Entwicklung der CSeries Jets waren sich die meisten Analysten einig, dass Bombardier ein großes Risiko. Nachdem man Milliarden über dem Budget lag und um Jahre in Verzug war, stellte sich das Projekt als wohl doch zu überambitioniert für das Unternehmen heraus.

Das Problem war ganz einfach: Bei der Entwicklung der CSeries konzentrierte sich Bombardier auf eine Flugzeuggröße von zwischen 100 und 150 Passagieren. Man ging davon aus, dass diese die richtige Größe für eine Gegenwart ist, die auf Nachhaltigkeit setzt und kerosinsparend denkt. Allerdings stellte sich das als falsch heraus, es bestand nie richtig Nachfrage. Stattdessen kauften Fluglinien lieber Boeing und Airbus die großen Flugzeuge ab, die besser in die Flottentaktik passten.

Bombardier überlegte sich, dass man auch eine größere CSeries bauen müsste, mit Motoren von Pratt & Whitney, allerdings stellte es sich als zu spät heraus.

Heute hat Bombardier nur wenig Kapital zur Verfügung, um neue Projekte in Angriff zu stemmen. Stattdessen muss man sich auf die Sachen konzentrieren, die bereits angeschoben waren.

Dennoch zeigen die jüngsten Erfolge, dass das Unternehmen noch zu retten ist – auch wenn das Projekt „größere CSeries“ sich letztlich schon als Flop erwiesen hat. „Aus der Branche bekamen wir jede Menge Druck, weil wir am Anfang des Projekts 300 feste Bestellungen als Meilenstein ausgegeben hatten“, sagte Bombardier Exec Fred Cromer Anfang Juli. „Diese Zahl haben wir jetzt aber überschritten. Deswegen ist auch der Druck weg.“

Bombardier schwebt weiter in Gefahr

Und doch hat Bombardier nach wie vor 9 Milliarden Dollar Schulden, nur 3,2 Milliarden in Cash. Selbst bei viel Optimismus geht das Management davon aus, dass man weitere 2 Milliarden benötigt, um das Projekt CSeries abzuschließen. Da man derzeit mehrere Milliarden verliert, ist es unwahrscheinlich, dass man das ohne Hilfe von außen hinbekommt.

Um zu überleben, muss wohl die Regierung noch einmal per Bailout ran. Angeblich soll die kanadische Regierung bereits 1 Milliarde Cash als Finanzspritze in Aussicht gestellt haben, aber das ist eben nur ein Gerücht. Bloomberg berichtete neulich, dass man nicht erwartet, dass sich vor Herbst etwas tun wird. Dem Bericht nach geht die kanadische Regierung davon aus, dass Bombardier noch ein weiteres Jahr ohne Hilfe weitermachen kann.

Wenn du heute also Aktien des Unternehmens kaufst, ist nur eine Sache klar: Die Zukunft des Unternehmens ist unfassbar ungewiss. Es sieht zwar nach Besserung aus, allerdings ist das alles für meinen Geschmack noch ein bisschen zu viel wie ein Lottoschein.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Ryan Vanzo erschien am 12.7.2016 auf Fool.ca. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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