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Wenn Tesla seine kleinen Versprechen bricht, wie sollen sie dann die großen halten?

Model 3. Foto: Tesla Motors.

In den letzten Jahren hat Tesla Motors (WKN:A1CX3T) hart an einem ambitionierten Ziel gearbeitet: dass man bis zum Jahr 2020 jährlich 500.000 vom Band laufen lässt. Die Analysten von der Wall Street standen dem Ziel eher skeptisch gegenüber. Nachvollziehbar, konnte Tesla doch im letzten Jahr gerade mal 50.580 Fahrzeuge fertigen.

Dennoch: Tesla hat erst im Mai noch größere Ziele vorgegeben: man will die 500.000 Fahrzeuge bereits im Jahr 2018 erreichen, im Jahr 2020 sollen es dann 1 Million sein.

Leider schafft Tesla es nicht einmal, viel weniger ambitionierte Ziele zu erfüllen. Deswegen sollte es niemanden überraschen, wenn die ehrgeizigen Ziele um ein oder sogar zwei Jahre verfehlt werden.

Wiederholungstäter

Unter Elon Musk hat Tesla das Unmögliche geschaffen. Elektrofahrzeuge begehrenswert und aufregend zu machen. Allerdings war das alles andere als einfach.

Zuerst einmal sind die beiden derzeit erhältlichen Modelle – das Model S und das Model X ­ später als geplant auf den Markt gekommen. Das Model X war das schlimmere der beiden, da das ganze Design überarbeitet werden musste. Ursprünglich sollte es im Jahr 2013 ausgeliefert werden, es kam dann im Herbst 2015 – mehr als zwei Jahre zu spät.

Zweitens: Tesla hat seinen Output jedes Jahr steigern können, allerdings wurden die Wachstumsziele häufig verfehlt. So hatte Musk im März 2015 versprochen, dass man in dem Jahr 55.000 Fahrzeuge ausliefern würde. Man verfehlte dieses Ziel um mehr als 4.000 Fahrzeuge.

Auch wenn man kurzfristige Zeithorizonte nimmt, konnte Tesla nicht immer die Vorgaben erfüllen. Im Februar 2016 – Mitte Q1 also – gab man an, dass man 16.000 Fahrzeuge in dem Quartal ausliefern wolle. Am Ende wurden es aber nur 14.820, wobei Tesla unzuverlässige Zulieferer beschuldigte, außerdem gab man sich selbst ein bisschen die Schuld, indem man verlauten ließ, dass das Model X mit zu viel Tech ausgestattet werden sollte.

Lässt sich das hinbiegen?

Tesla meint, dass man aus den Fehlern lernt, damit die beim kommenden Model 3 erst gar nicht mehr begangen werden. Man will dieses neue Auto in der Produktion einfacher machen, damit die geplante hohe Stückzahl schnell erfüllt werden kann.

Einige Analysten der Wall Street, die sich die Produktionshallen in Kalifornien ansehen durften, sagen, dass der Hersteller enorme Fortschritte im Verlauf des letzten Jahres gemacht hätte. Binnen nur zwei Wochen hat man mehrere hunderttausend Vorbestellungen reinbekommen, allein deswegen schon ist es von großer Bedeutung, dass man die Zeitpläne einhält.

Andererseits hatte man Anfang Mai noch nicht einmal das fertige Design für das Model 3 am Start. Das sollte Ende Juni bzw. Anfang Juli dann passieren. Heißt: Tesla will die Produktion etwa ein Jahr nachdem man sich auf das Design festgelegt hat beginnen.

Das ist in der Fahrzeugbranche nicht unbedingt beispiellos. Allerdings ist es normalerweise so, dass man die Produktion erst zwei Jahre nach Beendung des Designprozesses beginnt. Da die herkömmlichen Hersteller weitaus mehr Erfahrung und Expertise dabei haben, in großen Stückzahlen zu fertigen, zeugt es mal wieder von mächtig Hybris seitens Tesla, dass man das ganze Projekt in erhöhter Geschwindigkeit durchbringen will. Es man kann also davon ausgehen, dass das Model 3 nicht wie angegeben Ende 2017 auf den Markt kommen wird.

Außerdem muss Tesla beim Produktionsprozess auf seine Zulieferer vertrauen können. Die Qualität darf nicht leiden. Das nämlich war ein Problem, von dem man immer und immer wieder gehört hat. Zuerst waren die Zulieferer nicht auf die Bestellungen von Tesla vorbereitet, weil man nicht an den Erfolg des Unternehmens geglaubt hat. Das ist heute zwar lange kein Thema mehr, allerdings dürften die Partnerunternehmen ebenso skeptisch sein wie die Analysten, was das Ziel von 500.000 Fahrzeugen im Jahr 2018 angeht. Wenn die Zulieferer deswegen ihre Produktion nicht genügend hochfahren, dürfte es eng werden für Teslas Ziele.

Ein weiteres vefehltes Ziel

Erst vergangenes Wochenende musste Tesla eingestehen, ein weiteres Ziel verpasst zu haben. Im Mai hatte man geäußert, im Q2 20.000 Fahrzeuge zu produzieren und 17.000 Exemplare auszuliefern.

Stattdessen liefen bloß 18.345 vom Band, 14.370 wurden geliefert. Tesla will in der zweiten Jahreshälfte 50.000 Fahrzeuge fertigen, was bedeutet, dass man mal wieder unter der Jahresvorgabe von insgesamt 80.000 bis 90.000 Fahrzeugen liegen würde – wenn auch nicht viel.

Wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist, seine eigene Produktionskapazität der nächsten Zeit vernünftig einzuschätzen, dann sollte man nicht viel auf die Prognosen für das Jahr 2018 geben. Denn die sind nicht mehr als ein Wurf auf die Dartscheibe.

Natürlich wird Tesla mit der Produktion des Model 3 baldmöglichst beginnen. Aber selbst wenn alle Schwachstellen berücksichtigt werden, die in der Vergangenheit für Probleme gesorgt haben, wird man sicher hier und da an Grenzen stoßen, auf die man nicht vorbereitet war. Es wäre für Anleger schon schön, wenn man die vorherigen Ziele, nämlich 500.000 Fahrzeuge pro Jahr bis 2020, erfüllen würde.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla Motors.

Dieser Artikel von Adam Levine-Weinberg erschien am 6.7.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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