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SolarCity zieht bei dem Deal mit Tesla den Kürzeren

Foto: Pixabay, Didgeman

Letzte Woche machte Tesla Motors (WKN:A1CX3T) ein Angebot für das Solarunternehmen SolarCity (WKN:A1J6UM). Viele Aktionäre von SolarCity glauben, dass das Angebot deutlich unter dem eigentlichen Wert des Unternehmens liegt, besonders da Elon Musk der Vorstandsvorsitzende von SolarCity ist.

In diesem Beitrag der Motley Fool Money Radio Show diskutieren Chris Hill, Simon Erickson, Matt Argersinger und Jason Moser darüber, warum beide Aktien an Wert eingebüßt haben, seit die Übernahme angekündigt wurde und was Tesla Motors durch den Deal gewinnt. Sie tauchen zudem in die Frage ein, warum SolarCity bei diesem Geschäft den Kürzeren ziehen könnte und warum es kurzfristig gesehen kein kluger Schachzug von Tesla ist.

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Hier ist die Transkription des Gesprächs vom 24. Juni 2016.

Chris Hill: Die zweitüberraschendste Geschichte dieser Woche ist das Angebot von Tesla Motors, SolarCity für 2,8 Milliarden US-Dollar in Aktien zu übernehmen. Elon Musk ist CEO von Tesla Motors. Zudem ist er der Vorstandsvorsitzende von SolarCity. Das muss ein ganz schön kurzes Meeting gewesen sein, Simon.

Simon Erickson: Wow! Wirklich? Elon Musk muss mit sich selbst gesprochen haben. Ist das eine gute Idee? Lass und mal drüber nachdenken Elon.

Hill: Du bist ein SolarCity-Typ und du magst sicherlich den Deal nicht.

Erickson: Stimmt. Aber zuerst war ich schockiert. In jeder anderen Woche wäre das die wichtigste Nachricht gewesen. [Lacht]. Es ist einfach nur überraschend, zu hören, dass dies die zweitüberraschendste Geschichte der Woche ist.

Ich denke nicht, dass das ein großartiger Deal für SolarCity ist, hinsichtlich der Wertperspektive. Ich denke, es ist strategisch sinnvoll, SolarCity an Tesla anzugliedern. Definitiv für Elon Musk und seine Vision, wie er die Zukunft sieht. Aber ich mache mir Sorgen um die Bewertung – aus verschiedenen Gründen. Ich gehe mal ganz kurz auf zwei davon ein. Der erst ist, dass die Bewertung von SolarCity zu einem großen Anteil durch bestehende Verträge ausgemacht wird, die bereits unterzeichnet sind und deren Tinte schon getrocknet ist. Wenn du das Wachstum ansiehst, der Preis des Übernahmedeals war am höchsten Punkt bei 28,50 US-Dollar je Aktie, danach ist der Preis von Tesla gefallen. Er berücksichtigt nicht ausreichend das Wachstum von SolarCity. Und wenn man bedenkt, dass das Unternehmen einen billionenschweren Markt betritt, der die Strombranche der USA umfasst.

Die zweite Sache ist – Ich denke, es ist nicht die richtige Zeit im Moment. Du hast 50 % der öffentlich gehandelten Aktien short verkauft. Du hast eine Menge politische Schlagzeilen gelesen, die gegen die Solarbranche sind. Ich denke nicht, dass dies die richtige Zeit ist, um sein Unternehmen zu verkaufen, besonders wenn man bedenkt, dass SolarCity Ende letztes Jahre 57 US-Dollar gekostet hatte. Ich denke einfach nicht, dass es die richtige Zeit ist.

Hill: Matt, du hast dir angeschaut, was mit Teslas Aktie in dieser Woche passiert ist. Mehr als 10 % gefallen. Du hättest es schwer, jemanden an der Börse zu finden, der diesen Deal mag.

Matt Argersinger: Stimmt. Ich denke es ist sehr sinnvoll für Tesla. Ich werde gleich darauf eingehen. Aber du hast Recht. Der Markt mag den Deal nicht, da ich denke, er schaut auf Tesla, wie es SolarCity integriert und gleichzeitig eine Gigafactory baut. Sie brauchen Milliarden an Kapital für sich selbst und sie versuchen, die hohe Nachfrage nach dem Model 3 in ein paar Jahren zu befriedigen. SolarCity zu integrieren würde im Moment die Dinge ganz schön kompliziert machen.

Gleichzeitig denke ich, dass dies die ganze Zeit über Elon Musks Plan war. Ich denke, er hatte nicht nur vor, ein Elektromotorenunternehmen aufzubauen, sondern ein Energieunternehmen. Und er hat die Speicherbausteine gebaut, das elektrische Auto – aber die Stromerzeugung war nicht Teil davon. Das ist wie die Dreierwette. SolarCity gibt ihm das. SolarCity ist das größte Solarmodul und natürlich ist er daran beteiligt. Er ist ein Cousin des CEOs und des CTOs. Ich denke, das war schon immer so geplant.

Ich stimme Simon zu. Ich denke Musk hat erkannt, dass der Markt SolarCity nicht versteht und es zu gering bewertet. Das ist seine Chance. Und Teslas Chance, den Deal zu diesem Preis zu machen. Das ist nicht gut für die Aktionäre von SolarCity, da stimme ich zu. Aber für Tesla ist dieser Deal wahrscheinlich sinnvoll.

Erickson: Ich will hinzufügen, dass Elon Musk nicht an der Abstimmung teilgenommen hat. Er hält 20 % von Tesla, 20 % von SolarCity. Und er und sein Mitkollege im Vorstand Antonio Gracias haben sich beide der Stimme enthalten. Damit wird es noch wichtiger für die individuellen Aktionäre.

Hill: Ich denke, das war ein guter Zug. Und Elon Musk hat gewiss eine sehr gute Reputation in der Geschäftswelt. Ich denke, das ist eine gute Sache, denn wenn dies ein anderer CEO gewesen wäre- im Grunde genommen viele CEOs, über die wir in der Vergangenheit gesprochen haben – dann hätte es einen Beigeschmack gehabt. Die Tatsache, dass eine Person der Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens ist und der CEO des anderen und sagt: Oh, ich werde meine beiden Spielzeuge zusammenlegen.“

Jason Moser: Ich denke, es ist sehr schwierig, herauszufinden. Ehrlich. SolarCity ist ein Unternehmen, von dem ich denke, dass sein Geschäft nur sehr, sehr schwer zu verstehen ist. Es sind viele Punkte, die wir verbinden müssen. Es gibt einen großen Kapitalbedarf für das Unternehmen in den kommenden Jahren. Ich denke, für das Unternehmen ist es sinnvoll, ein Teil von Tesla zu sein. Ich denke, Tesla und SolarCity zusammen sind sinnvoll. Vielleicht wird SolarCity danach nicht mehr so kritisch betrachtet.

Für Aktionäre, ja, da ist es wahrscheinlich ein schlechtes Geschäft. Ich meine, die Aktien sind deutlich billiger als vor wenigen Monaten. Nochmals, es erfordert eine langfristige Sicht. Wenn du über 20-Jahresverträge sprichst und den Cashflow, der dadurch generiert wird, dann ist es ein wirklich schwieriges Geschäft, um es zu verstehen. Ich denke, es ist eine gute Lektion für Investoren, um zumindest zu sagen: „Wenn du in eine Situation mit einem Unternehmen kommst, welches du aufgrund der Dinge schätzt, für die es steht, in der du nicht ganz sicher bist, wie alles zusammen funktioniert, dann ist es OK, vielleicht ein Teil davon zu sein.“ Aber achte darauf, dass deine Position eine angebrachte Größe hat, denn du musst diese Fragen immer noch zuverlässig beantworten. Wenn du einfach nur an die Führungspersönlichkeit glaubst, dann ist das ok. Ich denke, Elon Musk ist eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit. Aber Dinge laufen nicht immer so.

Erickson: Nur, um ein paar Zahlen zu nennen. Was Jason über die zukünftigen Verträge gesagt hat, die bereits 20 Jahre gelten. Der gegenwärtige Barwert der zukünftigen Cashflows, wenn du alle Kosten und alle Schulden abziehst, der Wert liegt dann heute bei 20 US-Dollar je Aktie. In meinem Modell kommen in den kommenden Jahren 5 bis 7 US-Dollar hinzu. Das ist ein Grund, warum wir denken, dass dieser Deal SolarCity unterbewertet.

Hill: Letzte Frage zu Tesla Motors Matt. Wenn du dir die kommenden zwei Jahre anschaust für dieses Unternehmen, erhöht ein solcher Deal den Druck auf Elon Musk, die Gigafractory  zum Laufen zu bringen und die Lieferung der 500.000 Fahrzeuge 2018 zu starten?

Argersinger: Ich denke, das ist der Fall. Sie benötigen Kapital. SolarCity benötigt Kapital. Wenn sie SolarCity integrieren, dann wird der Kapitalbedarf beider Unternehmen noch steigen und auch die Risiken steigen. Nochmals, langfristig, und wenn du glaubst, was Elon Musk sagt, dass er denkt, dass diese Gelegenheit irgendwann ein billionenschweres Unternehmen ist. Ich meine, er wirft mit Zahlen um sich. Wir lieben das, weil wir Elon Musk lieben, aber die Risiken, denke ich, sind sicherlich mit diesem Deal größer geworden.

Erickson: Und Chris. Ich schlage vor, dass das neue Unternehmen den Börsenticker MUSK bekommt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von SolarCity und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 05.07.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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