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Warum Tesla Energy (noch) nicht bereit für seine Blütezeit ist

Foto: Tesla Motors.

Als SolarCity Corp (WKN:A1J6UM) auf der Bühne auftauchte und damit begann, Wachstumsraten von über 100 % zu verzeichnen, verkaufte das Unternehmen ein Solarprodukt, von dem Investoren glaubten, es handle sich um ein „cooles“ Energieprodukt für Kunden. Aber letztendlich ging es bei den Verkaufsgesprächen mit Kunden nicht darum, cool zu sein, sondern darum, Geld zu sparen, indem man auf solar umsteigt.

Bei Tesla Motors (WKN:A1CX3T) ging es jedoch mit dem Model S und dem kommenden Model 3 immer darum, etwas Cooles mit Sexappeal zu verkaufen. Niemand gibt 70.000 US-Dollar oder mehr für ein Auto aus, weil es die ökonomisch sinnvollste Option ist. Man kauft es, weil es ein Fahrzeug mit hoher Leistung ist, das deine Freunde beeindrucken wird.

Mit der Zusammenführung von SolarCity und Tesla Motors scheint Musk den Versuch zu unternehmen, Solarpanels und Stromspeicherung genauso „cool“ zu machen wie ein Elektroauto. Das könnte jedoch in der Branche eine schwierige Strategie sein.

Bei Autos geht es um Emotionen – bei Strom um Geld

Der Autokauf gehört für die meisten Menschen zu den eher emotionalen Entscheidungen in ihrem Leben. Es ist für sie wichtig, wie sie sich beim Fahren fühlen und wie andere sie wahrnehmen. Es geht also nicht nur um Wirtschaftlichkeit und Verlässlichkeit des Fahrzeugs.

Im Bereich Energie gibt es diese Emotionen nicht – besonders nicht im Bereich Energiespeicherung. Ein entsprechendes System wird wahrscheinlich lediglich in der Garage des Hausbesitzers installiert und ist damit nicht in Sichtweite für Freunde und Nachbarn. Stromspeicherung ist kein geeignetes Gesprächsthema oder etwas, mit dem man angeben könnte wie beispielsweise mit einem Model S. Es ist einer Solaranlage ähnlich, weil es wirtschaftlich sein muss, um von der Masse angenommen zu werden.

Und hier kann man die Fehler in Elon Musks vertikal integrierten Energie-Plänen langsam erkennen. Es gibt zurzeit wenige Orte auf der Welt, an denen Energiespeicherung irgendwie wirtschaftlich ist und der einzige Staat, in dem SolarCity operiert, der vielleicht etwas davon hätte, ist Hawaii.

SolarCity basiert auf der Finanzierung für Solarsysteme für Kunden über 20 Jahre. Eine Finanzstruktur, die es so im Bereich der Energiespeicherung nicht gibt. Quelle: SolarCity

SolarCity basiert auf der Finanzierung von Solarsystemen seiner Kunden für über 20 Jahre. Eine Finanzstruktur, die es so im Bereich der Energiespeicherung nicht gibt. Quelle: SolarCity

Energiespeicherung hat kein Geschäftsmodell

Man kann leicht erkennen, wie das Speichern von Energie, die von einer Solar-Dachanlage umgewandelt wird und somit am Abend genutzt werden kann oder als Anlage, die genutzt werden kann, um die teure Stromgenerierung zu Hochzeiten zu verringern, sinnvoll ist. Aber es gibt noch nicht die Anreize oder Regeln, um das wirtschaftlich zu erreichen. Mit der Ausnahme von Hawaii ist die Chance auf Arbitrage zwischen den Kosten einer Dach-Solaranlage und dem, was das Netz für den Export dieser Energie zahlt, nicht hoch genug, um die Speicherung zu rechtfertigen. In den meisten Staaten, wo Net-Metering-Regeln herrschen, gibt es keinen wirtschaftlichen Grund dafür, Strom für spätere Zeiten am Tag zu speichern.

Staaten wie New York fangen damit an, Konzepte wie das „virtuelle Kraftwerk“ zu testen, um Versorgern die Kontrolle über Energiespeicherungssysteme zu geben, die das Netz stabilisieren können. Aber diese stecken noch in den Kinderschuhen und es können noch Jahre vergehen, bis sie in einem relevanten Umfang angeboten werden.

An den meisten Orten kann man es nicht finanziell rechtfertigen, 10.000 US-Dollar oder mehr auszugeben, um eine Energiespeicherung zu installieren. Und das müsste eine Fusion aus Tesla und SolarCity jedoch schaffen.

Die Finanzierung von Energiespeicherung ist unbekannt

Die wahre Enthüllung von SolarCitys Geschäftsmodell am Anfang seiner Geschichte war das Solar-Leasen. Leasing erlaubte es SolarCity, Solar ohne Anzahlung an seine Kunden zu verkaufen, ihnen vom ersten Tag an Stromkostenersparnisse zu liefern und dabei Geld zu machen. Das Unternehmen machte es für Kunden wirtschaftlich, auf Solarenergie umzusteigen und deswegen konnte es sein Geschäft Jahr für Jahr verdoppeln.

Der Schlüssel für dieses Model war SolarCitys Fähigkeit, Banken und andere Unternehmen dazu zu bringen, Solar-Projekte zu finanzieren. Der Tax-Equity-Anteil und die Zahlungen der Kunden wurden in Teile zerlegt, die Investoren kaufen konnten, wodurch das Model finanziert wurde.

Ohne ein Geschäftsmodell, welches Stromspeichern profitabel macht, gibt es keine Finanzierung, die darauf wartet, in die Energiespeicherung einzusteigen. Bis es soweit ist, bleibt es ein sehr beschränkter Markt.

Elon Musks Energievision ist noch nicht bereit für die Blütezeit

In fünf oder 10 Jahren ist es möglich, dass Batteriepreise, behördliche Raten und Versorgungssysteme dazu bereit sind, Solarenergie mit Energiespeicherung und Millionen smarten Geräten zu inkorporieren. Ich denke, dass sich jeder auf diese Zukunft freuen sollte, aber zurzeit haben wir diese Struktur noch nicht und der Kauf von SolarCity durch Tesla Motors macht es dem Solar-Geschäft wegen der komplexen Finanzierung, die SolarCity braucht, schwerer.

Ich sehe Tesla Energy noch nicht bereit für seine Blütezeit und wenn Elon Musk SolarCity und Tesla Motors zusammenbringt, muss er ein noch größeres Unternehmen für einige Jahre über Wasser halten, bis die Energiebranche bereit für eine echte Transformation ist. Das ist ein großes Risiko und der Markt muss damit Geduld haben, weil beide Unternehmen immer noch Geld verlieren, während sie ihre Energiefähigkeiten ausbauen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von SolarCity und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 29.6.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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