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Brexit: Was 3 Milliardäre sagen (und tun)

Foto: The Motley Fool

Die amerikanischen Aktien verzeichnen seit ein paar Tagen Verluste, seit die Briten sich für den Brexit entscheiden haben. Daher wollen wir uns im Folgendem dem Rat von drei milliardenschweren Investoren zuwenden, die mehr als ein Jahrhundert voller Erfahrung ihr eigen nennen können: Warren Buffet, Howard Marks, and George Soros.

Warren Buffett, CEO von Berkshire Hathaway

In einem Interview mit CNBC sprach das Orakel von Omaha Ende April davon, dass makroökonomische Entwicklungen sein Investmentverhalten nicht beeinflussen:

Ich glaube nicht, dass [der Brexit] etwas Gutes ist, aber ich würde morgen nichts ändern, weder bei unseren Unternehmen noch bei unseren Aktien, wenn [der britische Premierminister David] Cameron mir sagen würde, was dabei herauskommen würde. Ich würde nichts ändern. Ich würde auch nicht meine Farm verkaufen. Ich würde keine Immobilien verkaufen und ich würde auch mein Haus nicht verkaufen. Ich würde kein anderes Auto kaufen und ich würde meine Investitionen auch nicht ändern, aber… ich hoffe, sie treten nicht aus.

Howard Marks, einer der Gründer und Vorsitzenden von Oaktree Capital Management

In einem Gespräch mit Bloomberg Television am Tag nach dem Referendum zeigte Howard Marks, dessen Memos Warren Buffett übrigens sehr gut gefallen, sein Wissen und seine Bescheidenheit (Hervorhebungen des Autors):

Über die Müßigkeit von Vorhersagen:

Ich glaube nicht so recht an Vorhersagen. Ich glaube auch, dass es an einem Punkt wie heute extrem schwer ist, sich auszumalen, was die Zukunft bringen wird. Das Wichtigste in unserem Geschäft ist zu wissen, was man nicht weiß und ich glaube, niemand weiß, was die langfristigen Implikationen sind und wir sollten uns da auch nichts vormachen. Es gibt kein Rezept, es gibt keine Vorgeschichte für solche eine Entwicklung. Daher weiß ich nicht, wie jemand behaupten kann, zu wissen, was das alles jetzt bedeutet.

Über die Auswirkungen des Brexit:

Ich glaube auch, dass es einen psychologischen Effekt geben wird, dass die Leute weniger ausgeben und investieren werden, aber ich wäre überrascht, wenn das langfristig negativ für diese Länder wäre.

Die Reaktion der Börsen ist sehr stark, aber die Frage ist doch: Wird sich das Leben der Leute jetzt ändern? Werden die Leute weniger produzieren und weniger kaufen?… Selbst wenn es zum Börsencrash kommt, werden die Leute da draußen immer noch Hotdogs kaufen.

Abgesehen von den psychologischen Auswirkungen – die wir nicht unterschätzen sollten – glaube ich nicht, dass es eine fundamentale Katastrophe ist. Ich glaube, dass es starke gesellschaftliche, politische und geographische Auswirkungen geben wird, aber ich habe da meine Schwierigkeiten, das als eine finanzielle Katastrophe zu sehen.

Darüber, wie man nicht auf den Brexit reagieren sollte:

[“Erst verkaufen und dann fragen”] klingt nicht wie eine besonders schlaue oder stabile Vorgehensweise. Es gibt da ein altes Sprichwort, das ich schon seit Jahrzehnten höre – solange ich im Geschäft bin – nämlich dass die Märkte Unsicherheit verabscheuen – das tun sie wirklich. Aber ich denke nicht, dass sie deshalb etwas daran ändern werden. Das bedeutet, dass wenn die Unsicherheit zunimmt, die Leute sich unwohl fühlen und verkaufen. Aber das heißt nicht, dass sie damit recht haben und ich sehe nicht, warum höhere Unsicherheit einen Verkauf rechtfertigen würde. Es ist immer eine Frage, was man verkauft und zu welchem Preis? Was könnte passieren? Was sind die Wahrscheinlichkeiten?

Die bloße Tatsache, dass sich die Unsicherheit erhöht hat, heißt nicht, dass man auch verkaufen sollte… ich verstehe die Mathematik dahinter nicht, nach der höhere Unsicherheit automatisch bedeutet, man müsste verkaufen oder dass man zu jedem Preis verkaufen müsste.

George Soros, Gründer und Vorsitzender von Soros Fund Management

George Soros wird manchmal als „der Mann, der die Bank von England in die Knie gezwungen hat” bezeichnet, weil er mit einer Wette gegen das britische Pfund über 1 Milliarde US-Dollar verdient und 1992 die Währung aus dem Exchange Rate Mechanism gedrängt hat. Bei Project Syndicate sprach der zwei Tage nach dem Referendum und malte ein entsprechend düsteres Bild (Hervorhebungen des Autors):

Jetzt hat sich die Katastrophe, die viele befürchtet haben, bewahrheitet und die Auflösung der EU ist praktisch irreversibel geworden. Großbritannien wird vielleicht ohne die EU besser als andere Länder dastehen, vielleicht aber auch nicht. Aber die Wirtschaft und die Menschen werden kurz- bis mittelfristig sehr darunter leiden. Das britische Pfund ist unmittelbar nach dem Referendum auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen und die Finanzmärkte werden weltweit noch in Aufruhr bleiben, während der lange und komplizierte politische und wirtschaftliche Scheidungsprozess ausgehandelt wird. Die Folgen für die Wirtschaft werden mit der Finanzkrise 2007-08 vergleichbar sein.

Im Vergleich zu 1992, als er gegen das Pfund wettete, meldete Bloomberg, dass Soros Fund Management eine Longposition vor dem Brexit-Referendum hatte. Das Pfund fiel am letzten Freitag um 8 % laut Daten von Bloomberg und erreichte damit ein 31-Jahrestief.

Soros wird es mit zwei Positionen, die er Ende des ersten Quartals noch hatte, wahrscheinlich besser ergangen sein (unter der Voraussetzung, dass er sie am Freitag auch noch hatte). Während Q1 hatte Soros Fund Management Call-Optionen (eine bullische Wette also) auf 1,05 Millionen Aktien im SPDR Gold Trust ETF gekauft. Das Unternehmen verdoppelte auch seine Put-Position (bärisch) auf den SPDR S&P 500 ETF, der den S&P 500 der amerikanischen Aktien mit großer Marktkapitalisierung abbildet. Damit hatte er die Option, 2,1 Millionen Aktien zu verkaufen. Ende letzten Jahres bestand diese Position noch aus 1 Million Aktien.

Zitat des Tages:

Ich versuche nicht, vorherzusehen, ich versuche zu verstehen – Taylor Mann, Gründer von Pine Capital

Mann ist ein 26jähriger Hedgefondsmanager aus Texas. Vor weniger als drei Wochen veröffentlichte er einen Bericht auf SumZero, einem sozialen Netzwerk für Profiinvestoren, in dem er empfahl, Shortpositionen auf europäische Werte zu kaufen.

Kauf Aktien, die Warren Buffett kaufen würde...aber nicht kaufen kann

Weißt du, dass es viele gute Aktien gibt, die Warren Buffett nicht kaufen kann? So ist es. Und obwohl er diese Aktien nicht kaufen kann, du kannst es. Um drei dieser zu-klein-für-Buffett Aktien zu sehen, klick hier.

Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B ). Motley Fool empfiehlt Oaktree Capital.

Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier, CFA auf Englisch verfasst und wurde am 27.06.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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