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Der Brexit ist da… was heißt das jetzt für Anleger?

Foto: pixabay, gerarddm

Zumindest eine Sache ist ganz klar: Die Märkte hassen die Unsicherheit, wie immer. Und als Folge der erfolgreichen Brexit-Entscheidung gibt es derzeit mehr als genug Unsicherheit.

Aber während die Märkte und Anleger rund um die Welt ausflippen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich an gute Foolishe Investitionsprinzipien zu erinnern und Geduld und Gleichmut zu haben. In diesem Sinne lass uns betrachten, was der Brexit für uns wirklich bedeuten könnte.

Das große Risiko, das ich persönlich sehe

Einige der Euroskeptiker außerhalb Großbritanniens haben auf das Ergebnis schon mit Mut und Begeisterung reagiert. Sie sehen den Brexit als Beweis dafür, dass „allein“ die Antwort ist, nicht nur für die Briten, sondern auch für den Rest des Kontinents.

Ökonomisch gesehen ist die Idee, dass Großbritannien, ganz zu schweigen von anderen Ländern der EU, ohne EU-Mitgliedschaft wohlhabender wird, totaler Quatsch. Man muss dafür keinem einzelnen Ökonomen Glauben schenken, da im Wesentlichen alle Ökonomen, die diese Frage betrachtet haben, zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die britische Wirtschaft nach dem Brexit langfristig schwächer werde. Also viel Glück den Leuten aus anderen Ländern, die darauf hoffen, beweisen zu können, dass das Verlassen der EU eine gute ökonomische Entscheidung ist.

Was in Großbritannien aber klar ist, ist, dass die ökonomischen Auswirkungen, oder zumindest die Realität der ökonomischen Auswirkungen, nicht das Wichtigste sind.

Starker Nationalismus und die Idee, dass es am besten ist, „allein zu gehen“, ist etwas, was nicht zu viele gute Kapitel in den Geschichtsbüchern hinterlassen hat. Globalisierung ist hier und echt, und es ist einfach ein alberner Traum, zu denken, dass ein Land einfach Mauern und Schutzwälle aufbauen kann, um sich vom Rest der Welt abzuschirmen, und damit Erfolg haben wird.

Doch obwohl ein klares Risiko besteht, könnte jetzt für die restlichen EU-Länder auch die Zeit sein, zu beweisen, wie wichtig diese Union ist und wie stark sie für diese engagiert sind.

Macht Großbritannien allein weiter? Wohl kaum…

Unter den Top 10 Handelspartnern von Großbritannien sind Frankreich, Holland, Irland, Belgien, Spanien, Italien und natürlich Deutschland. Aus der EU zu verschwinden kann für das Vereinigte Königreich kaum bedeuten, aus der Welt zu verschwinden – sie brauchen diese Beziehungen.

Deshalb ist die Frage nicht, was Großbritannien ohne die EU tun wird, sondern wie es die Handelsregeln zukünftig verhandelt. Das Vereinigte Königreich ist zwar nicht klein, aber ich muss mich schon fragen, ob die Leute realisieren, dass es kaum die wirtschaftliche Macht der Welt ist. Es muss jetzt mit einem viel größeren und stärkeren Partner verhandeln – genau, mit der EU.

Klar ist aber auch, dass die Bankindustrie Großbritanniens sehr geschwächt wird. Großbritannien wird wohl kaum Zentrum der EU in Sachen Banken bleiben. In diesem Sinne wird die Insel wohl schon allein sein und die EU-Hauptquartiere der Banken werden irgendwo anders hin umziehen müssen. Das könnte eigentlich gut für Deutschland sein – eine logische Wahl für das neue Finanzzentrum der EU wäre nämlich Frankfurt.

Wie sollten Fools in Deutschland jetzt investieren?

Der Brexit ist kein Grund, unseren Investitionsansatz zu ändern. Und das aus folgenden Gründen:

  1. Was wissen wir derzeit wirklich? Was wir wissen, ist, dass das Vereinigte Königreich die Entscheidung getroffen hat, die EU zu verlassen. Was wir auch wissen, ist, dass das Vereinigte Königreich nicht ohne die EU und den Rest der Welt weitermachen kann. Was wir derzeit noch nicht wissen, ist das, was besonders wichtig ist: Wie die neue Beziehung der EU und Großbritannien aussehen wird. Bei diesem Punkt können wir im Grunde nur schätzen, wie dieses „neue Europa“ funktionieren wird, und ob es für bestimmte Unternehmen besser oder schlechter sein wird.
  2. Schlecht für Großbritannien? Wahrscheinlich, aber… Ich selbst schätze, dass sich der Brexit für Großbritannien negativ auswirken wird. Zumindest aus einer ökonomischen Perspektive und wenn nicht auch aus anderen Gründen, einfach wegen der Unsicherheit, die dem Brexit folgen wird. Doch obwohl Großbritannien kein kleiner Akteur ist, macht Großbritanniens BIP weltweit nur etwa rund 3,5 % des Ganzen aus. Daher wäre eine Schwächung Großbritanniens nicht bedeutungslos, aber wir müssen immer das große Ganze sehen.
  3. Was können wir derzeit sagen? In solchen Situationen, besonders solchen politischen Situationen, müssen wir uns daran erinnern, dass wir als Fools nicht auf politische Stimmungen und Auswirkungen wetten. Das ist einfach nicht unser Spiel. Stattdessen suchen wir nach großartigen Unternehmen, die: etwas produzieren, das für Kunden von hohem Wert ist; eine gute Führung haben; und über Wettbewerbsvorteile verfügen, die für weiteren zukünftigen Erfolg sprechen. Unternehmen wie diese werden für Anleger erfolgreich und wertvoll sein, mit oder ohne Brexit.

Kurz gesagt: Wir können nicht genau sagen, welche Auswirkungen der Brexit haben wird. Die Welt wird sich aber auf jeden Fall weiter drehen. Und noch werden großartige Unternehmen weiterhin hohen, langfristigen Wert haben.

Was wir als Foolishe Anleger natürlich nicht vergessen dürfen… man kann heute viele großartige Unternehmen günstiger kaufen als gestern.

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