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Geld in unsicheren Zeiten sicher anlegen: 4 effektive Maßnahmen für dein Depot

Quelle: The Motley Fool

BREXIT, Terror, Staatsschulden und Konjunktursorgen machen Anlegern derzeit das Leben schwer. Wenn es ganz dumm kommt, sacken die Börsen ab und damit der Depotwert. Aber sollten wir deswegen unsere Aktien verkaufen? In vielen Fällen gibt es günstigere Möglichkeiten, dein Geld zu schützen. Das kommt aber ganz darauf an, gegen was du dich absichern möchtest.

Deshalb ist verkaufen jetzt nicht ratsam

Grundsätzlich sind die Börsen relativ günstig bewertet: Die erwarteten Dividendenrenditen liegen im Schnitt weit über den Sparbuchzinsen und der aktuelle DAX-Stand befindert sich mehr als 20 % unter dem Hoch vom letzten Jahr.

Trotzdem könnte jederzeit etwas wirklich Einschneidendes passieren, das die Märkte nachhaltig einbrechen lässt. Wer angesichts der wahrgenommenen Unsicherheit ruhig schlafen möchte, könnte natürlich auf die Idee kommen, alle Aktien zu verkaufen.

Dabei entstünden allerdings hohe Transaktionskosten und ein späterer Wiedereinstieg zu möglicherweise höheren Kursen ist psychologisch oft schwierig. Für alle Anleger mit langfristigem Horizont ist ein Ausstieg meines Erachtens derzeit nicht ratsam. Trotzdem müssen wir bei schwierigen Marktlagen nicht einfach Wertverluste hinnehmen. Dafür gibt es ausgefeilte Werkzeuge für jede Erwartung und jeden Bedarf.

1. Die klassische Absicherung mit Put-Optionsscheinen

In der theoretischen Literatur wird oft diskutiert, wie man ein Depot zu 100 % absichern kann. Dazu benötigst du grob gesagt genau einen passenden Put-Optionsschein für jede Aktie.

Ohne auf die weiteren Feinheiten einzugehen, denke ich, dass dieser mathematisch perfekte Weg nur selten praktikabel ist. Schließlich belaufen sich die Transaktionskosten dabei auf einem ähnlich hohen Niveau wie beim direkten Verkauf der Aktien.

Viel günstiger wird es, wenn wir einen Index wählen, der einigermaßen zu deinem Depot passt, also z. B. DAX, TecDax oder Eurostoxx 50. Dann können wir mit nur einem einzigen Kauf eine Menge Risiko herausnehmen. Wie viel genau, kann natürlich jeder selbst wählen – das müssen keineswegs 100 % sein, vor allem wenn du grundsätzlich positiv eingestellt bist.

2. Das Gleiche mit Put-Turbos

Optionsscheine haben einige Nachteile: Zum einen enthält der Kurs einen Zeitwert, der Schritt für Schritt bis zum Laufzeitende gegen Null geht. Zum anderen sind sie besonders teuer, wenn die Unsicherheit der Marktteilnehmer hoch ist. Bei beiden Kriterien sind Turbo-Optionsscheine und die verwandten Mini-Futures günstiger.

Dies hat allerdings eine Kehrseite: Ihre Knock-Out-Schwelle verursacht beim Überschreiten einen direkten Totalverlust. Deshalb sind sie mit Vorsicht zu genießen und helfen oft kaum dabei, einen ruhigeren Schlaf zu finden.

3. Elegant absichern mit Short-Index-Zertifikaten

Wem gehebelte Papiere nicht geheuer sind, der kann eine weitere Alternative in Betracht ziehen. Short-Index-Zertifikate, beispielsweise auf den offiziell berechneten ShortDAX, entwickeln sich im Optimalfall exakt gegenläufig zum gewählten Index und sind auch für Einsteiger gut geeignet. In der ETF-Variante sind sie sogar zusätzlich vor dem Emittenten-Risiko geschützt, falls du Bankenpleiten fürchtest.

Der Haken dabei ist allerdings der notwendige Geldeinsatz: Wer ein Depot von 20.000 Euro hat, der muss weitere 20.000 Euro in Short-Zertifikate investieren, um das Risiko zu minimieren.

Etwas gelindert wird dieser Aspekt durch die Verfügbarkeit von Zertifikaten mit einem Faktor von 2 oder 4. Allerdings gilt: Je höher der Faktor, desto größer die Reibungsverluste durch die täglichen Anpassungen.

4. Spezielle Absicherung mit exotischen Optionsscheinen

Vielleicht willst du dich aber nicht gegen den großen Crash, sondern gegen eine anhaltende allgemeine Marktschwäche absichern. Aus meiner Sicht ist ein durchaus realistisches Szenario, dass der DAX wie zuletzt weiter um die 10.000 pendelt. In diesem Fall tritt wahrscheinlich auch dein Depot auf der Stelle.

Eine gute Möglichkeit, in solchen Situationen trotzdem eine Rendite einzufahren, sind Stay-Low-Optionsscheine. Dabei wird ein Maximalbetrag am Laufzeitende ausbezahlt, wenn eine bestimmte Schwelle nie überschritten wird. D. h., dass du bei moderatem Anstieg, Seitwärtsbewegung und Einbruch gleichermaßen einen schönen Mehrertrag erwirtschaftest.

Bei einem starken Anstieg über die gewählte Schwelle von beispielsweise 11.000 Punkten verlierst du zwar den kompletten Einsatz, kannst dich aber dafür über unerwartet hohe Erträge aus deinem Depot freuen.

Billiger sind die verwandten Inliner-Optionsscheine, bei denen es eine untere und eine obere K.O.-Schwelle gibt. Ihr entscheidender Nachteil: Bei einem richtigen Crash schrumpft dein Depot zusammen und gleichzeitig verfällt das Zertifikat wertlos.

Ebenfalls auf einen Maximalbetrag beschränkt sind Discount-Optionsscheine. Sie funktionieren ansonsten wie die normalen Put-Optionsscheine, sind aber wesentlich günstiger zu haben. Sie eignen sich besonders, wenn du zwar einen Bärenmarkt für wahrscheinlich hältst, aber keinen verheerenden Crash.

Fazit

Um gegen jedwede Abwärtsbewegung gefeit zu sein, sind Put-Optionsscheine ohne irgendwelche Schwellen immer noch die erste Wahl. Mit relativ kleinem Geldeinsatz kannst du so ohne Aktienverkäufe unkompliziert zeitweise Risiko aus deinem Depot nehmen.

Short-Index-ETFs sind zwar am sichersten, erfordern aber einen hohen Kapitaleinsatz. Je nach Anlegertyp könnten im Einzelfall auch risikoreichere Turbos sinnvoll sein, um das gleiche Ziel zu erreichen.

Geht es mehr darum, auch in gemäßigten Bären- oder Seitwärtsmärkten einen Mehrertrag zu erwirtschaften, bieten sich Discount-, Stay-Low- und Inline-Optionsscheine an. Eine Vollabsicherung ist damit allerdings nicht möglich.

Da man sich mit Derivaten die Finger verbrennen kann, empfehle ich, sich vor einem Investment mit der Funktionsweise und den Risiken vertieft auseinanderzusetzen.

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