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Auch Milliarden im Tresor zu bunkern rettet die Commerzbank nicht

Foto: Pixabay, angelolucas

Die meisten Anleger würden niemandem Geld zu negativen Zinsen leihen. Man muss sich nur einmal vorstellen, jemandem 100 Euro zu leihen, nur um 2 Jahre später 99 Euro zurückzubekommen.

Trotzdem haben viele europäische Großbanken keine andere Wahl, als bei der EZB, der Europäischen Zentralbank, Geld zu Minuszinsen zu parken. Deshalb hat sich die Commerzbank (WKN: CBK100) eine drastische Alternative überlegt, aber selbst diese kann nur schwer Mehrwert für die Bank schaffen.

Was hinter der verrückten Idee steckt

Seit einigen Monaten ist der Einlagezins der EZB jetzt schon bei minus 0,4 % angelangt. Banken, die über Nacht ihre überschüssige Liquidität bei der EZB lagern, müssen den Strafzins zahlen.

Die Idee dahinter ist die Wirtschaft zu unterstützen, indem man die Kreditvergabe ankurbelt, denn Banken sollten möglichst wenig Interesse daran haben, ihre Liquidität bei der EZB zu parken. Der Anreiz ist somit, das Geld lieber in Form von Krediten zu vergeben, anstatt darauf Strafzinsen zu zahlen.

Die Maßnahme hat deutsche Banken letztes Jahr bereits 248 Millionen Euro gekostet. Nun werden die Vorschläge aus der Finanzbranche immer konkreter Bargeld zu horten, anstatt Negativzinsen zu zahlen. Der große Rückversicherer Münchener Rück (WKN: 843002) experimentiert bereits damit, Bargeld und Gold zu bunkern, um herauszufinden, ob es praktikabel ist.

Die Commerzbank plant jetzt nachzuziehen, aber ob sie daraus einen Vorteil hätte, ist fraglich.

Das Geschäftsmodell der Banken funktioniert nicht mehr

Die Commerzbank testet momentan, inwiefern das Lagern von hohen Geldbeständen überhaupt umsetzbar ist. Auf den ersten Blick sieht es attraktiv aus, wenn Großbanken Millionen an Strafzinsen einsparen, indem sie die EZB durch Lagerung von Bargeldbeständen umgehen, allerdings gibt es zwei Gründe, wieso ich das trotzdem für keine gute Nachricht für Bankaktien halte.

Riesige Summen einzulagern kostet viel Geld. Man benötigt Personal, hochsichere Lagerräume, überwachten Transport des Geldes und noch vieles mehr. Die geplante Abschaffung des 500-Euro-Scheins würde die Logistik nicht erleichtern. Zwei Milliarden Euro in 200-Euro-Scheinen wiegen ungefähr 11 Tonnen.

Der Plan übersieht außerdem, dass die Banken ein weiteres grundlegendes Problem haben. Ihr Kerngeschäft der Kreditvergabe kommt nicht in die Gänge. Die meisten Banken würden gerne mehr Kredite vergeben, aber sie finden keine oder nicht die richtigen Abnehmer.

Nur wenn Banken es schaffen, viele Kredite zu deutlich höheren Zinsen zu vergeben, als sie auf Einlagen zahlen, können sie langfristig profitabel bleiben. Für Banken ist die Differenz zwischen Einlagezins und Zinsen auf Kredite entscheidend und genau deshalb ist der Negativzins ein großes Problem, denn da Negativzinsen bisher nicht an Verbraucher weitergegeben werden, wird der Spielraum für Zinsdifferenzen verringert.

Das Problem ist ein anderes

Auch Milliarden im Tresor lösen das Problem der Banken nicht. Großbanken leiden unter zu hohen Kostenstrukturen und in vieler Hinsicht mangelnder Wettbewerbsfähigkeit.

Mit gebunkertem Bargeld oder ohne, es kommen schwierige Jahre auf deutsche Großbanken zu.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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