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Sollte der Brexit Anlegern Sorge bereiten?

Foto: Pixabay

Am 23. Juni werden die Briten eine einfache Frage beantworten: „Should the United Kingdom remain a member of the European Union or leave the European Union?“ (auf Deutsch: Sollte das Vereinigte Königreich Mitglied der Europäische Union bleiben oder die Europäische Union verlassen?)

Das ist zwar „eine einfache Frage“, doch eine mit möglichen schweren Konsequenzen. Für die Bürger des Vereinigten Königreichs hat die Brexit-Frage die größte Auswirkung. Aber auch für Anleger rund um der Welt könnte ein Austritt bedeutsame Implikationen haben.

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Sollten wir als Anleger uns darüber Sorgen machen? Ich habe drei der Top Fool.de-Analysten nach ihrer Meinung gefragt.

Peter Roegner

Zumindest das ist klar: Am Donnerstag findet das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU statt. Unklar ist aber, welche Folgen ein Brexit haben könnte. Selbst unter Experten gehen die Meinungen weit auseinander. Diese Unsicherheit hat inzwischen auch die Aktienmärkte fest im Griff: Seit dem letzten Hoch am 7. Juni hat der DAX rund 7 % verloren. Sollte man jetzt nicht noch schnell alles verkaufen, bevor der Brexit Europa ins Chaos stürzt?

Mein Vorschlag: Erst einmal hinsetzen und durchatmen. Und dann überlegen, worüber wir hier reden. Ja, Großbritannien könnte aus der EU austreten, was zweifellos ein politisches Erdbeben wäre. Aber wie sehen die wirtschaftlichen Folgen aus? Trotz aller Drohungen aus Europa liegt es doch im Interesse aller Beteiligten, dass es weiterhin einen regen Warenaustausch gibt. Niemand wird jetzt Handelshemmnisse aufbauen wollen. Nach einer möglichen Phase der Unsicherheit und des Muskelspiels wird man zum „Business as usual“ zurückkehren.

Sollten die Briten tatsächlich für den Austritt stimmen, dann ist es wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte heftige Kursrückgänge erleben. Doch ich glaube auch, dass diese nur vorübergehend sein werden, getreu dem alten (und wahren!) Börsenmotto „Politische Börsen haben kurze Beine“.

Wir Fools konzentrieren uns nicht auf solche Ereignisse, für uns zählen die langfristigen Aussichten der Unternehmen, die Qualität des Managements und die Geschäftszahlen. Viele Firmen arbeiten zudem weltweit und machen Geschäfte in Regionen, die vom Brexit überhaupt nicht betroffen sind.

Ich glaube nicht, dass ein Ausscheiden der Briten das alles auf lange Sicht beeinträchtigt, weswegen diese Turbulenzen an der Börse für den Foolischen Anleger sogar die Möglichkeit sein könnten, erstklassige Unternehmen zu einem Schnäppchenkurs zu kaufen.

Sven Vogel

Eines ist sicher: Wenn das Ergebnis der Abstimmung über den möglichen Brexit öffentlich wird, dann werden sich die Aktienmärkte in Deutschland, Europa und auch weltweit bewegen – ganz einfach deshalb, weil sie das jeden Tag tun.

Egal wie die Abstimmung ausgeht, ist es in meinen Augen aber gänzlich unklar, in welche Richtung sich die Märkte bewegen werden. Vielleicht geht es auch unabhängig von der Entscheidung erstmals wieder nach oben, weil ganz einfach die Zeit der Unsicherheit nun endlich vorbei ist. Kurzum: Ich weiß es nicht. Und jeder der etwas anderes behauptet, der lehnt sich in meinen Augen sehr weit aus dem Fenster.

Da es sich nicht lohnt, über Ereignisse zu sinnieren, die nicht vorherzusehen sind, sollte man sich als Investor daher vielmehr die Frage stellen, ob sich durch den möglichen Brexit die langfristigen Wettbewerbsvorteile seiner Unternehmensbeteiligungen nachhaltig verschlechtern. Wird Adidas auch weiterhin Turnschuhe in Großbritannien und dem Rest der Welt verkaufen? Wird ein nagelneuer BMW auch trotz des Brexit als Prestigeobjekt wahrgenommen werden? Oder werden die Konsumgüter von Henkel weiterhin täglich in den Einkaufswägen unzähliger Hausfrauen und Hausmänner landen?

Ich denke, dass die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen deutlich geringer sein werden, als wir uns das derzeit ausmalen. Einfach weil es sich weder Großbritannien noch andere Länder leisten können, die wirtschaftlichen Beziehungen untereinander deutlich einzuschränken. Daher mache ich mir als Anleger keine allzu großen Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Brexit.

Sorgen mache ich mir allenfalls um die politischen Folgen eines möglichen Austritts Großbritanniens. Als überzeugter Europäer hoffe ich auf ein klares Nein zum Brexit. Denn in einem Europa in dem nationale Interessen an oberster Stelle stehen, möchte ich persönlich nicht leben.

Marlon Bonazzi

Ich mache mir Sorgen um einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Wahrscheinlich wäre es wirtschaftlich auf lange Sicht kein großes Problem, aber Europa braucht nicht noch zusätzliche Unsicherheiten. Mehr stört mich aber der Trend, dass viele Länder wieder alles im Alleingang bestimmen wollen. Das kann Ärger für Anleger bedeuten.

Es gibt oftmals ein überzogenes Bild davon, wie global die Finanzwelt schon ist. In Wirklichkeit werden aber die meisten Investitionen innerhalb eines Landes getätigt. Der deutsche Markt bietet zwar viele interessante börsengehandelte Unternehmen, aber wer die besten Aktien finden will, sollte sich auch im Ausland umschauen.

Das ist aber oftmals schwieriger als gedacht. An ausländischen Börsenplätzen zahlt man oft noch horrende Gebühren und sobald man die Aktie im Depot hat, werden auf Dividenden oftmals ausländische Quellensteuern fällig, die man sich, falls überhaupt möglich, mühsam rückerstatten lassen muss. Genauso kann es in seltenen Fällen passieren, dass der deutsche Staat ausländische Aktien anders behandelt und mit einer Strafsteuer belastet oder Anleger dazu verpflichtet, einen Spin-Off komplett zu versteuern.

Man kann sich einmal den Spaß erlauben und versuchen im Ausland an einer Hauptversammlung teilzunehmen. Da kostet nicht nur die Reise Geld, sondern auch der ganze Prozess eine Menge Nerven.

Wenn wir nun einen Trend erleben, bei dem zuerst London, der wichtigste europäische Finanzplatz, und danach womöglich weitere Länder die EU verlassen, ist das Risiko groß, dass durch landesspezifische Sonderregeln vor allem Kleinanlegern, die im Ausland investieren wollen, das Leben schwer gemacht wird. Es könnten am Ende die kleinen Folgen eines Brexit sein, die Anleger teuer zu stehen kommen.

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Matt besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool empfiehlt Aktien von BMW.

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