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Tesla Motors Erfolg oder Misserfolg entscheidet sich in der Fabrik

Foto: Tesla Motors

Wenn du noch nie auf dem Boden einer Milliarden teuren Fabrik gestanden hast und sehen konntest, wie Menschen und Roboter zusammen die Produkte herstellen, die wir täglich nutzen, dann ist es schwer, zu beschreiben, wie ein Wettbewerbsvorsprung bei der Fertigung aussieht. Wenn du noch nie gesehen hast, wie groß der Einfluss einer Beschichtung einer Rolle oder der Druck einer Lackierpistole oder einer einzelnen Codezeile in einem Computer sein kann, dann wird es schwer, zu verstehen, wie wichtig Erfahrung in der Fertigung sein kann.

Und wenn du versuchst, die Automobilbranche auf den Kopf zu stellen, dann ist es leicht, ein paar kluge Leute einzustellen und über neue Fertigungskonzepte zu sprechen, ohne wirklich das Wissen zu schätzen, das Tausende Ingenieure und Techniker in den letzten Jahrzehnten gewonnen haben. Wenn wir uns die gegenwärtigen Mühen anschauen, dann erkennt Elon Musk, CEO von Tesla Motors (WKN:A1CX3T), vielleicht gerade, wie groß die Herausforderung ist, die er angenommen hat.

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Das Model S und die Powerwall sind die zwei Flaggschiffprodukte des Unternehmens. Foto: Tesla Motors

Das Model S und die Powerwall sind die zwei Flaggschiffprodukte des Unternehmens. Foto: Tesla Motors

Eine monumentale Aufgabe?

Musk hat in letzter Zeit viele Dinge gesagt, die den Investoren Sorgen bereiten sollten. Er hat zugegeben, dass sie das Design des Model X zu kompliziert gemacht haben, wodurch einige der Probleme aufgetreten sind, über die Käufer berichtet hatten. Dazu kommen die Verzögerungen bei der Markteinführung des Model S und des Model X. Da das Model 3 ansteht, muss Tesla Motors seine Fertigung in den Griff bekommen. Musk scheint aber gerade erst zu verstehen, was er sich da aufgebürdet hat. Während einer Telefonkonferenz Anfang des Monats sagte er:

Wir haben festgestellt, dass das wahre Problem, die wirkliche Schwierigkeit, und wo das größte Potenzial liegt, das Fertigen der Maschine ist, die die Maschine baut. Mit anderen Worten, es liegt im Bau der Fabrik. Ich sehe den Bau der Fabrik wie ein Produkt.

Während der gleichen Telefonkonferenz sagte er auch:

Sie denken vielleicht, dass manche der am weitesten fortgeschrittenen Autofabriken auf der Welt sehr gut darin sind, Autos zu bauen und dass sie vielleicht alle 25 Sekunden ein Auto herstellen – das klingt schnell, aber wenn man die Länge eines Autos plus etwas Puffer mit fünf Metern ansetzt, dann dauert es 25 Sekunden, um 5 Meter zu bewegen.

Das mag seltsam aus dem Munde eines Automanagers klingen, der noch nicht bewiesen hat, dass er eine Fabrik bauen kann, die ein Auto fertigt, welches den Branchenstandards genügt und in branchenüblicher Geschwindigkeit hergestellt wird. Sollte er daher erst mal das erreichen, was der Rest der Branche kann, bevor er die Fabrik neu erfindet?

Die Welt durch eine andere Brille sehen

Ich denke, es ist wichtig die Brille abzunehmen, durch die ich auf das Investieren schaue; besonders bei Tesla Motors. Ich habe eine Ausbildung als Maschinenbauingenieur und habe sieben Jahre bei 3M gearbeitet. Währenddessen war ich zwei Jahre in der größten Fabrik eingesetzt, die Fertigungsausrüstung baut.

Bei 3M begann ich zu verstehen, was es bedeutet, eine Weltklasse Fertigungsanlage zu bauen und wie spezialisiert die Arbeiten sind. Die meisten Produkte von 3M sind Folien, daher gab es viel Fachwissen in dem Unternehmen bei Rollen, Materialhandling, Spannungskontrolle und adhesivem Härten, nur um ein paar zu nennen. Das klingt wie alltägliche Aufgaben, aber zusammen stellen sie das Wissen des Unternehmens dar, auf dem 3M aufbaut. Wenn du jemals versucht hast, ein ein Kilometer langes Stück Papier durch einen Ofen mit einer Geschwindigkeit von 100 Metern pro Sekunde laufen zu lassen, dann willst du sicher Leute mit Erfahrung haben. Wir hatten ein ganzes Gebäude, das nur dafür da war, die Ausrüstung zu entwerfen und zu bauen, die wir für die Fertigung unserer Produkte benötigten.

Dieses institutionelle Wissen ist der Wettbewerbsvorsprung bei der Fertigung. Dieser ist so schwer aus dem Nichts zu schaffen. Es ist Erfahrung, es ist Kultur, es ist die Denkweise deiner Designer, die in den Aufbau des Unternehmens einfließen, damit es Produkte effizient herstellen kann.

Das Konzept dieses Wettbewerbsvorteils wird bei der Fertigung an jeder Stelle wiederholt. Egal ob es um Chips von Intel geht, um Turbinen von General Electric oder Cerealien von General Mills, ein großer Teil des Wettbewerbsvorsprungs liegt in der Gestaltung der Fertigungsanlagen, die die Produkte herstellen, die wir täglich nutzen. Die Automobilbranche ist ähnlich spezialisiert. Damit wird es schwer für einen Anfänger, die

Fertigung ist schwer

Es gibt einen Grund, warum Fords (WKN:502391) Fließband Anfang des 20. Jahrhunderts so erfolgreich war und warum das Fertigungssystem von Toyota (WKN:853510) in den 70ern, 80ern und 90ern ein Unterscheidungsmerkmal darstellte. Fertigung ist schwer und man benötigt viele Leute, die erschütternd spezielle Kenntnisse haben und zusammenarbeiten, um die Produktion zum Laufen zu bekommen. Ein einzelner Fehler im Code deiner Ausrüstung oder ein Problem in der Stanzpresse kann zu stunden- oder tagelangen Ausfallzeiten führen. Du kannst eine Fertigungsanlage nicht einfach ausgliedern, die alle 25 Sekunden ein Auto fertigen soll, wie in der IT-Welt (siehe Foxconn).

Und das, denke ich, hat Musk unterschätzt. Seine Erfahrung liegt bei Software, wo Iterationen und Bugfixes sofort durchgeführt werden können. Baue das Produkt, finde Probleme, löse sie, dann probiere erneut und wiederhole solange, bis es funktioniert. Wenn du eine riesige Autofertigungsanlage baust, dann musst du die Probleme finden und lösen, bevor ein fehlerhaftes Teil zum Kunden gelangt. Ich bin nicht sicher, ob Tesla Motors überhaupt weiß, welche Probleme auftreten können, wenn es die Produktion hochfährt.

Trotzdem ist Musk vorgeprescht und hat Milliarden Dollar in Ausrüstung investiert, um Batterie-Packs und elektrische Fahrzeuge zu bauen, ohne zu zeigen, dass er die nötige Expertise hat, das auf Weltklasseniveau durchzuführen. Du kannst dir die Probleme des Model X anschauen. Und die Tatsache, dass das Model S bei Consumer Reports in dem Artikel über gebrauchte Autos auftaucht, die man nicht kaufen sollte, ist ein Hinweis darauf, dass bei Tesla bei der Fertigung Probleme bestehen. Die Sache, die Tesla unbedingt richtig machen muss, ist genau die Sache, bei der es noch nicht gezeigt hat, dass Tesla es kann.

Der Chevy Bolt wird vor Tesla Motors Model 3 auf den Markt kommen. Damit könnte der Automobilriese aus Detroit Tesla im Elektrofahrzeugmarkt zuvorkommen. Bild: General Motors.

 

Bei der Fertigung geht es um Gewinn oder Niederlage

Der Grund, warum das für Tesla eine so große Sache ist, ist, dass sich hierin der Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens zeigt. Wenn Investoren mit Sicherheit wüssten, dass Musk die Fertigungskosten und die zeitlichen Ziele einhält, dann könnten wir ein massives Wachstum und sogar Gewinne erwarten. Aber Musk hat beständig seine Fertigungsziele verpasst und nicht bewiesen, dass er ein großartiges Fertigungsunternehmen leiten kann. Das gibt Wettbewerbern Zeit, ihre eigenen Strategien zu entwickeln und aufzuholen. Und sie kommen schnell.

General Motors (WKN:A1C9CM) bringt dieses Jahr den Chevrolet Bolt mit einer Reichweite von mehr als 320 Kilometers und einem Preis von 37.500 US-Dollar vor steuerlichen Anreizen mindestens ein Jahr vor Teslas Model 3 auf den Markt. Der neue Nissan Leaf, für kommendes Jahr erwartet, wird bis zu 240 Kilometer Reichweite aufweisen. Selbst der Ford Focus Electric wird mehr als 160 Kilometer Reichweite haben. Und dann gibt es noch VW, Mercedes, Porsche und all die anderen, die ebenfalls an Elektroautos arbeiten.

Obwohl diese etablierten Automobilhersteller vielleicht nicht so viel Erfahrung bei dem Bau von Elektroautos haben, haben Sie viel Erfahrung bei dem Bau von Fahrzeugen. Und das ist deren Wettbewerbsvorteil gegenüber Tesla Motors, welches immer noch dazulernt.

Unterschätze nicht, wie groß die Herausforderung ist, die Musk angeht bei dem Plan, ein Unternehmen zu schaffen, das bis 2020 pro Jahr 1 Million Autos fertigt. Er hat jeden mit seiner Vision, seinem Design und seiner Leidenschaft für Elektroautos beeindruckt. Aber wenn es ihm nicht gelingt, in den kommenden Jahren ein Weltklasseproduzent zu werden, dann könnte das den Misserfolg von Tesla bedeuten.

Und dieses Risiko sollten Investoren nicht unterschätzen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Ford und Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric Company. The Motley Fool empfiehlt General Motors und Intel.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 15.06.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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