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PNE Wind: Drei Gründe, warum der seit 2013 bestehende Abwärtstrend weiterbesteht

Foto: Senvion

Die Aktie von PNE Wind (WKN:A0JBPG) kommt seit einer Dekade nicht vom Fleck und befindet sich nun schon fast drei Jahre im Abwärtstrend. Mit dem jüngsten Kursanstieg keimte Hoffnung auf eine Wende nach oben auf. Allerdings sehe ich drei Entwicklungen, die eher dafür sprechen, dass es auf absehbare Zeit weiter gen Süden geht.

1) Die hohen Zinszahlungen

Bei manchen Unternehmen genügt für die Einschätzung ein Blick auf das operative Ergebnis. Bei PNE spielt das Zinsergebnis hingegen eine genauso wichtige Rolle. Schließlich verdienen die Anleihengläubiger im Gegensatz zu den Aktionären derzeit ausgezeichnet: Der bis 2018 laufende 100-Millionen-Euro-Bond bezahlt einen attraktiven Zinskupon von 8 %.

Bei einer Gesamtleistung von 21 Mio. Euro mussten im 1. Quartal fast 4 Mio. für Zinsen aufgewendet werden. Kein Wunder also, dass PNE erneut ein negatives Vorsteuerergebnis vermelden musste. Die damit verbundene Bilanzverschlechterung macht es nicht leichter, in Zukunft schwarze Zahlen zu erreichen.

Diese Situation ist womöglich auch ein handfester Wettbewerbsnachteil: Denn selbst wenn man berücksichtigt, dass PNE bei der konkreten Projektfinanzierung günstiger an Geld kommt, gehe ich davon aus, dass ertragsstarke Konkurrenten wie der Konzern MVV Energie (WKN:A0H52F) mit seinen Töchtern Juwi und Windwärts bessere Konditionen erhalten.

2) Die Standardisierung der Windkraft-Branche

Noch vor einigen Jahren stellte die Windkraft ziemlich unerforschtes Neuland dar. Alle Beteiligten mussten erst mal Erfahrung sammeln, bis sich die Prozesse besser einspielten und Standards etablierten. Wer hier die Nase vorne hatte, wurde gut dafür bezahlt. Heute ist die Branche schon ein gutes Stück gereift und zumindest an Land ist vieles einfacher geworden.

Im Zuge dessen ist natürlich auch das Feld von anfangs nur wenigen Experten um ein Vielfaches gewachsen und der Wissensvorsprung der Pioniere geringer geworden. Das macht es schwerer für Projektierer wie PNE Wind, ihre Existenzberechtigung über alle Wertschöpfungsstufen hinweg zu belegen und entsprechende Margen zu erwirtschaften.

Viele Dienstleistungen werden vermehrt auch von den Herstellern selbst angeboten. Besonders tut sich der deutsche Marktführer Enercon hervor, der auf Wunsch sowohl bei der Sicherstellung der Finanzierung als auch bei den Genehmigungen unterstützt und dann die komplette Projektdurchführung in Eigenregie übernimmt.

Hinzu kommt, dass auch die Auftraggeber immer mehr Know-how ansammeln. Der gerade an die Börse gegangene Energiekonzern DONG Energy (WKN:A0NBLH) aus Dänemark ist beispielsweise nicht nur der führende Offshore-Windkraft-Investor, sondern hat auch große interne Kapazitäten für den Bau und Betrieb von Windfarmen.

Schreibt man den Trend fort, dann bleiben irgendwann vielleicht nur noch kleinere Projekte übrig, die für die großen Spieler unattraktiv sind – und das nicht nur in Deutschland.

3) Internationales Geschäft

Dadurch, dass die Politik den Windkraft-Ausbau in Deutschland etwas ausbremst, müssen Branchenteilnehmer verstärkt im Ausland ihr Heil suchen. Für die Anlagenhersteller, die sich auf globaler Ebene messen und sowieso bereits fast überall zuhause sind, ist das kaum ein Problem.

Projektentwickler stoßen hingegen in vielen Regionen auf starken einheimischen Wettbewerb. In Spanien beispielsweise würde PNE auf mächtige Rivalen wie den neuen Nordex (WKN:A0D655)-Partner Acciona (WKN:865629) stoßen. Ähnlich sieht es in den meisten anderen interessanten Märkten aus.

Daraus folgt für mich, dass PNE entweder im intensiven Preiswettbewerb auf Margen verzichten oder auf relativ unattraktive kleinere Märkte ausweichen muss.

Abschließende Bewertung

PNE Wind wird an der Börse mit 167 Mio. Euro (13.06.) bewertet und damit nur etwas mehr als das zuletzt gemeldete Eigenkapital. Um ein attraktives Investment zu sein, müsste das Unternehmen allerdings nachhaltig Gewinne in der Größenordnung von 10 bis 20 Mio. Euro erwirtschaften.

Viel mehr als eine Schwarze Null würde ich allerdings aufgrund der hohen Zinszahlungen und der schwieriger werdenden Marktbedingungen nicht erwarten. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Aktie weiter nach unten tendieren wird. Es spricht allerdings nichts dagegen, in der Windkraft-Branche nach besseren Chancen Ausschau zu halten.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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